Die Tamburini-Orgel in Santa-Cecilia-Roma

Juni 30th, 2010

Diese Orgel wird von uns z.Zt. renoviert und im Bereich der Elektro-Mechanik vollständig erneuert.
Das System von Tamburini 1964 gebaut hat bis vor wenigen Jahren durchaus seine Berechtigung gehabt, ist aber heute hoffnungslos veraltet und in einem entscheidenden Punkte sehr sensibel: es sind die dünnen Kontakte aus Kupfer, die keinen langen Schleifweg haben, bei dem sie wieder oxidbefreit neu aufspielen können.
Ansonsten aber ist das Tamburini-System in elektrischen Belangen gut durchdacht und großzügig ausgeführt. Viele Dinge allerdings waren schon zur Erbauungszeit veraltet.
Zunächst einmal das Anschlußbrett der Orgel, das mit sage und schreibe 3500 Lötpunkten, bei denen manchmal bis zu 6 Kabel aufgelötet sind, enthalten. Zuerst ein Detail, aus dem erkennbar ist, dass die Kabel teilweise nicht verlötet sondern nur gewickelt sind:
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Hier das komplette Anschlussbrett:
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und hier einige Bilder der veralteten, gigantischen Relaisanlage:
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schaltkasten02_.jpg
der armdicke Kabelstrang:
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und hier Bilder der entheiligten Konsole. Sehr interessant der Umstand, dass man die komplette Registerstaffelei mit zwei Handgriffen herauskippen kann um dann an den ebenfalls herausklappbaren Tasten zu arbeiten. Diese Kontakte der Tasten sind übrigens ohne großen Funkenabbrand und Verschleis. Der Grund ist eine interessante Hebeltechnik und der Einbau von Schalttransistoren, was vor rund 20 Jahren gemacht worden sein muß :
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gwm (in Roma bei einer wahrlich sengenden Hitze im Internetcafe)

Pneumatik anstelle Barkerhebel - Oscar Walckers Vorschläge

April 15th, 2010

Pneumatisch-mechanische Ventilbetätigungen bei Schleifladen anstelle von Barkerhebeln von Oscar Walcker vorgeschlagen am 15.Aug. 1941.
Der Übergang von Registerkanzellenladen wie Taschen-und Kegelladen auf Schleifladen verlief bei der Firma Walcker gleichzeitig mit einem Generationswechsel.
Nicht nur der Wechsel von einem Windladensystem zum anderen sondern auch die Abkehr von elektropneumatischen Auslaß-Systemen oder reinen elektrischen System der Multiplexinstrumente, die anfangs durchaus von den Leuten der Orgelbewegung begrüßt wurden, und der Wandel hin zur Mechanik brachte eine ganz gewaltige Metamorphose zustande.
So ist es nicht verwunderlich, dass bei Walcker zunächst die pneumatischen und elektropneumatischen Systeme mit der von allen Sachverständigen geforderten Schleiflade in Verbindung gebracht wurden. Die Registermechanik wurde durch pneumatische Bälge ersetzt.
Bild aus der Fertigung:
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Die Tonkanzellenventile wurden durch barkerähnliche Bälge aufgerissen, die wiederum über eine Mechanik und dazwischen liegendes Ausstromsystem angesteuert wurde. Man konnte sich einfach von diesen Gedanken der penumatischen Ansteuerung, die uns heute völlig abstrus vorkommen, nicht lösen (siehe Zeichnung A)
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Eine weitere Variante, die ebenfalls sehr oft und detailliert gezeichnet worden war, ist diejenige (Zeichnung B) welche einen relativ großen Ausstrombalg, Ventilbalg, (wie er ähnlich bei Registerkanzellen zum Öffnen der Registerkanzelle verwendet wurde) verwendet. Wir können uns anhand der Zeichnung gut vorstellen, welch enormer Empfindlichkeit eine solche Trakturen ausgeliefert sind.
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Auch die Variante C, bei der unter dem Ventilkasten Keilbälge angeordnet sind, die mit ausströmendem Wind das Tonventil aufreißen, hat seine Eigenarten. So kann an der Mutter über der Traktur die Schnelligkeit, mit der das Ventil wieder schließen soll reguliert werden.
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Allen drei Konstruktionen liegt vor allem der Gedanke zu Grunde möglichst effektiv die Ventile aufzuziehen und dabei keine Klopfgeräusche zu verursachen, wie das beim normalen Barkerhebel der Fall sein kann.
Zeichnungen werden von Oscar Walcker am 15.Aug.1941 kommentiert.
Wir werden in Zukunft weiter zu untersuchen haben, wo solche Orgeln gebaut wurden, die jene Spieleinrichtungen hatten, und wie sich das alles bewährt hat. Und noch schöner wird es sein, wenn man Instrumente findet, wo solche Spieleinrichtungen vielleicht noch funktionstüchtig sind!
Weitere Dokumente sind
a) die Beschreibung der Systeme von Dr. Oscar Walcker
schleiflade_pneum_ventil.jpg

b) Liste Größe der Tonventil-Bälge lt. Oscar Walcker
schleiflade_pneum_tabell.jpg

Anleitung zum Regulieren mechanischer Kegelladen

April 14th, 2010

Anleitung zum Regulieren mechanischer Kegelladen. Das hieß bei Oscar Walcker im Jahre 1928 (sehen Sie die originale Aktennotiz aus 28.11.1928 weiter unten als Bild) ANLEITUNG zur REGULIERUNG der MECHANIK bei MECHANISCHEN ORGELN.
Denn der Altmeister des Deutschen Orgelbaus hatte noch sehr wenig mit mechanischen Schleifladen zu tun. Es war für ihn klar, dass es sich nur um Kegelladen handeln kann.
Aber zu diesem Thema kommen wir in einem der nächsten Blogs. Weil das Thema „Walcker und die ersten neobarocken Schleifladen-Orgeln“ bereits bei mir vorbereitet wurde und mit Sicherheit auch erhebliches Umdenken bei historisch gewachsenen Vorstellungen verursachen wird.
Wer bereits Gelegenheit hatte mechanische Kegelladen zu regulieren, oder nur ein paar Handgriffe in der Mechanik einer Kegellade leisten konnte, der weiß, welch komplexes Thema hier angeschnitten ist. Reguliert man nämlich entgegen der hier vorgelegten Systematik, so kann man am Ende dieser Arbeit wieder vorn vorne beginnen. Daher sollten sich Orgelbauer, die nur selten an mechanischen Kegelladen zu schaffen haben, unbedingt Oscar Walckers Methode ausdrucken und in die Akten der jeweiligen Orgel übernehmen.

