über Walcker Orgelbau

9.7.2009

pneumatischer Spieltisch - Walcker-Orgel Bad Nauheim

Abgelegt unter: WalckerOrgeln Gesuche, Spieltische, Allgemein — gewalcker @ 21:40

Diese Orgel erfreut sich immer noch größter Beliebtheit - weil: in dieser Orgel erhebliches Pfeifenmaterial aus der Walcker-Orgel Op 1143 stammt, gebaut 1905 III/42, und sie würde sich sehr viel mehr Maß an Beliebtheit erfreuen, wenn sie noch ihre pneumatische Traktur und ihre originale Disposition aus dieser Zeit hätte. In dieser Beziehung wird es in Deutschland vielleicht noch 30 Jahre dauern, bis man sich aus alten Zwängen befreit hat.
Es ist durchaus nicht verwerfenswert zu sagen, dass heute kaum noch eine größere Orgelfirma in der Lage wäre, diese pneumatischen Instrumente zeitrichtig zu restaurieren bzw. gar neue solche Orgeln herzustellen, denn es gibt dafür kein Geld und keine Klientel. Dennoch gibt es Auffassungen, die respektiert werden sollten und es gibt bereits einige interessante Organisten, die aus dem heutigen Einerlei herausbrechen wollen.
Dafür stellen wir diesen hochinteressanten Spieltisch, sogar mit Organola gebaut, aus der Durchschnittzeichnung der Orgel in Bad Nauheim vor. Denn diese Spieltischseitenansicht zeigt, dass sehr wohl solche Spieltische elegant und freistehend geplant werden konnten - und die auch fast 60 Jahre gespielt wurden, ehe die deutsche Nachkriegsvernichtung zuschlug.
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gwm

9.6.2009

Die Walcker-Orgel in Untersimonswald, Op.488 - Baujahr 1888

Abgelegt unter: WalckerOrgeln Gesuche, Spieltische, Allgemein — gewalcker @ 19:13

Diese Bildsammlung samt Disposition stammt wieder von Andreas Strittmatter, der uns damit hilft gerade diese Zeit, aus der wir nur wenige Instrumente haben, etwas näher zu bringen. Interessant ist, dass diese Orgel noch mit einem Kastengebläse a la Eberhard Friedrich Walcker ausgestattet ist. Ich werde versuchen die Originaldisposition zu finden und dann ergänzend diesem Blog anheften. In jedem Falle sehr interessante Bilder, die viele wichtige Details offenbaren.
Jetzt nun mal den Momentanzustand, am Ende die Bilder:

Untersimonswald – Katholische Kirche
St. Sebastian
E. F. Walcker & Cie. – 1887 – Opus 488

Disposition (Stand 2009)

Manual I

Bourdon 16’
Principal 8’
Floete 8’
Gemshorn 8’
Octav 4’
Rohrfloete 4’
Octav 2’
Quinte 2 2/3’
Mixtur 5f. 2 2/3’
Trompete 8’
Calcant (stillgelegt)

Manual II

Geigen-Principal 8’
Liebl. Gedeckt 8’
Salicional 8’
Flauto dolce 4’
Waldflöte 2’
Zimbel 3f. 1’

Pedal

Violonbass 16’
Subbass 16’
Violonbass 8’
Choralbass 4’
Posaunenbass 16’

Kollektivtritte: Piano, Forte, Tutti

Koppeln:
II – I
I – P
II – P

Besonderheiten

Koppeln als Druckschalter zwischen den Manualklaviatiaturen

Treteinrichtung für Windversorgung durch einen Balgtreter erhalten

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Walcker-Orgeln der 50erJahre in Pforzheim

Abgelegt unter: WalckerOrgeln Gesuche, Allgemein — gewalcker @ 18:38

Diese Orgeln der Firma Walcker aus den 50er Jahren möchte ich deswegen vorstellen, weil ich dahinter die “milden” Klänge vermute, die ich bisher aus den Jahren meiner Kindheit an solchen Instrumenten vorgefunden habe und die ich (eher in der Romantik als im Barock beheimatet) als durchaus erhaltenswert einstufen würde.
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Auferstehungskirche in Pforzheim (II/27 ,m/e, Opus 3558 Bj 1956)
Dispo lt. Registerstaffelei
Pedal
1. Subbass 16’
2. Oktavbass 8’
3. Violflöte 8’
4. Choralbass 4’
5. Posaune 16’
6. Engtrompete 8’
I.Manual
7. Rohrpommer 16’
8. Prinzipal 8’
9. Rohrflöte 8’
10. Oktave 4’
11. Holzgedackt 4’
12. Nasard 2 2/3’
13. Blockflöte 2’
14. Mixtur 5f 1 1/3’
15. Solotrompete 8’
16. Clarine 4’

II.Manual
17. Quintade 8’
18. Grobgedackt 8’
19. Salizional 8’
20. Nachthorn 4’
21. Engprinzipal 4’
22. Sesquialter 2f.
23. Oktave 2’
24. Spitzquinte 2 2/3’
25. Zimbel 3f.
26. Krummhorn 8’
27. Tremolo

Pforzheim, Markuskirche (III/27, m/e, Opus 3559, Bj 1957)
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Dispo lt. Registerstaffelei
Pedal
1. Untersatz 16’
2. Oktavbass 8’
3. Gedackt 8’
4. Choralbass 4’
5. Rauschwerk 2f. 2 2/3’
6. Posaune 16’

