Archive for the ‘Windladen’ Category

Anmerkungen zur elektropneum. Kegellade

Freitag, Juli 6th, 2007

Die hier gezeigte Zeichnung stellt eine typische Walcker Kegellade da, wie sie tausendfach gebaut und heute natürlich auch von anderen Firmen noch in Betrieb sind.

Was diese Windladen alle gemeinsam auszeichnet ist, dass wir meist immer ein fürchterliches Klappern bei Betätigen der Tasten hören. Dies hängt hauptsächlich mit der Bewegung der Hebelmagnete zusammen, aber auch der Membranen.

2007-07-06_133116.jpg Zeichnung mit einer Kanzelle

Sehr gut geeignet hat sich hier, umfassende Schalldämpfung mit entsprechenden Schaumstoffen oder Filz an den Magnetkästen vorzunehmen. Dazu sollten, wie auf der Zeichnung vermerkt statt Lederdichtungen an den Konterventilscheiben, nur dicke, weiche Filzscheiben verwendet werden. Alle diese Maßnahmen reduzieren den Geräuschpegel auf sehr niedere Werte.

Wichtig für alle Organisten, die sich immer wieder mal wundern, warum ihre Lade den so ausgesprochen laut ist. Diese Maßnahmen müssen alle paar Jahre (schätze mind. alle 10Jahre) erneuert werden, weil dann die Filzscheiben verhärtet sind durch Umwelt-Feuchtigkeit und Einschlagen. Diese neuen Filzscheiben kann man auch selbst schnell einbringen, – der Effekt ist umwerfend! (auch wenn keine schallisolierenden Kästen um die Magnete gebaut wurden)
(gwm)

Kegellade + Hängebälgladen Transmission

Samstag, Juni 9th, 2007

Es gab auf Grund des vorangegangenen Artikels einige Nachfragen, die mir klar machten, dass man diese Kegelladen-Transmission nicht verstand. Daher habe ich das auf einer Walcker-Zeichnung aus 1906 einskizziert. Wichtig ist, dass diese Transmission nur bei Bälgchen geht und nicht bei Membranen:

zeichng0001.JPG

Ist die Eisenwelle auf dem Bälgchen, also das Pedalregister ausgeschaltet, dann kann über die Bohrung zum Bälgchen Wind fliessen, ohne dass das Bälgchen den Kegel heben kann. Entscheidend ist, dass sowohl Pedal wie Manual immer den gleichen Kegel heben und auch wenn beide geschaltet sind, keine Windprobleme auftreten können. Daher ist diese Transmissionsgestaltung die absolut sicherste. (Vielleicht finden es einige Hamburger Freunde, die vergleichbare Probleme kennengelernt haben.)

Heute, am 13.Juni haben wir noch eine ganz exquisite Hängebälgladen -Konstruktion dazu gestellt (als PDF). Soetwas kann man nur machen, wenn es sich um keine Registerkanzelle handelt. Wo also beständig Wind in der Kanzelle ist. Das Hängebälgchen hat zwei Schwachpunkte: die Feder darf das leder nicht berühren wegen Oxidationsgefahr. Auch hier hat man ein ausgeglichenes Windsystem, da nur ein Ventil für die Pfeife zuständig ist. 1544_transmiss.pdf

Weitere Literatur Kegellade EFW.pdf

(gwm)

Taschenlade Schnittzeichnung

Donnerstag, Juni 7th, 2007

Für mehrere Aufträge haben wir hier eine erneuerte Zeichnung nach einer Normzeichnung aus 1932 gefertigt, die hier als Bild gezeigt wird. Damit wollen wir gleichzeitig auf ein allbekanntes Problem bei Walcker-Taschenladen hinweisen, das bei verschiedenen Konstruktionen auftaucht.

Betrachtet man die nachfolgende Zeichnung, erkennt man auf der rechten Seite eine Transmissionseinrichtung. Auf der rechten Seite ist eine Tasche fürs Pedal, gegenüber steht eine Tasche des Manuals. Beide Taschen bedienen ein und dieselbe Pfeife mit Wind.

Das funktioniert mässig, solange nur eine der Taschen in Funktion ist. Sind beide eingeschaltet kommt es zu Problemen, weil der Rückschlag-Karton zu flattern beginnen kann oder zuviel Wind an die Pfeife kommt. Es ist dann Intonation und Stimmung beeinträchtigt.

Daher hat Walcker Transmissionsladen ab etwa 1934 nicht mehr in Taschenladenform ausgeführt sondern auch in typischen Konzertsaalorgeln die Transmissionsladen mit Kegelladen gemacht. Hier wird einfach auf die Bälgchen, welche die Kegel steuern eine Eisenwelle gelegt und damit mechanisch ein- und ausgeschaltet.

taschenlad_gwm.jpg

(gwm – erstmals mit Vista: Oh Herr- vergib ihnen!)

hier noch der Link zur Hauptseite der Taschenladen

Kegel- und Taschenladen von Walcker

Montag, Mai 28th, 2007

sind wohl die wichtigsten Windladen die in Zukunft restauriert werden. Bei Walcker haben wir hierzu seit über hundert Jahren Tabellen, aus denen je nach Register und Teilung die genauen Taschen- und Membranen- also die zu erneuernden Teile – tabellenmässig herausgelesen werden können.

Diese Liste habe ich in eine Excel-Tabelle übertragen, die nach Eingabe der Bohrklasse des Registers- alles weitere errechnet. Für leidgeprüfte Orgelbauer hier eine PDF-liste, die sie für sich selbst weiterinterpretieren können.

kegel_taschenlad.pdf

Hierzu sind noch die von Walcker verwendeten Maßskizzen wichtig:

pic.JPG   pic0001.JPG   pic0002.JPG   pic0003.JPG
(gwm)