Die nachfolgende Abschrift ist nicht wortwörtlich vorgenommen worden, sondern in heutiger Rede verfasst. Auch wurde die Tabelle nicht zweimal mit 2mm Addition an jeder Stelle erneut geschrieben. Wer die exakte Formulierung Oscar Walckers bevorzugt, der kann das untere Dokument ausdrucken.

freie Abschrift OV/B.28.11.1928
Anleitung
zur Regulierung der Mechanik bei mechanischen Orgeln.
1. Bei einer zweimanualigen Orgel ohne Oberladen:
Zuerst wird das I.Manual reguliert und bei der Windlade angefangen. Man sieht nach, ob die Wellen auf den Stellärmchen aufliegen; dann wird nachgesehen, ob die Kegel der Wellen einen Weg machen, der bei den verschiedenen Laden auch verschieden ist, und zwar macht der Kegel folgenden Gang:
I.Man. Unterlade 7,5mm
I.M. Oberlade 6,7mm
II.M. Unterlade 7,0mm
II.M. Oberlade 6,5mm
Pedallade 11,0mm
Hinzu kommen noch die 2mm Leerreise (Abstand Kegeldrehmutter zu Wellenärmchen)
Damit ist die Wellenärmchenreise 2mm+ die oben angegebenen Werte.
Es ist darauf zu achten, dass bei angezogener Welle (Taste ist gedrückt) die Anschlagmuttern der Kegel auf dem Bodenholz anliegen. Gegebenenfalls nachregulieren, weil sonst Blasgeräusche hier entstehen und die Kegel nicht ganz aufmachen.

2. Bei zweimanualigen Orgel mit Oberladen:
Sind Oberladen vorhanden, so werden diese sofort nach den Unterladen reguliert, ehe man an die Klaviaturen geht.
Oberlade und Unterlade werden miteinander verbunden, ohne dass hier eine Leerreise entsteht.
Als Leerreise darf nur der bereits im oberen Absatz erwähnte Abstand von 2mm zwischen Wellenarm und Kegeldrehmutter sein. Jedoch muss die Leerreise bei den Oberladen im I.Manual um 0,8mm und im II.Man um 0,5mm größer sein als bei der Unterlade.
Beim Einhängen der Mechanik muss insbesondere darauf gesehen werden, dass beim Eindrücken des Stiftchens oder Einhängen der Abstraktennasen, sich die Abstrakte mindestens 1mm seitlich bewegen kann. Vor dem Einhängen danach sehen, dass die Winkel leicht fallen.
Auf die Stiftchen ist es zweckmäßig eine Papierscheibe aufkleben, damit der Stift nicht herausfallen kann.

3. Sind die Laden reguliert, so stellt man nunmehr den Gang der Manualtasten fest. (ich würde davor noch sagen, es ist festzustellen, dass alle Wellen von Wellenbrettern und Abgangswinkel auf halbe Reise überprüft werden, also in exakter Mitte zwischen nicht gedrückt und gedrückten Zustand auf 90 Grad zur Welle oder Winkelarm zu stehen kommt, da extreme Verstellungen wieder die Tastenregulierung durcheinander bringen Anm.gwm)
Und zwar reguliert man die tiefste und die höchste Taste des I.Manuals derart, dass das I.Manual einschließlich Leergang 11,5mm macht.
Diese Regulierung darf jedoch nicht an der Taste selbst, sondern muss in der Orgel am Wellenbrett oder Raster vorgenommen werden.
Die Tasten müssen in der Lage sein, im gedrückten Zustand die Wellen so zu bewegen, dass die Anschlagmuttern unter den Kegeln am Bodenholz anliegen – also im Tastengang von 11,5mm sind die vorher besprochenen 2mm Leerreise an der Welle enthalten.
Nach dieser Regulierung an Wellenbrett bzw. Abgangswinkel in der Orgel wird die Regulierung an den Tasten des I.Manuals vorgenommen. Und dies natürlich in der Form, dass die Tasten möglichst gleichmäßig zu liegen kommen und möglichst gleiche Reise haben.
Die gleiche Regulierung nimmt man vor am II.Manual wobei hier die Tasten eine Reise von 10mm haben sollen. Ein mögliches III.Manual soll mit 9mm Reise nach Oscar Walcker betrieben werden.
Beim Pedal macht der Kegel 11mm Reise, die Taste macht 17mm Gang, also ist hier eine Leerreise von 6mm. Davon sind 3mm Leereise bei den Wellen und 3mm an den Stechern unter der Pedaltaste.

4. Regulierung der Koppeln
Hierauf erfolgt die Regulierung der Koppel II/I. Diese Koppel wird nun gezogen und die Wippe derart reguliert, dass zwischen Wippe und Mutter ca 0,5mm Leerreise sich ergibt, d.h. die Wippe darf am Mütterchen nicht straff anliegen, das sich sonst beim Ziehen der Koppel die Tasten mitbewegen würden.
Die Pedalkoppeln werden ebenso reguliert, nur dass hier zwischen Wippe und Mütterchen 2mm Leereise sein soll.
Nach meiner Erfahrung ist es immer sinnvoll beim Regulieren der Koppeln den Organisten mit einzubeziehen, weil jeder einen anderen Geschmack hat, wie die Abfolge der Ertönung sein soll. Manche wünschen akkurat zur gleichen Zeit die Manuale mit dem Pedal zu hören, während es oft sinnvoller ist, das I.Man etwas nach dem Pedal hören zu lassen und eine Idee später noch das II.Manual. (womit wir wieder bei der Dynamisierung des Spielbetriebes wären).
gwm

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Die Walcker-Orgel Opus 876 -Bj 1899, Motherwell-Schottland, II/23

März 14th, 2010

Eine vollständig erhaltene, rein pneumatische Walcker-Orgel zu finden, ist heute nicht mehr einfach, aber es gelingt hin und wieder in anderen Ländern.
Hier vorab die Disposition dieser spätromantischen Walcker-Orgel, die leider dank unprofessionellem Service heute nicht mehr spielbar ist:
0876 Motherwell (Schottland)
Orgel wurde bestellt am 30.Jan 1899 - lieferbar August 1899
Auslieferung muss aber später erfolgt sein, da Nachbestellungen später.

I.Manual C-c4=61 Noten GREAT
1. Bourdon 16’ Holz
2. Open Diapason 8’ Probezinn, Prospekt, Ds-Mensur
3. Double Flute 8’ Holz
4. Dulziana 8’ von Metall
5. Viola di Gamba 8’ von Metall (nach Dolce)
6. Harmonic Flute 4’ von Holz
7. Principal 4’ von Metall E-Mensur
8. Fifteenth 2’ von Probezinn, 1 Ton enger
9. Mixtur 2 2/3’ 3fach von Metall, 2 2/3-2-?
10. Trumpet 8’ von Metall

II.Manual C-c4=61 Noten SWELL
11. Lieblich Gedackt 16’ von Holz
12. Gedackt 8’ von Holz
13. Small Diapason 8’ 12 Holz, Rest Metall, (Flötenprincipal)
14. Echo Gamba 8’ von Metall
15. Voix celeste 8` von 4’ an Metall (nach Echo Gamb)
16. Principal 4’ von Metall Fs Mensur
17. Rohrfluite 4’ von Metall
18. Cornett 8’ 3 fach Metall, C 4-2 2/3-1 3/5, c 2-1 1/3-4/5
19. Horn 8’ von Metall
20. Oboe 8’ von Metall

Pedal C-f1= 30 Noten
21. Diapason 16’ C-H Holz, Rest Probzinn im Prospekt – stark, weit mensuriert, Gs-Mens
22. Subbaß 16’ von Holz, F Mensur
23. Violoncello 8’ aus Metall

Swell to Great
Great to Pedal
Swell to Pedal
Swell Superoctav
Swell Suboctav
Tremulant for Swell
Balanced Swell Pedal
Gerneralcrescendo and Diminendo
Tutti
Windladen: rein pneumatische Kegelladen

Die Kirche hat sich mit dem Gedanken getragen, die pneumtische Traktur zu elektrifizieren. Also die bekannte “faustische” Weise, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, anstatt zuerst einmal darüber nachzudenken, dass wir hier eine wirklich großartige historische Substanz zu erhalten haben. Klar, dass wir diesem “pragmatischen Orgelbauervorschlag” glatt und energisch widersprachen.
Nun zeige ich einige jener Bilder, die uns immer wieder Furcht einflössen, wenn man den Kasten einmal geöffnet hat, und zunächst völlig ratlos vor den letzten Jahren des “general tuning” stehen.