Rückpositiv I.Man.
7. Singend Gedackt 8’
8. Quintatön 4’
9. Superoktav 2’
10. Spitzquinte 1 1/3’
11. Terzflöte 1 3/5’
12. Scharffmixtur 3f. ½’
13. Krummhorn 8’
14. Tremolo

Hauptwerk II.Man.
15. Rohrgedackt 16’
16. Engprinzipal 8’
17. Holzgedackt 4’
18. Prästant 4’
19. Quinte 2 2/3’
20. Waldflöte 2’
21. Mixtur 4-5f. 1 1/3’
22. Spitztrompete 8’

Brustwerk III.Man.
23. Holzflöte 8’
24. Weidenpfeife 8’
25. Prinzipal 4’
26. Blockflöte 2’
27. Zimbel 3-4f. 1’
28. Rohrschalmey 8’
29. Tremolo

4.6.2009

Feste Kombinationen in pneumatischen Orgeln - Walcker-Orgel in Tomintoul

Abgelegt unter: Tomintoul, Restaurierung, WalckerOrgeln Gesuche, Allgemein — gewalcker @ 20:22

Wie wurden Feste Kombinationen, Crescendo, etc. , bei pneumatischen Orgeln realisiert? Auf den einschlägigen Zeichnungen wird man nicht sofort schlau. Hier an dieser kleinen Orgeln im schottischen Tomintoul haben wir exemplarisch auf engstem Raum ein Musterbeispiel, das deutlicher kaum zeigen kann, wie es damals gemacht wurde:
Unter den Rückschlagventilen waren die Kanzellen der Kombinationen - horizontal auf dem nachfolgenden Foto - darüber die einfachen Rückschlagventile, in unserem Fall sind es drei. Eines pro Register für das Crescendo (violett), ein weiteres für Tutti(rot) und eines für die direkte Einschaltung (grün). Rückschlagventile waren deswegen notwendig, weil sonst das Register die Kombination aktiviert hätte.
Vertikal also war das Register angeordnet, das mit einem kleinen Kanal (siehe hinteren Deckel) zur Bleiröhre führte, die über ein Relais den Balg aktivierte, der wiederum die Kegelladenkanzelle unter Wind gesetzt hat.
Die Super-Koppel hat übrigens einen größeren Balg gestartet, der direkt auf dieses Kästchen montiert war und der die Eisenhebel der Keilbälgchen, die ausschließlich für die Betätigung der Superkoppel eingebaut waren, freischaltete.
tomintoul_feste_kombin.jpg

Hier noch die Seitenansicht dieser Registerwippen, die zeigt, mit welche stabilen Konstruktionen hier gearbeitet wurden:
registerwippe.jpg

gwm im Crofft-Inn (fast als einziger Gast, der still vergnügt ist, da der Hl. Antonius ihn endlich erhört hat)

3.6.2009

Die Walcker-Orgel Opus 382 in Pfaffenweiler, Baujahr 1880

Abgelegt unter: Dispositionen, WalckerOrgeln Gesuche, Spieltische, Allgemein — gewalcker @ 19:37

Hierzu wurden mir von Andreas Strittmatter Bilder und Dispo geschickt, die ich gerne hier zeige, und dem ich auf diesem Wege meinen besten Dank ausrichte.
Das zweimanualige Instrument von den Söhnen Eberhard Friedrich Walckers zeigt sehr gut die Beibehaltung seiner romanischen Gehäuse, aber auch, welche Änderungen 8 Jahre nach seinem Tod in der Dispositionsgestalt eintraten.
Die Orgel wurde später auf drei Manuale erweitert und stellt keine “Denkmalorgel” dar. Wer auf die Idee kam ein derartig “anti-walckerisches” III.Manual dazuzubauen, der sollte sich bitte melden. Das geht schon über die “Verbrechen” der 60er Jahre weit hinaus - oder man fasst es als eine Parodie auf.

Orgel:
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Spieltisch:
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Pfaffenweiler – Katholische Kirche St. Columba

E. F. Walcker & Cie. – 1880 – Opus 382

Manual I

Bourdon 16’
Prinzipal 8’
Floete 8’
Viola da Gamba 8’
Oktav 4’
Rohrfloete 4’
Mixtur 2 2/3’
Trompete 8’

Manual II

Geigenprincipal 8’
Lieblich Gedeckt 8’
Salicional 8’
Aeoline 8’
Flauto dolce 4’

Manual III (ergänzt)

Bourdon 8’
Flauto 4’
Cornet 2 2/3’
Cornet 1 1/7’
Clarinette 8’

Pedal

Violonbaß 16’
Subbaß 16’
Oktavbaß 8’
Violoncello 8’
Oktav 4’
Posaune 16’
Trompete 8’

Koppel II – I
Koppel I – P

Kollektivtritte: Piano, Forte, Tutti

hist. Ablauf

24. Januar 1880: Kostenberechnung für eine neue Orgel durch Walcker für 6650 Mark. Am 23. April aus Mitteln genehmigt, die durch den Verkauf von gestifteten Grundstücken von Josefa Senftenagel zusammenkamen.

8. August 1917: Kostenvoranschlag der Firma F.W. Schwarz in Überlingen über 338,50 Mark für die Lieferung von Ersatzpfeifen für beschlagnahmte Zinnpfeifen.

10. Oktober 1928: Kostenvoranschlag von Schwarz für Ersatz der billigen Kriegspfeifen.

September 1944: Erneute Ablieferung von Zinn-Orgelpfeifen für Kriegszwecke.