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Pneumatik
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Spieltisch
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Wer das letzte Bild gesehen hat, der hat tief in das Herz des wartenden Orgelbauers geblickt.

gwm

Solingen -Lutherkirche, weitere Entwicklung der Arbeiten

Februar 14th, 2010

Kein Frage, wer in zwei Wochen einen kompletten Spieltischumbau für diese dreimanualige Orgel vornehmen will, der hat mit allerhand Überstunden zu rechnen, wenn der Organist sich Ziele gesetzt hat. Und zwar an Samstag und Sonntagen. Das ist um so erfreulicher, je schlechter das Wetter ist und je mehr „Fasching“ und andere volkstümliche Gemeinheiten den Orgelbauer verschrecken.
Wir haben es uns angewöhnt sehr langsam bei solchen technischen Dingen, wie beim Einbau von „Tausendfüsslern“ und anderem Heiligkeiten der Neuzeit zu werden, weil oft ein einziges falsch gelötetes Kabel für Schrecken sorgen kann.
Hier nun unser erstes Wochenende mit einem Sonntag, der, wenn ich richtig gezählt habe ( es hat sich nicht um einen solch berühmten „Zählgottesdienst“ gehandelt, bei dem die Effizienz der verschiedenen Kirchenmusiken statistisch exakt durch Eruierung der Kirchenbesucher in Zahlen erfasst werden) also rund 30 Glieder harrten in den harten Kirchenbänken, sollten aber unter anständiger Heizung, der Predigt „von der Liebe“ und Rosensonntag gelauscht haben. Dazu gabs neue und deftige Kirchenmusik vom Kantor Audersch am Elektropianola und einer herzhaften Truhe, die mit Obertönen gut bestückt war.
An den Bildern soll man erkennen, welche Wirkung diese Kirchengebäude der Jahrhundertwende immer noch haben.
Nachmittags lag man dann zwei Stunden im kargen Hotelzimmer – nur Max Reger auf den Ohren – auf Doesburger und Berliner Orgeln. Mein persönliches Amen an diesem Sonntag.

Unsere zwei Mitarbeiter an diesem Sonntag, den 14.Feb.2010
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Der Kirchenbesuch in breitgefächerter Kirche
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Neue Garnituren an Drucktaster unter dem ersten.
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Improvisation über vier Kirchenfenster:
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gwm vom Tatort

Solingen, Einbau eines Setzers, erster Tag

Februar 8th, 2010

Festgehalten mit einem Bild, an dem man sieht, wie es morgens vor Arbeitsantritt im Spieltisch ausgesehen hat und am Abend, wo kein einziges Kabel der Registersteuerung mehr im Spieltisch enthalten ist.
Wir wollen hier mal zeigen, wie so ein Einbau (hoffentlich) optimal verlaufen kann. Dabei sollen vor allem die Bilder für sich selbst sprechen. Nach diesem Ausbau der alten Registerschalter und Freien Kombinationsschalter werden neue Register-Einstellmagnete eingebaut.
Hier aber nun das Bild das den Morgen und den Abend gleichzeitig zeigt (für ganzes Bild, darauf clicken):
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gwm (bei schneidender Kälte in der besten Kneipe der Messerstadt)

Neue Setzeranlage - alter Spieltisch am Beispiel Lutherki Solingen

Januar 24th, 2010

Noch bevor es wieder losgeht nach Rom, habe ich die Spieltischzeichnung für Solingen fertig gestellt, wo ich in den ersten Februarwochen einen neuen Setzer einbauen werden.
Ein interessanter Studienfall: hier gehen sukzessive die Schalter kaputt weswegen der geplante Setzer, der ursprünglich wegen zu hoher Kosten nicht eingebaut werden sollte, nun doch eingebaut wird.
Dafür werden alle Registerschalter gegen sogenannte Registereinstellmagn ete getauscht. Die gravierten Registertasten bleiben erhalten. Die Drucktaster unter dem I.Man werden komplett erneuert, ebenso die Pistons wie auf der Zeichnung gezeigt.
solingen_luth.jpg.
Interessant ist, dass man die alte analoge Walze erhalten kann und nicht auf digitale Speicher-Walzen ausweichen muss.
Hier das Bild des Spieltisches, der gehörig durchgeschüttelt werden wird:
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Walcker-Orgel in China

Januar 21st, 2010

Es gibt doch eine Walcker-Orgel in China, was nicht aus den Opusbüchern und Listen bisher hervorgegangen ist. Die politischen Situationen haben oft auch Lieferungen nach China verschleiert, weil teilweise Besatzungen durch Japan stattfanden, was Lieferungen nach Japan suggerierte.
Nun also haben ein Professor aus Honkong und ich herausgearbeitet, dass Walcker eine Orgel nach China geliefert hat, und zwar das nachfolgende Instrument, das im Jahre 1938 als Opus 2635 nach Harbin (Manschuko= eine phantasievolle japanische Erfindung) ging, und die sich zweifelsfrei in China befindet. Ob das Instrument noch gespielt wird ist allerdings fraglich. Sicher aber ist, dass bei unserer nächsten Opus-aktualisierung auf Walcker.com auch dieses Instrument eingebracht wird.

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(gwm)