17. Februar 1960: Kostenvoranschlag über 4565 DM durch die Firma Gebr. Späth für Instandsetzung der Orgel mit Versetzung des Spieltischs und Umdisposition von sechs Registern. Umbau im Juli fertig.

1976 – 1978: Kirchenerweiterung bedingt vorübergehenden Ausbau der Orgel. Einbau lt. Kirchenführer in einem auf das Original zurückgeführten Zustand mit 26 (?) Registern auf zwei Manualen.

Nach 1983: Restaurierung und Erweiterung um ein drittes Manual.

gwm aus dem Crofft in den Highlands

hierzu Kommentare:
Hallo Herr Walcker, das “Anti-Wacker Gebilde” in Pfaffenweiler hat die Fa. H. Weber aus Engerazhofen 1998 gebaut. Ebenso wurden Pedal 4′ sowie die beiden Ped. Zungen und der Geigenprinzipal neu gebaut. Aeoline, Mixtur und Oktavbass 8 sind aus Lagerbeständen zusammengesucht. OSV war Hans Musch aus Freiburg. Quelle: Kirchenmusikalische Mitteilungen der Erzd. Freiburg Heft 43, Juli 1999 Unglaublich, dass man noch 1998 meinte eine für ihre Zeit an sich perfekte Orgel “verbessern” zu müssen. Wo war das Denkmalamt? Muss man das verstehen? Beste Grüße P. - Ich meine nein! - es ist einfach unverständlich, wenn man nahezu “stilreine” Instrumente mit einem solchen Zuckerguss an wesensfremden Elementen aufmischt, dann zerstört man eine tadellose historische Zusammenhängigkeit auf Kosten schnelllebiger Effekte - ewig gestrige Geistlosigkeit. gwm

Sehr geehrter Herr Walcker
Sie haben ja einen wirklich staunenswerten Internetauftritt, eine sehr interessante Reise durch Orgelwelten! Den Blog mit der Orgel von Pfaffenweiler habe ich zwischenzeitlich auch aufgetan.
Eine Information kann ich noch nachreichen: Die Sanierung und Rückführung in den Originalzustand 1978 wurde ebenfalls durch die Gebr. Späth durchgeführt, welche die Orgel mit II/17 angeben:
http://www.freiburgerorgelbau.de/restaurationen.php?restaurationen=1
Das würde die Vermutung bestätigen, daß bei der jüngsten Ergänzung nicht nur das dritte Manual zugefügt, sondern auch das Pedal erweitert wurde: Eine Trompete 8′ (keine Transmission) dünkt mich für eine Kegelladen-Landorgel für eine einst eher kleinere Kirche nämlich ebensowenig original wie eine Oktav 4′ im Pedal.
An dem “unwalckerischen” Zusatzmanual lassen Sie ja kein gutes Haar. Bei mir schlagen da zwei Seelen in der Brust: Der Freund möglichst authentisch erhaltener romantischer Orgeln gibt Ihnen vollkommen recht, der (nebenberufliche) Organist ist für das seltsame Einsprengsel wiederum nicht ganz undankbar. Allerdings ist die Clarinette fürchterlich penetrant intoniert. Eine durchschlagende Zunge hätte ich, wenn schon Erweiterung, für reizvoller erachtet … aber wahrscheinlich wollte man der Orgel ein paar “barocke” Töne einhauchen, ohne zu sehr in die Substanz einzugreifen. Leider war bisher nirgends zu erfahren, wer20dafür verantwortlich zeichnete.
Angespornt durch die ganze Angelegenheit werde ich morgen einen Ausflug nach Simonswald zu einer Walcker- und einer Kiene-Orgel unternehmen, zur Walcker-Orgel kann ich Ihnen gerne wieder Infos und Bilder schicken … AS

24.1.2009

Die Walcker-Orgel Opus 3589 in Cartago, Basilika, Bj 1956, 31 Register

Abgelegt unter: Costa Rica, WalckerOrgeln Gesuche, Allgemein — gewalcker @ 12:59

Diese Orgel ist die größte Walcker-Orgel in Costa Rica. Sie ist nach einer Reparatur von mir im Jahre 2007 teilweise spielbar.
Es handelt sich hier um eine Orgel mit elektropneumtischer Kegellade. Vor etwa 20 Jahren stand das Instrument nach Regen rund einen halben Meter unter Wasser, das hat den Kegel-Membranen den Rest gegeben. Aber bemerkenswert, auch diese Orgel ist komplett in Eiche gefertigt, weswegen kein Comejechen-Befall festgestellt wurde, und der Wasserschaden nicht grundsätzliche Zerstörung bewirken konnte, was man auf verschiedenen Bildern sehen kann. Daher kann nur ein Credo für südamerikanische Orgeln sein: Eiche, Eiche und nochmals Eiche!
Momentan wird diese Orgel teilweise im Gottesdienst eingesetzt, was aber durch erheblichen Schaden im Pfeifenwerk und Verstimmungen keinen angenehmen Eindruck hinterlässt.
Diese Kirche ist die berühmteste Kirche in Costa Rica. Hier werden jährlich im August über 3 Millionen Pilger aus ganz Amerika erwartet. Das Gebäude hat eine herrliche Architektur, sowohl außen wie innen. Sie hat ihren Namen von der Schutzheiligen des Landes. Die Fassade ist mit maurischen Bögen und kannelierten Pilastern und Engeln geschmückt. Das kusntvolle Kirchenschiff (siehe Foto) in Form eines doppelten Kreuzes besteht gänzlich aus Harthölzern (leider nicht wie die Orgel aus Eiche, weswegen dort schon Insektenbefall registriert wurde) und ist mit floralen Motiven bemalt. Parabelförmige Bögen ruhen auf kleeblattbekrönten Holzsäulen.
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Disposition:


I.Manual C-c’’’’ = 61 Töne

1. Principal 16’
2. Diapason 8’
3. Flauta 8’
4. Octava 4’
5. Piccolo 2’
6. Mixtur 4-6fach
7. Trompeta 8’

II.Manual im Schweller
8. Bourdon 16’
9. Flauto chimenea 8’
10. Gamba 8’
11. Principal 4’
12. Tapado 4’
13. Flauta de montana 2’
14. Quinta 1 1/3’
15. Oboe 8’
Tremolo

III.Manual im Schweller
16. Quintadena 16’
17. Corno de noche 8’
18. Viola 8’
19. Voix celeste 8’
20. Koppelflöte 4’
21. Principal 2’
22. Sesquialter 2 fach
23. Vox humana 8’
24. Clarin 4’
25. Campanas 20 notas
Tremolo

Pedal C-f’ =30 Töne
26. Contrabajo 16’
27. Subbajo 16’
28. Flauta bajo 8’
29. Pommer 4’
30. Posaune 16’
31. Trompete 8’

6 Normalkoppeln,
dazu
I Super, III/I Super
III/I SUB, III/II SUB, III SUB
III/II Super, III Super
2FK, P-MF- F-Tutti, Anulator
Crescendowalze und 2 Schwelltritte, Zungeneinzelabsteller

und hier weitere Bilder vom Orgelinneren:
cartago_basilica11.jpg cartago_basilica12.jpg cartago_basilica13.jpg cartago_basilica14.jpg cartago_basilica15.jpg cartago_basilica16.jpg cartago_basilica17.jpg cartago_basilica18.jpg cartago_basilica19.jpg cartago_basilica20.jpg cartago_basilica21.jpg

und hier die legendären Röhrenglocken, hier nennt man sie Campanas, die täglich durch das Kirchenschiff erschallen:
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gwm 24.1.09

21.1.2009

Die Walcker-Orgel Opus 3051 in Guadalupe-San José

Abgelegt unter: Costa Rica, Dispositionen, WalckerOrgeln Gesuche, Allgemein — gewalcker @ 19:38

Gebaut 1952 mit 20 Register auf elektropneumatische Kegelladen in die Kath. Kirche Ntra. Sra. de Guadalupe stellt diese Orgel ein ganz interessanten Typ dar, der mit 12 Achtfüssern kaum davon eine Ahnung hinterlässt, dass es gerade in Germanien sehr neobarock zugeht.
Diese Orgel die momentan unten neben dem Altar steht, soll noch dieses Jahr auf eine eigene Empore auf die Westempore gesetzt werden, wozu ich nachfolgende kleine Grafik erstellt habe:

30511.jpg

Die Dispo, vom Spieltisch abgeschrieben, liest sich also sehr Spät-Romantico:

Pedal C-f’ = 30 notes
1. Subbaß 16’
2. Contrabajo 8’
3. Flauta bajo 8’
4. Coral bajo 4’
5. Bombarde 16’
6. I / Ped
7. II / Ped

I.Manual C-g´´´= 56 notes
8. Bordon 8’
9. Principal 8’
10. Flauta 8’
11. Octaviante 4’
12. Quinta 2 2/3
13. Flautino 2’
14. Lleno 4-5h
15. Trompet 8’
16. II/I

17. Sub II/I
18. Super II/I
19. Sub II
20. Super II

II.Manual im Schweller
21. Geigenprincipal 8’
22. Tapado 8’
23. Viola 8’
24. Unda maris 8’
25. Ital. Principal 4’
26. Super Octaviante 2’
27. Oboe 8’
28. Tremolo

Tutti
Crescendo
2 combinationes libres
14 V =

Ja, man war sogar so s p ä t in seiner Romantik vernarrt, dass man wie auf folgenden Bildern ersichtlich ist, die einzige Mixtur radikal aus den Pfeifenstöcken rausgeworfen hat:
30515.jpg 30517.jpg 30516.jpg 30514.jpg

und hier noch zwei Bilder vom Inneren unter den Laden:

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gwm 21.01.09

9.3.2008

von Mahrenholz -und Jahnn-Mensuren

Abgelegt unter: Bukarest Op.2654, Dispositionen, WalckerOrgeln Gesuche — gewalcker @ 19:33

Kein Mensch weiß mehr, wie es zu den Mensurenbezeichnungen bei Walcker um 1925-1940 kam, als man Mahrenholz, Jahnn und Walcker- Bezeichnungen miteinander in den Büchern vermischte. Dies wird auch wahrscheinlich kaum noch auffindbar sein.
2008-03-09_121626.jpg
Aber anhand der Walcker-Orgel im Bukarester Atheneum wäre zumindest denkbar, dass man hier einige der Schemata anhand vorhandenen Pfeifenmaterials wieder rekonstruieren kann und mindestens eindeutige Bezeichnungen aus dem Opusbuch mit bestehendem Pfeifenmaterial in Einklang bringen kann. Dieses Ziel haben wir uns gesetzt.
Ein erster Schritt ist die hier veröffentlichte Mensurliste, wo es nur so von Mahrenholz- und Jahnn-Mensuren wimmelt.