Gran Fabrica De Organos Tubulares – Sistema Pneumatico de E.F.Walcker Y Compania

Dezember 26th, 2009

Gran Fabrica De Organos Tubulares – Sistema Pneumatico de E.F.Walcker Y Compania – Ludwigsburgo, Alemania - México, 25 de Agosto de 1904.
Es la Fábrica de E. F. Walcker y Comp. la más grande y afamada en el mundo y la que marcha á la cabeza de todas las de su especie.
La Fábrica de E. F. Walcker y Comp. es la que ha sido siempre premiada en todas las Exposiciones Universales á que ha concurrido, con las primeras medallas, altas recompensas, títulos y condecoraciones.
En el año de 1895 á la Casa de Walcker le fue encomendada la construcción de un órgano flautado para la Basílica de San Pedro en Roma, cuyo encargo fue desempeñado con tan lisonjero éxito, que la Casa constructora fue felicitada y obsequiada por su Santidad León XIII, con la Gran Medalla de Oro, y además obtuvo la honra de ser nombrada proveedora del Vaticano.
En la construcción de estos famosos instrumentos sólo se emplean materiales de primera calidad y-la mano de obra más perfecta; nada se omite de lo que tienda á asegurar la duración y la perfección de las partes mecánicas y de la estructura general del instrumento; todo lo que la ciencia y el gusto musical pueden producir, está aprovechado. En el órgano de Walcker, el carácter de los diversos registros, es producción de artistas especialmente adiestrados en este difícil trabajo; en cuanto á la construcción de los tubos, se escogen siempre los materiales más adecuados; el material que tiene el más insignificante defecto, es rechazado desde luego.
Cada órgano, cualquiera que sea su tamaño, se sujeta á un estudio y cuidado especial, de manera que todas y cada una de sus partes alcancen una excelencia máxima. Los recursos de la Fábrica de Walcker son tan numerosos y tan grandes, que les permiten no ahorrar ningún gasto para obtener la perfección absoluta del instrumento, tanto en el tono como en la mano de obra. Naturalmente ocurre preguntar, ¿por qué medios la Fábrica de Walcker, ha alcanzado un renombre universal? Sin duda porque en su manufactura y desarrollo artísticos, están ocupados hombres que han llegado á la mayor habilidad en la construcción del órgano. A la cabeza de la Fábrica se encuentran los Sres. D. Carlos, Eberhard y Osear Walcker, á quienes secundan un sinnúmero de ayudantes versados en la ciencia de la acústica, expertos organistas de primera clase.
Desde la fundación de la Fábrica en 1820, se han construido arriba de 20,000 registros sonantes de órgano, cuyas flautas alcanzan la enorme cifra de r.000,000. El número de registros sonantes que se fabricaron el año próximo pasado de 1903, pasa de 1,500 con cerca de. . . 100,000 flautas. Estas enormes cifras indican el crédito y demanda de los Órganos de Walcker. Sumamente interesante es dar un vistazo al índice de la Fábrica en donde constan los lugares en donde se han instalado sus instrumentos; parece que no falta ni una Ciudad de importancia en el mundo, que no cuente con uno de estos preciosos instrumentos.
El renombre universal de los órganos flautados de Walcker, lo confirman las innumerables cartas de felicitación que hemos recibido tanto del Venerable Clero como de los Ilustrísimos Señores Arzobispos y Obispos que nos han encomendado la construcción de un órgano tubular de la Casa de Walcker, y de cuya instalación y supremas cualidades han quedado plenamente satisfechos.
Hasta hoy hay instalados en esta República 24 Órganos de Walcker, y hasta el fin del presenté año, tendremos montados otros 10 Órganos más. En este año hasta la fecha hemos mandado construir 14 Órganos de Walcker, y este gran número, es la eminente prueba del éxito y aceptación que entre nosotros han tenido dichos instrumentos.
No obstante que los referidos Órganos los hemos montado en distintos climas, no hemos tenido ninguna reclamación, la cual prueba, forma ya por sí misma una recomendación.
Entre los órganos en construcción se encuentra el de la Catedral de Morelia, recientemente contratado, obra maestra como existen pocas en Europa y en los Estados Unidos del Norte, y que será el Órgano más grande y más hermoso en toda la América Latina. Verdadera satisfacción nos causa que nuestra casa haya sido la preferida para contratar tan grandioso instrumento, y que tanto el Ilustrísimo y Reverendísimo Señor Arzobispo Dr.D. Atenógenes Silva como el Venerable Cabildo de la Ar-quidiócesis de Michoacán, hayan depositado en nosotros su confianza para dar cima á tan colosal empresa; lo cual pone de manifiesto la superioridad de los instrumentos de la Fábrica f I más grande que existe en el mundo y que nos honramos en representar en esta República, y el gran crédito de que goza nuestra casa, por ser la que mayores garantías presta á su estimable clientela, pues llevando más de diez lustros de existencia, las bases sobre que descansa son sólidas, grande por consiguiente la práctica adquirida, y elementos y personal suficientemente apto, para cumplir con religiosidad todos y cada uno de los compromisos contraídos, no omitiendo gasto ni sacrificio alguno para que el resultado de sus trabajos, sea superior á sus ofrecimientos. Esto no sucederá lo mismo con una casa establecida en pequeño, pues sus pocos medios de acción, y la pequeña esfera en que se mueven, no menos que el reducido número de personal de que puede disponer, no le permitirá dar satisfacción completa á sus ofrecimientos, aunque su voluntad sea mucha.
Tenemos además que advertir que en los precios de los órganos tubulares hay tanta diferencia, como en los precios de los pianos; y esto depende de la primacía de la fábrica de donde procedan. Desde que se fundó nuestra Casa, siempre nuestros cuidados y desvelos han
consistido en procurar que todos los instrumentos que importemos sean de una Fábrica afamada; y lo que en pianos y armónicos mucho nos preocupa, debe de interesarnos aun más cuando se trata de órganos tubulares. Muy fácil nos sería encargar órganos de precio más reducido, pero esto no conviene ni á nuestra estimable clientela, ni al buen nombre de nuestra Casa; porque un instrumento barato, no está construido con materiales de primera clase, en poco tiempo sufriría descomposturas, y como el órgano es un instrumento tan delicado, daría por resultado que en pocos años se tuviera un instrumento defectuoso; así pues, repetimos, hay que preferir los órganos de Walcker porque están fabricados con materiales de primera clase, porque los órganos de Walcker son los más ricos y bellos en su sonido, y, finalmente, porque Walcker con sus órganos tiene la fama tan justamente adquirida como Steinway con sus pianos.
Si en Europa otras fábricas no pueden igualar la construcción de los Órganos Walcker, menos podrán igualarlos en la República Mexicana, ya por la falta de materiales á propósito * para la construcción, ó ya también por falta de un personal bastante instruido, que como es bien sabido, esto sólo se consigue con mucho tiempo y paciencia.
Nosotros hemos pedido al Gobierno una concesión para montar con toda la maquinaria necesaria una Fábrica de Órganos, porque hasta ahora en México no hay ninguna, aunque algunos pretenden tener Fábrica no se les debe creer porque trabajan con un aparato tan primitivo, que para personas inteligentes y conocedoras en la materia no tiene ningún valor. Aunque nosotros queremos instalar la Fábrica con los últimos adelantos, y nos proponemos contratar un basto personal entre todo lo mejor de las Fábricas alemanas, tenemos que confesar, que no ignoramos las dificultades que tenemos que vencer y sí, sabemos muy bien que transcurrirán muchos años para que nosotros lleguemos á fabricar un Órgano debidamente acabado, y que para que nosotros lleguemos á fabricar un instrumento como los mejores de Europa, tales como los de E. F. Walcker y Cía., repetimos: tendrán que transcurrir muchos años, y todavía así dudamos conseguirlo. Mientras tanto, siempre que las personas quieran tener un órgano artísticamente acabado, se resolverán mandar construir el instrumento en la fábrica de Walcker, y nosotros no dejaremos de importar estos magníficos órganos, que tan buen resultado han dado en México.
Suplicamos pues á nuestra estimable clientela, se sirva tener presentes todas estas consideraciones, y no dudamos que ellas lo inducirán á preferir, en caso de que lo necesite, un instrumento supremo de la Casa referida de E. F. Walcker y Cía., que tenemos el gusto de proponer y que llena perfectamente todas las necesidades del culto.
A los señores Obispos y Curas les daremos con mucho gusto datos y explicaciones de estos notables órganos, y siempre estamos dispuestos á facilitar dibujos, disposiciones y presupuestos con la más grande economía posible en el precio.
Con orgullo podemos decir que nuestra Casa es lamas entendida y competente en este ramo, pues que contamos con bastante personal inteligente para cumplir cualquier compromiso.