Diese Liste wird mit tatsächlichen Werten in mm und Audiofiles erweitert.

bukarestmensuren.pdf

Interessante Prinzipalstruktur für alle, die solche Mensurblätter von Walcker zum ersten Mal lesen. Betrachten Sie den Principal 8 des HW der ab c eine sogenannte D-Mensur hat (c=88mm im Licht); nun sehe man auf den Octav 4′, der E-Mensur hat (also zwei HT enger ist) und betrachte man die Superoctav 2, sie hat natürlich Fs-Mensur (also wieder zwei HT enger). Und nun kann man schliessen, dass die Mixtur (ohne Mahrenholz oder Jahnn) der Regel nach Gs-Mensur hat. In Ausnahmefällen wurden Mixturen aber auch ein, zwei HT weiter als der 2′ gemacht, aber immer enger als der 4′.
Dieser Mensuraufbau der Principale war bei Walcker ab Orgelbewegung durchaus Usus, und zwar grundsätzlich auch bei der Nachkriegszeit, wo alle Mensuren sehr schematisch von Karl Bauer nach diesem Schema abgehandelt wurden.
(gwm) 9/3/08

27.12.2007

Op 2460 - die Frei-Orgel in Heidelberg Handschuhsheim

Abgelegt unter: WalckerOrgeln Gesuche — gewalcker @ 13:41

Auch in Deutschland hat Walcker eine Frei-Orgel, wie in Kufstein gebaut. Wobei unklar ist ob es vielleicht noch mehr von diesen Instrumenten gibt.
Diese Orgel war am Totensonntag im Jahre 1934 auf dem Friedhof in Heidelberg spielbar.
Hier jedenfalls ein Bild aus Heidelberg:

2007-12-27_1157081.jpg

Die Orgel wurde im Werk Steinsfurt als Op 22 in Jahre 1934 gebaut. Das Werk hatte vier Register mit der Disposition:

Manual C-g’’’= 56 Tasten, ausgebaut auf g’’’’ = 68 Töne, Bass- Diskant Trennung

1. Gedackt 8’

2. Voix celeste 8’ ab c

3. Principal 4’

4. Gemshorn 4’

Schweller, Bassmelodiekoppel, elektr. Traktur =14V, Taschenladen

„ Frei-Orgel“

Das Instrument wurde im Jahre 1964 entsorgt.

gwm 27.12.07

2460_heidelberg.pdf

14.11.2007

Kegellade als Video

Abgelegt unter: Bukarest Op.2654, Windladen, Restaurierung, WalckerOrgeln Gesuche — gewalcker @ 19:28

Anmerkungen zu Kegellade nun als Video. Unsere vielfachen Anmerkungen zur Kegellade haben wir uns nun entschlossen um ein Video (3min, 16MB) zu erweitern, da diese Form der Darstellung einige schöne plastische Möglichkeiten in sich birgt. Auch bei YOUTUBE einsehbar
Es handelt sich, wie in dem Video bemerkt, um die Kegellade des Schwellwerks im Bukarester Atheneum, die von den 8 Registern vier dem Pedal als Transmission zur Verfügung stellt. Das wird mit Bälgchen auf den Membran-Bälgchenleisten realisiert, indem Eisenwellen die Bälgchen niederhalten, wenn das Register aus ist, oder umgekehrt es freigeben, wenn Register eingeschaltet wird. Alles dies kann man auf dem Video gut erkennen. Auch die auf diese Leisten eingebauten Relais und die schaltenden Hebelmagnete. Das ist eine Besonderheit hier in Bukarest, die erwähnt werden muss.
Die Kegel sind mit dünnen Scherchen bestückt, die außerdem noch befilzt sind, Tribut an das geräuschhafte Arbeiten der Kegelladen. Was nicht unbedingt bei allen Walcker-Kegelladen zu finden ist.

28.10.2007

San José, Colegio Don Bosco – WalckerOrgel Opus 3589. Bj.1958

Abgelegt unter: WalckerOrgeln Gesuche — gewalcker @ 05:34

4 changierende Registerreihen, auf Winddruck 76 mm WS
Bourdon 16 (Subbaß aus Metall) Gedeckt 8’ – Rohrflöte4 Reihe
Trompete 8’ – Oboe 4’ – 2’ Reihe
Principal 8’ – 4’ – Gemshorn 2’ Reihe
Mixtur 1 1/3’ – 1 – 1 1/3’ Reihe
2 Manuale C-g’’’, Pedal C-f’, 34 Registerauszüge.

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Diese Multiplexorgel hat kleine Hebelmagnete unter der Kastenlade und ist komplett in Eichenholz gefertigt, das mit Bootslack lackiert wurde. Es ist die einzige voll funktionsfähige Orgel, die ich in Costa Rica angetroffen habe. Mögliche Probleme werden am Motor erwartet, sonst aber sei der Orgel eine gute und lange Funktionssicherheit beschienen.
Durch eine Umstellung in das neue Kirchengebäude vor rund 20 Jahren sind die Prospektpfeifen teilweise beschädigt worden. Die seltsam hohe Stimmung von 458Hz/18ºC von Beginn an, dies war an den Pfeifen recht leicht zu erkennen, wurde auf 442Hz/18ºC geändert, da kein Chor oder Zweitinstrument mit dieser Stimmung klar kam.
Sehr gut klingt der Principal der über Flöten zur Gemshornmensur changiert. Ebenso die Trompete, welche ab c’ eine Oboe mit Trompetenbechern wird. Die Mixtur dagegen wäre als 2 2/3- 2 - 1 3/5 viel interessanter zu gestalten gewesen, wobei man dann changierend zum echten Kornett übergegangen wäre.
Das Gedeckt, das zur Rohrflöte changiert ist fantastisch und bietet mit den Auszügen aus Principal 1 1/3 und 1’ ganz hervorragende Mischungsmöglichkeiten. Ein solches Instrument ist durch die gute Funktionsfähigkeit der Hebelmagnete anstelle dieser Topfmagnete, die man dann leider später verwendete, oder auch vorher bei Oscar Walcker-Orgeln hatte, eine wichtige Quelle für Hausorgeln. Denn was diesen Orgeln natürlich fehlt ist die Masse an Tonvolumen, das man besonders bei etwas größeren Kirchen nicht mehr aus diesen Instrumenten herausholen kann, aber bei Hausorgeln kaum erwartet wird.
Daher auch hier in Don Bosco, die Orgel kann die volle Kirche kaum füllen. Für Konzerte ist sie interessant weil wir viele Mischungsmöglichkeiten haben, was sehr reizvoll in verschiedenen Stücken eingesetzt werden kann. So kann ich kann sehr gut verstehen, dass Organisten, die hier in Costa Rica ansässig sind, sich besonders für dieses Instrument interessiert haben.
Die Arbeiten an dieser Orgel sind teilweise sehr gut in der Zeitung „La Nación“ fotografisch dokumentiert: “http://www.nacion.com” .

kleines Video von der Orgel
op3589.wmv

24.10.2007

Grecia - WalckerOrgel Opus 470, Baujahr 1886

Abgelegt unter: Windladen, Dispositionen, Restaurierung, WalckerOrgeln Gesuche — gewalcker @ 19:30

Die gepanzerte Gottesburg – eine Arche Noah aus Eisen
Das Gotteshaus in Grecia wurde um 1880 in Belgien aus Stahlteilen gefertigt und nach Verschiffung nach Costa Rica in Grecia wie einst der Eiffelturm installiert. Lediglich das innere Dach besteht aus Holz. Meines Wissens gibt es zwei Gotteshäuser aus diesem durchaus untypischen Material in Costa Rica. Höchstwahrscheinlich standen „Erdbebensicherheit“ und Langlebigkeit im Vordergrund bei Erwägung einer solchen Planung.
Unklar ist, wie die erste Walcker-Orgel in Costa Rica, wahrscheinlich über Grecia nach Palmares gelangte, nachdem die dafür geplante Kirche in Grecia durch Erdbeben zerstört wurde.

Die WalckerOrgel in Grecia, Op.478, Baujahr 1886, mechanische Kegellade, hat folgende Disposition:
Manual C-f’’’ = 54 Töne - 92mmWS (war früher sicher 82-85mmWS)
Principal 8’ Holz und Metall
Gedeckt 8’ Holz, Metall
Salicional 8’ C-H mit Gedeckt, Rest 70%
Aeoline 8’ C-H mit Gedeckt, Rest 70%
Octave 4’ 75%
Mixtur 2 2/3 – 2 – 1 3/5’ 75%

Pedal C-d’ =28 Töne
Subbaß 16’ Holz

Auffallend hier, wie an anderen Orgeln in Costa Rica, sind die unausgeglichene Intonation und die sehr intensiv bearbeiteten Stimmvorrichtungen mit allerlei Klebstoffen. Der Klang der Orgel ist recht stark, begründet dadurch, dass hier ein kleines Instrument eine recht große Kirche füllen muss. Außer dem Subbaß sind alle Registerschilder nicht mehr original erhalten. Auch das Walcker Firmenschild wurde neu gefertigt. Der Magazin balg ist mit viel Papierkleber bestückt und dürfte in den nächsten Monaten in organole Jenseits abtrudeln.
Wir haben hier drei Tage die Intonation etwas aus der Versenkung geholt, wobei besonders Aeoline, Mixtur und Octave klanglich bearbeitet werden mussten für das anstehende Konzert am 4.November.
Die großen Principalpfeifen wurden vom „Comedjan“ einem nur in Südamerika beheimateten Insekt attackiert. Dieser Holzschädling ist in der Lage ganze Bibliotheken in weniger als 2 Wochen zu verputzen. Klaviere und Orgeln werden von diesem Insekt oft in wenigen Tagen funktionsunfähig gemacht. Gegenüber unseren „Holzwürmer“ hat dieses Biest die Fähigkeit fliegen zu können, und daher sind präventive Schutzmaßnahmen kaum anwendbar.
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Die WalckerOrgel in Grecia mit geöffnetem Unterteil, Magazinbalg, Windlade
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Der Subbaß 16' (insektenfest gemacht und klanglich ganz passabel)
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Friede im Innern - Krach im Außen (Begleitmusiken zu einer Intonation)

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Mit besonderem Dank an Orlando Vega Maroto, der die Orgel aum Laufen hält und sich über alle Ortsgrenzen hinweg für Orgel und Orgelmusik in Costa Rica einsetzt.