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Feliz Navidad y Próspero Año Nuevo
Gerhard Walcker-Mayer
gerhard@walcker.com

Der letzte röhrenpneumatische Titan - Hannover, Stadthalle

Dezember 18th, 2009

Als der letzte röhrenpneumatische Titan am 27.Dez 1914 in der Stadthalle zu Hannover vor 4000 Zuhörern eingeweiht wurde, stand bereits der I.Weltkrieg in hellem Feuer.
Die von Furtwängler und Hammer erbaute Orgel mit IV/124 Register war anders als bei Walcker und Sauer, noch ein rein röhrenpneumatisches Werk, so dass uns deswegen diese Orgel, die durch Kriegseinwirkungen zerstört wurde, als etwas ganz besonderes erscheinen muß. Zudem ist dieses Werk in Taschenladenbauweise exakt wie es Walcker und Sauer bauten, hergestellt.
Ganz besonders interessiert uns natürlich, wie es in der Orgel ausgesehen hat und was wir hier für einen Spieltisch antreffen. Immerhin wurden 4 Freie Kombinationen, die dann natürlich pneumatisch funktionierten, betrieben. Es muss ein heiliger Schauder den Orgelbauern den Rücken heruntergelaufen sein, wenn hier Reparaturen erforderlich waren. Denn aus verschiedenen Zeichnungen der Firma Walcker kann man sehr schön erkennen, welche Komplexität und Fehlermöglichkeiten bei einer solchen Konstruktion möglich waren.
Eine ganz besondere Freude war es, festzustellen, dass auch dieses Heft aus der Bibliothek eines ganz berühmten Organisten und Komponisten stammt, das sich nun in meiner Bibliothek befindet: von Gerard Bunk.
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Das Deckblatt der Schrift zeigt die Stadthalle in Hannover mit ihrer patheonähnlichen Kuppel:

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Hier die Disposition der Orgel

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Orgelansicht:
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Grundriss der Orgel

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Schnitt durch die komplette Halle:

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Schnitt durch die Orgel

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und hier diese hochinteressanten Ansichten in der Orgel, die wir leider nie mehr real zu Gesicht bekommen können, und die wohl die größte pneumatischen Relais zeigen, die je gebaut wurden:

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Hier nun der Spieltisch in drei verschiedenen Ansichten, Zeichnungen:

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Last not least, die Personen, die hier zum Bau beitrugen und das Windladensystem

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gwm

ergänzender Link zur ZEITSCHRIFT FÜR INSTRUMENTENBAU, die 1915 zu dieser Orgel geschrieben hat DANK an HOLGER FETT

Die Walcker-Orgel Opus 306 in der Wiener Votivkirche

Dezember 17th, 2009

„Die Orgel der Wiener Votivkirche ist eine der bedeutendsten Denkmalorgeln der Welt!“, so Prof. Dr. Karl Schütz in einem Bericht aus dem Jahre 1988, als die Restaurierungsarbeiten an dieser Orgel ausgeschrieben wurden.
Es handelte sich 1878, als diese Orgel gebaut wurde, um eine erste Bewährungsprobe der Söhne Eberhard Friedrich Walckers.
Gleichbedeutend mit die Walcker-Orgel in Riga, handelt es sich bei beiden Instrumenten um mechanische Kegelladen-Orgeln, die im I.Manual mit Barkerhebeln betrieben werden.
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Alexander Wilhelm Gottschalg
Es ist interessant diese Orgel anhand der original Pläne studieren zu können, die hier zum ersten Mal veröffentlicht werden und es ist schon etwas Großartiges aus der Feder eines bedeutenden Musikers der damaligen Zeit, dessen Eindrücke über diese Orgel und der Orgelbauanstalt Walcker zu erfahren, der dieses Instrument in der Werkstatt in Ludwigsburg besucht hatte. Es handelt sich hier um Alexander Wilhelm Gottschalg (1827-1908) thüringischer Kantor, Organist und Komponist, der nicht nur Schüler bei Franz Liszt war, sondern diesem auch beim Komponieren half. Liszt hatte über Gottschalg geäußert: „Wenn ich selbst einmal zur Legende geworden bin, wird Gottschalg mit mir fortleben“.
Jener Gottschalg berichtet nun über Ludwigsburg als dem „Mekka Deutscher Orgelbaukunst“ dem er schon lange einen Besuch abstatten wollte und nun am Bahnhof von Carl Walcker abgeholt wird. Gottschalg berichtet über die Aufstellung der Orgel, über Klänge bereits eingebauter Register und über die Spielart mit den „pneumatischen Maschine“ sprich „Barkerhebel“. Noch nie hat er diese Zukunftswindladen in solch vortrefflicher Vollkommenheit gesehen, als hier bei Walcker. Er geht auf Details ebenso ein, wie die „alten Messingfedern“, die ja nun bei den Kegelventilen nicht mehr notwendig sind, oder er beschreibt die von Walcker erfundenen Stimmrollen – schieber- und Nägel. Wichtig natürlich für uns heute sind seine Beschreibungen der Klänge, die uns direkt zu den Vorstellungen der romantischen Komponisten führen. Er freut sich, dass bei seinem ersten Ausprobieren alle fünf Brüder sich langsam einfinden: Heinrich, Friedrich, Karl, Paul und Eberhard. Und damit haben wir eine wohl eine nicht nur für Walcker- und Nachfahren historisch bedeutende Stunde des Deutschen Orgelbaus erwischt, sondern wohl eine Darstellung über den Deutschen Romantischen Orgelbau, wie es das nicht oft gegeben hat.
Dieser Bericht jedenfalls hat mich soweit motiviert, diese ganzen Unterlagen mit Disposition und Beschreibungen abzufassen. Was nicht wenig Arbeit war. Erhöhte Motivation auch, weil es eben mit dem Umstand verbunden war, dass diese Orgel heute noch vollständig existiert.

1901
Die Tatsache, dass man die Pistonbälge (Kastenbälge) im Jahre 1901 gegen Magazinbälge und Tretgebläse ersetzte, ist allerdings heute als bedauerlich zu verzeichnen, weil diese Pistonbälge mit Schrittmotoren recht gut zu betreiben wären. Im Gutachten von Prof. Dr. Schütz steht, es handle sich um 9 Pistonbälge, die von 3 Männern betreiben worden wären, was offensichtlich falsch ist. Auf unserer Zeichnung sind es 6 Bälge, die tatsächlich von 3 Mann gut betrieben werden könnten.

1914
Wurde die Mechanik zum Betrieb des Gebläsemechanismus wegen Lärm und Abnutzung entfernt und ein Meidinger-Gebläse wurde eingebaut.