22.10.2007

Palmares - WalckerOrgel Opus 402, Bj1881

Abgelegt unter: Restaurierung, WalckerOrgeln Gesuche, Spieltische, Allgemein — gewalcker @ 03:27

Es gibt wirklich nur wenige Orgeln, die einen Orgelbauer restlos begeistern können. Besonders dann, wenn man auf ein Instrument trifft, das völlig andere, nämlich negative Erwartungen ankündigte. Dann aber, nach der Fahrt auf der legendären Panamericana, der längsten Auftostraße der Welt, die sich wohl von Santiago de Chile bis hoch nach Alaska erstreckt, und auf der ich bereits in Guatemala und Equador einige Kilometer zurückgelegt habe, da eröffnete sich mir ein unheimliches Erlebnis.
Als ich die ersten Töne der Viola di Gamba 8′ auf diesem seltsamen Instrument entlocken durfte, als sich beinahe Tränen der Rührung bemerkbar machten, wurde mir der grandiose, stille Klang dieser Walcker-Orgel am anderen Ende der Welt zu etwas gewiss Feststehendem, nämlich, dass es tatsächlich noch Orgeln auf unserem Erdenrund gibt, die jenen Klang bewahrt haben, auf dessen Suche wir uns begeben haben, lebenslang, unser Jakobsweg, und sei es die Panamericana.
Der Klang dieser Orgel wurde bewahrt, wie die Porcellanschilder und natürlich die Windladen und Pfeifen - allerdings in einem teils bedenklichen Zustand. Wir können das recht einfach an verschiedenen Störungen der Traktur und der Windanlage feststellen.
Vielleicht ergibt sich einmal die Gelegenheit, dieses Instrument zu überholen, um die verschwimmende Charakteristika wieder zurückzuholen. Und die Feststellung, hier in Costa Rica ein Instrument zu haben, wie wir es in Deutschland kaum noch anzutreffen hoffen, das beruhigt, das gibt eine gewisse Kraft und festigt die Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein.
Leider liess sich auf Grund elementarer Verstimmung und technischen Störungen keine Klangaufnahme machen, dafür aber sehenswerte Bilder:

the magic colores of Palmares

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Porcellanschild Walckers aus 1881

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so wie dieses Schild aussieht, so klingt er, der Principal 8′, fein ziseliert, filigran, warm, warm, warm und tief und breit….

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und hier die Herren, von rechts nach links, der Sakristan, Andrés, der Pfarrer Keneth Castillon, gwm,
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DISPOSITION DER WALCKERORGEL IN PALMARES
Manual
Principal 8
Gedeckt 8
Salicional 8
Viola di Gamba 8
Octav 4
Flöte 4
Octav 2
Mixtur 2 2/3 - 2 - 1 3/5

Pedal
Subbaß 16

7.10.2007

Bukarest, Philharmonie –second letter–

Im Zuge der Restaurierung haben wir als nächsten Schritt über 650 Magnete in der Orgel zu verkabeln, die vom Spieltisch über einen Schaltschrank aus gesteuert werden sollen. Dazu sind rund 600m mehradriges Kabel (80 adrig und 40 adrig) erforderlich. Die Verkabelung, die jetzt im November stattfinden wird, muss daher sehr genau geplant werden. Man kann sehr leicht ausrechnen, dass es sich hier um über 6000 Lötstellen handelt, die alle irgendwie eine Störquelle sein können.
Dazu haben wir praktisch drei Dokumente erstellt, einen Kabelplan, eine Disposition, auf der alle die einzelnen Windladen numeriert sind und natürlich der Spieltisch, der als Schaltzentrale alle Schalter und Tasten enthalten haben muss, welche diese Funktionen bedienen.
Die große Kunst ist hier, auf ein paar übersichtlichen Blättern den völligen Überblick zu haben mit allen relevanten Details, was uns gut gelungen ist, und was wir hier deswegen auch gerne einmal zeigen wollen.

die nachfolgenden Dokumente sind alle im PDF-Format

Hier also die Dispo mit den einzelnen Windladen: bukarest_dispodoc.pdf

hier der Verkabelungsplan, der ebenso das Funkstimmgerät, wie die zweiadrige Spieltischverbindung zum Schaltkasten zeigt:kabelplan.pdf

und hier der Spieltisch: spieltisch_bukarest.pdf

(gwm)

6.10.2007

weitere Anmerkungen zur Kegellade

Abgelegt unter: Bukarest Op.2654, Windladen, WalckerOrgeln Gesuche — gewalcker @ 16:04

Also zum Beitrag “Anmerkungen zur Taschenlade hat mir ein begeisterter Orgelbauer geschrieben, dass er diese Erfahrungen “voll und ganz” bestätigen kann. “Was aber die Auswirkungen bei elektropneumatischen Kegelladen sei, bei Hitzeeinwirkungen, wäre auch wichtig, einmal zur Sprache zu bringen. Das haben wir gleich in die Tat umgesetzt, mit einprägsamen grafischen Zeichnungsbildchen. Denn bei Kegelladen machen sich, mit Ausnahme der bekannten Holzrisse an den großen Bohrungen, im pneumatischen Steuerungsbereich, keine derartig heftigen Störungen bemerkbar. Der Zustromwind wird hier nur schwächer, das heißt, die Membranen oder Bälgchen bekommen weniger Wind und drücken den Kegel im ungünstigsten Fall nicht auf.
Oft ist es dann hilfreich die Schrauben in den kritischen Bereichen anzuziehen und das Problem zu beheben, bevor man die Auswechseln von Membranen beginnt. Das haben wir hier in der nachfolgenden Zeichnung markiert.
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In der hier folgenden Zeichnung haben wir die Relais der Kegellade Bukarest exakt aufgezeichnet, da hier an Reparaturmaßnahmen abgelesen werden konnte, wo überall die Schwachstellen waren, was hier bezeichnend ist.