1917
Kriegsbedingte Entfernung der Prospektpfeifen

1944/45
Bombenangriff und Schäden an der Orgel

1995/96 Restaurierung der Orgel durch Klais, Bonn

Links zu weiteren Dokumenten:
Disposition der Orgel nach Opusbuch Walcker
Bericht von Alexander Wilhelm Gottschalg aus dem Jahre 1878
Spieltisch der Orgel
Die Walcker-Orgel in der Wiener Votivkirche

Bericht von Herrn Pierre-F.Baron über diese Orgel aus 2006

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Dokument Prof. Dr. Schütz
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Bilder der Zeichnungen

schematischer Grundriss zur Orientierung
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Grundriss mit Pistonbälgen (die jetzt nicht mehr vorhanden sind)
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Schnitt durch HW und Pedal
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Schnitt durch II.Manual und Piano Pedal
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gwm

Die Riesenorgel von Breslau

Dezember 9th, 2009

So lautete der Titel einer Schrift, die Paul Walcker sen. verfasst hatte, und mit der er vielleicht seinem Neffen Oscar Walcker nach Ludwigsburg “winken” wollte, hier in Breslau haben wir die GRÖSSTE ORGEL EUROPAS, respektive Deutschlands, und nicht, wie einige Jahre zuvor gedacht in Hamburgs Michaeliskirche.
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Die Orgel in der Jahrhunderthalle in Breslau wurde als Opus 1160 im Jahre 1913 von der Firma Sauer, Frankfurt/Oder gebaut, mit 187 Register, verteilt auf Haupt(I.-III.M.und P.)- und Gegenorgel(V.Manual). Ein weiteres Werk sollte mit 13 Hochdruckregister (auf dem IV.Manual) kräftig Dampf machen.
Was für Sauer eine enorme Herausforderung war, es war nämlich seine erste elektrisch gesteuerte Orgel, während Walcker doch schon ein gehöriges Maß an Erfahrungen mit dieser Technik sammeln konnte.
Dieser Herausforderung konnte Sauer dadurch begegnen, da der Sohn Paul Walckers, Paul Walcker jun., Regierungsbaumeister und Dipl. Ing der Elektrotechnik war. Jener Paul Walcker jun. hat dann auch die Schrift ” Die direkte, elektrische, funkenfreie Orgeltraktur” verfasst, die vieler Ort zur Auffassung veranlasste, zu glauben, es handle sich um das Novum einer direkten elektrischen Traktur.
Das ist ein Irrtum, wir haben es hier genau genommen mit einer elektropneumatischen Taschenlade zu tun, die allerdings alles, was es bisher in Europa an elektrischen Orgelverkabelungen gab, in den Schatten stellte. Tatsächlich aber hat Paul Walcker hier erstmals bei Orgelmagneten Funkenlöscher eingeführt, was Kontaktabbrand reduzierte. Wie man auf dem 2. Spieltischbild sieht, sind sogar noch pneumatische Bälge im Spieltisch, welche die Kontaktrechen bewegen - also muss in den Spieltisch, wie in in der Heidelberger Stadthallenorgel von Voit, noch Wind eingebracht werden.
So wurden im Spieltisch und Koppelschrank 3.351 Platinspitzkontakte, 2.528 Silberdrahtkontakte verwendet. Der gesamte Verdrahtungsaufwand lag bei 25.000 Lötstellen. Und da die Lichtmaschinen noch nicht in der Lage waren für den Riesen genug schwankungsfreien Gleichstrom zu liefern, waren noch gewaltige Akkumulatoren-Batterien zwischengeschaltet, die man nach 8 Stunden Orgelbetrieb aufladen musste. Nach meinen Informationen wurde bereits ein Jahr später das gesamte Kontaktmaterial mit Akkus ausgewechselt.
Die Orgel wurde von Karl Straube vom 20.-24. Sept. 1913 eingeweiht. Begonnen mit Mahlers Sinfonie Nr. 8, wo eine Orgel benötigt wird - beendigt mit Liszt, Franck und Max Reger’s für diese Orgel geschaffene Auftragskomposition: Introduktion, Passacaglia und Fuge e-Moll, op. 127.
Paul Walcker sen. erhielt von seiner Majestät Kaiser Wilhelm für diese Leistung den Roten Adler-Orden IV.Klasse verliehen. Rund zehn Jahre vorher bekam Paul für die Berliner-Dom-Orgel den Kronenorden ebenfalls vom Kaiser. Und von der Majestät der Kaiserin gar eine prachtvolle Vase aus der Königlichen Porzellanmanufaktur.
Die Orgel wurde auf einer Fläche von 260qm aufgebaut, Breite 22m, Höhe 15m, Tiefe 15m, und wog 51 Tonnen. Sie wurde mit 11 Eisenbahn- Waggons transportiert. Der Wind wurde von einem 12PS-Motor betrieben, dessen Ventilator 160 cbm Wind erzeugte (also meine Faustformel 1 Reg= 1 cbm, weil das Gegenwerk einen weiteren Motor hatte, eine Rechnung also, womit man bei den heutigen Ventilatoren etwas Sicherheit hat, wenn Sub- und Superkoppeln und vor allem weite Register versorgt werden müssen). Dieser Ventilator brachte 350mm WS Druck.
Die Orgel wurde von Straube außerordentlich gelobt.

Hier das Bildmaterial:
Disposition 2 Blätter
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Spieltisch:
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Orgelschnitte:
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Pfeifenwerk und Windladen schlummern heute noch in mehreren Kirchen Breslau’s.

gwm

ergänzender Link (besonders interessant zur Elektrotechnik)
“Zeitschrift für Instrumentenbau” Jg 1913

Quellen:
Paul Walcker “Die direkte, elektrische, funkenfrei Orgeltraktur” erschienen 1914 FfO
Hans Joachim Falkenberg ” Die Orgelwerkstatt Wilhelm Sauer”1998, Kleinblittersdorf
Einzelblatt der Firma Sauer “Breslau, Jahrhunderthalle” 1914
Orgelprospekt der Firma Sauer, Oscar Walcker, 1930
Verzeichnis Erbauter Werke von Wilhelm Sauer 1913
Paul Walcker sen. “Die Riesenorgel von Breslau”

Walcker Spieltische mit Akanthusranken

Dezember 2nd, 2009

Dieser Blog soll eine Ergänzung zu unserer Spieltischseite sein, wo jene Spieltischtypen etwas unterrepräsentiert sind, die hier beschrieben werden:
Die Akanthusblätter, die wie ein Siegeslorbeer um das Haupt der Orgel, dem Spieltisch, sich ranken, war sicher ein interessantes Motiv für die durchaus national gesinnten Bürger in Hamburg, wo jener Ausgang für mehrere Spieltischgestaltungen sich entwickelte. Wir haben also den Spieltisch Op. 1700, der 1912 gebaut wurde und wo diese ausschweifende Blattgestaltung am ausgiebigsten verwendt wurde.
Akanthusblätter werden seit etwa 450 vor Chr. bei griechischen Tempeln verwendet. Dort nicht nur am Korinthischen Kapitel sondern z.B. auch in Palmetten-Friesen wie im Erechteion, Athen. In der römischen Antike wurden diese Blattformen noch wuchernder eingesetzt.
Seit Renaissance und Klassizismus, und vermehrt im Neoklassizismus werden solche Gestaltungen vielleicht ihrer bewegenden Dynamik wegen immer wieder an Orgelgestaltungen als Ornament verwendet.
Das erste Foto, welches im Walcker-Katalog 1914 enthalten ist, zeigt den Hamburger Spieltisch samt Orgelaufbau in Ludwigsburg (1911-12).
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Weitere Spieltische mit dieser Blattgestaltung fand ich gefertigt für Malmö (zwei mal)
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Und nun ist eigentlich interessant, dass diese Form der Spieltische hauptsächlich nach dem I.Weltkrieg Verwendung fand, vor allem im Ausland, und damit das Argument, es handle sich um ein schönes nationales Feier-und Siegessymbol so nicht sein kann.

Hier also zunächst Stockholm, dann Barcelona
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Der Spieltisch für Rotterdam (jetzt Doesburg) kann ein paar Blogs weiter unten gesehen werden.

Hier haben wir noch zwei sehr stark abstrahierte Akathus-Spieltische, Recklinghausen und Bonn
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und hier einen Spieltisch der für Oslo bezeichnet war, was aber nicht sein kann, also unklar wohin er eingebaut wurde, denn Oslo haben wir rechts daneben.