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(gwm)

26.8.2007

Workshop (3) - Restaurierung von Einfalten Magazin-Bälgen

Abgelegt unter: Bukarest Op.2654, Windanlage, Restaurierung, WalckerOrgeln Gesuche — gewalcker @ 09:21

Zum weiteren Verständnis ist erforderlich die beiden vorhergegangenen Workshops anzusehen, die sich auf dieser Seite befinden. Oder einfach unter der Kategorie Bukarest Op.2654 rechts anclicken, geht am schnellsten.
Hier in diesem abschliessenden Teil wollen wir folgende Teile zeigen:
- die Materialien
- Fertigung und Einbau der Darmsaiten
- Zusammenbau der Falten und Einbau
- Abschluss

DIE MATERIALIEN
Beim Papieren haben wir schon darauf hingewiesen, dass zeittypische Materialien bei einer Restaurierung eine grundsätzliche Voraussetzung für eine zielgerichtete Arbeit sind. Hier kommt nun in neuerer Zeit hinzu, dass auch der ökologische Aspekt eine Rolle spielt. Und so dürfte es klar sein, dass man nur mit den verträglichen Mitteln der “alten Zeit” an alten Orgeln hantiert.
Es stellt sich die Frage bei der Verleimung, “Knochenleim” oder “Hautleim”? Beide Leime werden bei einer Temperatur zwischen 65 und 72 Grad Celsius verarbeitet. Diese Temperatur von 72 Grad sollte nie überschritten werden, weil dann die Klebekraft erheblich nachlässt. Knochenleim verwenden wir bei Holzverleimungen, während beim Verleimen von Leder Hautleim verwendet wird. Ich denke, dass dieses natürliche Adäquat seine Richtigkeit hat. Eine wahrscheinlich viel größere Rolle spielt die Konsistenz der Leime. Also wie stark wir Wasser beigegeben, wie zäh darf das Wasser-Klebegemisch sein?
Wir haben für Bukarest 10kg Haut- und 10kg Knochenleim herbeigeschafft und denken, dass dies gerade ausreicht. Verarbeitung von Warmleim (Glutinleimen)

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links sieht man also solch einen Leimkocher, beim dem man die Temperatur genau einstellen kann. Auf dem rechten Bild sind die beiden Leimarten, zuerst Knochenleim, dann Hautleim abgebildet.
Nachfolgend auf dem ersten Foto links die “Antique-Nägel, mit denen die Darmsaiten verspannt werden und links eine Darmsaite, die wie auf dem rechten Foto ersichtlich, in kleine “Krampen” geschnitten wird, die man mit Rundzange nicht zu stark biegt. Die Antique-Nägel wurden vom Portier einer großen süddeutschen Orgelteile-Lieferfirma gefertigt, damit der Mann nicht an Langeweile abkippt - eine sehr fürsorgliche Haltung, die wir zu honorieren wissen.
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EINBAU der DARMSAITEN
Die alten Flexen zu entfernen, scheint mir wohl der einfachste Weg, mit einem Lötkolben in die vorigen Gänge einzubrennen, weil jeder Bohrer sofort verläuft. Während die heiße Lötspitze (Bild 1) den geringsten Widerstand sucht, das ist in der Regel die alte Bohrung. Danach bohrt man mit einem kleinen Fräser (3mm) auf und indem man für den Keil noch etwas Platz fräst, sieht dann bei eingsteckter Darmsaite das Ganze aus wie (Bild 2). In (Bild 3) sieht man dann, wie diese Saite mit Keilen verspannt wurde.
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Die Holzfalten müssen bevor die Darmsaiten eingesetzt werden, alle miteinander über den Knarrriemen verbunden werden (siehe Zeichnung aus Workshop 1) Hierzu müssen die Öffnungen für die Darmsaiten ins Leder eingebracht werden. Also pro paar Holzfalten sind 3 Knarrriemen anzuleimen (Mitte, oben und unten). Und wenn alle vier Paar Falten fertig sind, dann kann auf den unteren Zargen-Rahmen jedes einzelne paar Falten mit Darmsaiten und Knarrriemen befestigt werden. Abschliessend wird dann der Deckelrahmen genauso montiert und der Balg ist konstruktiv fertig.
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Hier die Innenansicht des Balges, auf der man die beiden neu eingesetzten Zwickel erkennen kann. Rechts ein Zwickel der mit zwei Scharnieren-Leder an die Falten angebunden ist, rechts ohne, hier wird es noch gemacht.
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Es folgt noch das Abledern aller kritischen Stellen am und im Balg mit dünnen Lederstreifen. Dann folgt noch das Papieren des gesamten Balges, und schön wäre gleich eine Funktionsprobe machen zu können. Das gleichmässige Blau des Papieres stellt sich nach 6-8 Stunden ein.

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Wir haben es hier also mit dem kleinsten Balg, dem Motorbalg zu tun gehabt, der bekanntlich als erster gebraucht wird. Nun haben wir noch 4 recht große Bälge für Hauptwerk, Schwellwerk, Brustwerk und Pedal vor uns. Und es ist sicher, wenn wir alle diese Bälge durchhaben, wird noch ein kleiner “workshop” drangehängt, der alle weiteren Erfahrungen aus dieser Arbeit widergibt.
(gwm) 26.Aug.2007 - der erste Sonntag unter 36 Grad Celsius in Bucuresti

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