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Die Steinmeyer-Orgel im Vereinshaus der I.G.Farben, Ludwigshafen, 1929, 92 Register+6Tr

November 20th, 2009

Diese Orgel (Op. 1450) muss schon sehr beeindruckend gewesen sein. Es war bis dato die zweitgrößte Orgel von Steinmeyer, und wer die Disposition liest, merkt rasch, dass hier nicht nur eine Orgelbewegung stattgefunden hat, sondern, dass hier schon die Orgeln Sinzig und Köln des Herrn Bares teilweise vorweggenommen wurden.
Was mich als Orgelbauer sehr fasziniert hat, waren die Abbildungen in diesem Einweihungsheft, das mir bei der Neuorganisation meiner Orgelliteratur in die Hände fiel. Sehr logische und handwerklich hervorragend gemachte Windanlage. Bilder vom Xylophon und Röhrenglockenton zeigen, dass Steinmeyer durchaus konstruktiv gedacht hat und teilweise völlig andere Konstruktionsprinzipien als Walcker verwendet hat.

Ein sehr lehrreiches Beispiel für den süddeutschen Orgelbau aus anderer Perspektive.

Disposition:
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Hier Bilder direkt aus einer Orgel, die leider nicht mehr existiert.

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gwm

Die Walcker-Orgel Opus 1855 gebaut für Rotterdam, jetzt in Doesburg

November 14th, 2009

Die Walcker-Orgel Opus 1855 gebaut für die Nieuwe Zuiderkerk in Rotterdam 1914-16, IV/64+11, umgestellt 1969/72 (Jos. Vermeulen, Alkmaar) in die Martinkerk in Doesburg.
Diese Orgel stellt eigentlich das einzige spätromantische Werk Oscar Walcker’s dar, das heute noch etwas von seinen Vorstellungen über Monumentalorgeln erahnen lässt. Das weitgehend vollständig erhalten ist, und man kann so dieses Instrument, wie es Paul Peeters und Hans Fidom in Ihren Beiträgen getan haben, als die kleine „Michaelisorgel“ bezeichnen, womit gesagt sein soll: „die Klänge der großen Hamburger Walcker-Orgel, ehemals in der Michaeliskirche aufgebaut, sind nicht vollständig verloren, wir finden sie wieder durch dieses Instrument.

Diese Orgel ist uns sehr wichtig, weil die Holländer hier etwas geschafft haben, was bei uns in Deutschland, wo Walcker ja weitgehend tätig war, nicht im Geringsten möglich war. Nur im Ausland haben wir noch die Möglichkeit große Walcker-Orgel anzutreffen, die erstens gut restauriert wurden und zweitens meist umfassend erhalten sind. Die drittens auch intensiv genutzt werden, wie hier in Doesburg eine umfassende CD-Produktion zeigt.
Ich stelle hier drei CD’s vor, die wahrscheinlich nicht mehr am Markt sind, dafür aber wieder neue.
Die Geschichte dieser Orgel ist etwas unglaublich abenteuerliches: sie wird mitten im Ersten Weltkrieg in Holland von dem Orgelbauer Hermann Langenstein in Rotterdam eingebaut. (Ein Glück, dass die Holländer während dem ganzen Krieg Neutralität bewahrt haben!). In den 1960er Jahren wird sie aus Rotterdam hinauskomplimentiert und durch persönlichen Einsatz eines Ingenieurs nach Doesburg gerettet.
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Von Langenstein habe ich in meinem Archiv sieben Postkarten gefunden, die er während der Montage aus Rotterdam nach Ludwigsburg geschickt hat. Das sind historisch sehr interessante Sachverhalte, die er hier schildert, und ich vermute, viele Monteure bei Walcker, die das lesen würden, sie würden nicht nur ihre Geschichten dort wieder finden.
Paul Peeters schreibt in seinem Artikel (Die „Nederlands Organisten Vereniging“ und die Orgelreformbewegung des 20.JH – in ASPEKTE DER ORGELBEWEGUNG 1995), dass sowohl die Anlage der Hamburger Michaelisorgel der Doesburger Orgel sehr ähnlich ist. Er nimmt Bezug auf den Spieltisch, das Fernwerk, sowie auf den Umstand, dass auch hier nur bestes Material Verwendung fand und so keine einzige Zinkpfeife in dieser Orgel zu finden ist. Beide Orgeln wurden ja von großzügigen Spendern finanziert, die ausdrücklich nur hervorragende, beste Qualitäten forderten.
Weiter findet sich bei Paul Peeters Beitrag der Hinweis, dass sowohl in Hamburg wie auch in Doesburg die Bezeichnungen „Silbermann-Mensur“ verwendet wurden. Das ist auch in den entsprechenden Werkbüchern (Opusbüchern) bei Walcker nachzulesen. Man muss allerdings berücksichtigen, dass hier die Messungen, die wohl Oscar Walcker selbst vorgenommen hat, auf Grund von falschen Voraussetzungen durch Albert Schweitzer und Emile Rupp, stattgefunden haben, und so die Mensuren Wetzels in die Mensurbücher der Firma Walcker als „Silbermannmensur“ Eingang gefunden haben (nachzulesen u.a. bei Markus Zepf „Praetoriusorgel“)

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Nachdem Disposition und Darstellung dieser Orgel ab 1916 (die halbe Welt befand sich bekanntlich zu dieser Zeit im Stellungskrieg mit Deutschland. Die Niederlande blieben im Ersten Weltkrieg offiziell neutral und konnten sich auch aus dem Krieg heraushalten. Sie hielten ihre Truppen aber dennoch bis zum Kriegsende mobilisiert und hatten überdies mit einer großen Flüchtlingswelle aus dem von Deutschland besetzten Belgien zu tun. Nach dem Ersten Weltkrieg gewährten die Niederlande dem bisherigen Deutschen Kaiser Wilhelm II. Exil.) in HET ORGEL veröffentlicht wurde, gab es in den nachfolgenden Ausgaben verschärfte Diskussionen, warum diese Orgel bei einer deutschen Firma gekauft wurde. Dabei hat sich herausgestellt, dass dies ein ausdrückliches Anliegen des Stifters Bos gewesen ist, der auch in den Postkarten des Orgelbauer Langenstein erwähnt wird.
Die komplette Orgel besteht aus 3 Kegelladen und 13 Hängebälgladen mit elektropneumatischer Traktur. Es befinden sich 5415 Pfeifen in der Orgel weitgehend aus 75%iger Zinnlegierung und Holzpfeifen aus Oregonpine. Windladenkonstruktion und Orgelanlage sind gut erkennbar am Schnitt der Rotterdamer-Orgel, der 1916 von Hermann Besselaar in seinem Buch „Het orgel der Nieuwe Zuiderkerk de Rotterdam“ veröffentlicht wurde.
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Quellen:
Hermann Besselaar, 1916, „Het orgel der Nieuwe Zuiderkerk de Rotterdam“
Hans Fidom, 2002, Diversity in Unity – Discussions on Organ Building in Germany between 1880 and 1918, Seite 236
Paul Peeters, 1995, in Aspekte der Orgelbewegung, Die „Nederlands Organisten Vereniging“ und die Orgelreformbewegung des 20.JH
Jan Jongepier, 1991, Text über die Orgel in Doesburg wurde in zwei nachfolgenden CD’s verwendet.

CD’s
Zsuzsa Elekes auf der Walcker-Orgel-Grote of Martinkerk Doesburg (Reubke, Karg-Elert)VLS VLC0694
Het Walcker-Orgel in der Grote of Martinkerk te Doesburg, Jan Jongepier spielt Reger und Rheinberger VLS VLC0292
100 Year Organ Music from the Netherlands - Pieter van Dijk spielt auf der Walcker-Orgel in Doesburg Gerard Bunk „Legend opus 29 (1908)

Bildmaterial:
die Karten des Orgelbauers Langenstein während der Montage nach Datum sortiert:
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hier Bilder und Texte aus den CD’s:
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gwm

ERGÄNZUNGEN 15.11.09

Sehr geehrter Herr Walcker,
anbei einige Ergänzungen zum Text auf Ihrem Walcker-Blog:
Es gibt noch ein ganzes Buch, das dieser Orgel (ihr Umfeld, ihre Musik und ihre Rezeption) gewidmet ist:
Willem Jan Cevaal, Hrsg. Orgelreform in Nederland. Het orgel van de Grote of Martinikerk te Doesburg. Vol. 5, Nederlandse orgelmonografieën. Zutphen: Walburg Pers, 2003, 304 S.
In den Jahren 2003-2004 hat Flentrop die Orgel überholt (Taschen und Membranen wurden wo nötig ersetzt, Zungenstimmen instandgesetzt und die Intonation einiger Stimmen nachgesehen). 1999 wurde der Spieltisch bereits von Flentrop restauriert.

http://www.flentrop.nl/restauratie/doesbu_mart_grot.html

Eine komplette Diskographie in chronologischer Reihenfolge findet sich auf www.martinikerkdoesburg.nl/ ; klicken Sie auf Walckerorgel, dann auf Discografie. Dazu kommt dann noch die neueste Einspielung von Zsusza Elekes mit Werken Ungarischer Komponisten:

- CD Zsusza Elekes speelt werken van Hongaarse componisten op het Walcker-orgel
€18,50 incl. verzendkosten. Bestellen info@martinikerkdoesburg.nl

Mit freundlichen Grüßen,
Paul Peeters

—————————-
Sehr geehrter Herr Walcker-Mayer,

Als weitere Ergänzung zu den auf Ihrem Blog gegebenen Informationen zur Walcker-Orgel in Doesburg möchte ich auf die Website von Christine Kamp aufmerksam machen, die ebenfalls in Doesburg eine CD eingespielt hat und dieser Orgel eine umfangreiche Galerie mit vielen Detailaufnahmen des Spieltischs gewidmet hat:
<http://www.xs4all.nl/~twomusic/concerts/Doesburg/Doesburg.html>
Da erahnt man, welche Schnitzkunst am Hamburger Spieltisch angewandt wurde!

Ebenfalls für Sie von besonderem Interesse scheint mir die Galerie zur Sauer-Orgel in Hermannstadt. Dort auch zahlreiche Bilder vom Inneren der Orgel.
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Die Walcker-Orgel Opus 1747 in Wildervank, Bj 1913, II/24

November 4th, 2009

Dass die Holländer ein begeistertes Volk von Orgelliebhabern sind, das wissen wir nicht erst seit “Hertogenbosch und Nijmegen” oder jener sagenhaften Orgelgestalt in der Bravokerk in Haarlem, sondern wir wissen auch seit der Umstellung der Walcker-Orgel von Rotterdam nach Doesburg, dass dort die stellvertretende “Hamburger Michaeliskirchenorgel” steht, die vor knapp 8 Jahren von Flentrop restauriert wurde und über die ich in einem der nächsten Blogs berichten will.
Sondern wir wissen auch, dass es ein paar kleinere Spätromantiker gibt, die bei uns in Deutschland längst ausgetrieben wurden.
Neben “Meppel” also gibt es noch die Orgel in Wildervank, die im Jahre 2001 von de Wit & Zin repariert und gerichtet wurde. Unklar ist allerdings, wie weit man den Umbau im Jahre 1962 wieder zurückgenommen hat auf die Erbauungszeit 1913 hin.
Ein neuer elektrischer Spieltisch wurde dazu gebaut, der unten vor dem Altar dem Organisten ein besseres Hörgefühl vermitteln soll. Der alte Spieltisch, auf linker Seite am Orgelgehäuse angebaut blieb belassen. Unklar ist, ob dieser rein pneumatische Spieltisch noch irgendwelche Funktionen hat. Denn ein Bild besagt mir, dass man wohl die pneumatische Spieltraktur beseitigt hat, obwohl man bei Besprechungen im Jahre 1999 mit Walcker diese Orgel sowohl pneumatisch als auch elektrisch spielbar machen wollte.
DISPOSITION DER ORGEL von 1913 und Änderung im Jahre 1962: 1747.pdf

Die nachfolgenden Bilder stammen alle vom
Organisten Herrn WIM DE OLDE:
1747_wildervank_00.JPG 1747_wildervank_00_1.JPG 1747_wildervank_00_21.JPG 1747_wildervank_00_41.JPG 1747_wildervank_00_5.JPG 1747_wildervank_00_6.JPG 1747_wildervank_00_7.JPG 1747_wildervank_00_8.JPG 1747_wildervank_00_9.JPG 1747_wildervank_00_10.JPG 1747_wildervank_00_11.JPG 1747_wildervank_00_12.JPG 1747_wildervank_00_13.JPG

Am letzten Bild erkennen wir, dass vereinzelte Kunststoffschläuche verwendet wurden. Dieses Material kann man eigentlich nicht vertreten. Zum einen verändern sich die Eigenschaften während des Alterns und bei Temperaturunterschieden (das kann soweit gehen, dass der Querschnitt bei größerer Wärme halbiert wird und dann zuwenig Wind durchgeht) außerdem ist es ein völlig unästhetisches Material, das keine Entsprechung in dieser historischen Orgel hat.

Auf dieser Orgel wurden ein paar schöne Stück gespielt durch Sietze de Vries (http://www.sietzedevries.nl/), die den Klang der Orgel wunderbar wiedergeben und auch erkennen lassen, dass hier nicht ganz auf die alte Disposition zurückgefahren wurde.

improvisation_psalmensonate_a.mp3

improvisation_psalmensonate_b.mp3

improvisation_psalmensonate_c.mp3

improvisation_psalmensonate_d.mp3

Mendelssohn_Sonate 2a.mp3

Mendelssohn_Sonate 2b.mp3

Mendelssohn_Sonate 2c.mp3

Mendelssohn_Sonate 2d.mp3

Reger - Aus tiefer Not.mp3

Es wäre unbedingt zu begrüßen, wenn die scharfkantigen Aliquoten auf das alte Niveau kämen: Die Mixtur im HW war C=2-1 1/3-1; c0=2 2/3-2-1 1/3-1 etc.; das Cornett C= 4- 2 2/3- 1 3/5; ab c1= 8-4-2 2/3-2- 1 3/5 und ab gs3= 8-4; Das Cornett im SW hört sich wie ein Sesquialter an.
Die derzeitige Disposition ist mir aber nicht bekannt und wird hier gezeigt, wenn wir sie erhalten.

Ganz großen Dank an Sietze de Vries und Wim de Olde für Musik und Bildmaterial.

(gwm)