Archive for the ‘Allgemein’ Category

Faltenkanal, Konstruktion und neu fertigen

Mittwoch, Oktober 5th, 2011

Ohne jegliche Unterlagen einen solchen Faltenkanal zu fertigen war eine nicht ganz einfache Sache.
Daher habe ich mich entschlossen, diesen Vorgang hier einmal etwas darzustellen.
Zunächst die Konstruktion.
Als wichtigstes Maße benötigen wir das lichte Kanalmaß zu Balg oder Kanal. Im idealen Fall sind beide Maße natürlich gleich.
Als zweitwichtigstes Maß benötigen wir die MaximalLänge des Faltenkanals.
Alle anderen Maße können wir weitgehend selbst konstruieren, wenn man in der Regel eine Falte mit rund 5 cm breit annimmt.
Hier meine Konstruktionszeichnung, aus der man das wichtige Höhenmaß und den Grundriss mit Anlage der Falten erkennen kann:

falte01.jpg

(Als Falte bezeichnen wir Orgelbauer das Holzstück, welches mit Leder verbunden den eigentlichen beweglichen Teil des Balges darstellt)
Im nächsten Bild sehen wir die zugeschnittenen Falten aus 3mm dickem Sperrholz.

falte02.jpg

Alle Falten erhalten nun Lederstreifen, die mit Knochenleim aufgeleimt werden.

falte02a.jpg

Beim Verbinden der Falten mit anderen Falten über diese Lederstreifen muss beachtet werden, ob die Falte nach innen oder außen aufgehen soll.
Dementsprechend wird beim Aufleimen die Falte nach außen oder innen geformt und dieser Vorgang gibt den verbundenen Elementen das erforderliche Spiel, das dieser Faltenkanal beim Öffnen und Schließen benötigt.
Ein nicht unerhebliches Problem hat für mich anfangs das Aufleimen der Zwickel (das sind die Lederstreifen an den spitzen Ecken) dargestellt. Erst nach einem Gespräch mit Martin Pflüger, der sich an die Restaurierung eines historischen Keilbalges erinnerte, gab mir einen brauchbaren Fahrplan für diesen Arbeitsgang. Ansonsten muss ich bestätigen, dass kein einziger Orgelbauer mir hier irgendwelche Ratschläge geben konnte.
Man legt die verbundenen Falten nebeneinander und befestigt sie so, dass sie während des Aufleimens nicht verrutschen können. Wir haben da einfach zwei Bretter draufgelegt.
Nun können die fast quadratischen Zwickel aufgeleimt werden.

falte03.jpg

So sehen dann zwei Reihen mit Zwickel verleimten Falten aus:

falte03a.jpg

und alle vier Reihen verbunden ergeben dann dieses Bild:

falte04.jpg

und nach der Garnierung mit Blaupapier, den Leinenbändern innen und außen, sieht das Ganze dann so aus:

falte05.jpg

Keine Frage, dass wir uns in der Fertigung dieser Sache noch erheblich verbessern können – und müssen, weil noch vier solcher Kanäle ihrer Fertigung harren.
Jetzt aber geht es erst mal los in Richtung kairoanisches Verkehrschaos. Am Wochenende ist unser erster großer Arbeitseinsatz in der 21MillionenStadt.
6 Wochen nonstop Kairo.

gerhard@walcker.com

Kröpfen = eine Grundkonstruktion im Orgelbau

Dienstag, August 2nd, 2011

Es gibt eine Grundkonstruktion im Orgelbau, die selbst erfahrene Orgelbauer oft nicht zu deuten wissen, wiewohl sie vielleicht die Einstellung an der Kreissäge aus dem ff beherrschen. Wie gesagt aber, ohne zu wissen welcher konstruktive Grundsatz dahinter steht.

Das ist mir beim Studium einiger technischer Zeichnungen aufgefallen und auch bei der Fertigung, wobei ich nicht ausschliessen will, dass man selbst von eigener Unwissenheit überrascht wird.
Eine solche Konstruktion stellt die Formel aus dem Satz des Pythagoras: (a*a)+(b*b)= c*c (die Summen der Flächeninhalte der Kathedenquadrate sind beim rechtwinkligen Dreieck gleich dem der Fläche über der Hypotenuse). Dieser Satz war übrigens schon Jahrhunderte vorher den Babyloniern und in Indien bekannt. Was aber viel wichtiger ist, nämlich die Konsequenz, dass mit dieser Weisheit gerechnet werden kann, wurde unlängst nachgewiesen (H.Gericke, Mathematik der Antike, Orient, Abendland), dass hier die Sumerer schon 3200 v. Chr. in Stein geritzte Rechnungen durchführen konnten mit der ominösen Zahl „Wurzel aus 2. Das war zwar nur annäherungsweise geschehen, aber sollte für uns Anlaß sein, den Aberglauben aufzukünden, in der Antike wäre man einer „heiligen Zahlengeschichte um Pythagoras und seinen Schülern“ hinterher gelaufen.
Steinfund der Sumerer ca. 3500 v.Chr.
sumerer.jpg

Es scheint sicher zu sein, dass den Pythagoreern das Geschehen im Quadrat, in dem die Diagonale dann eine irrationale Zahl darstellt, wenn die Quadratseite eine schöne glatte Zahl ist, ihren ganzen „harmonischen Kosmos“ durcheinanderwirbelte, der ja wie beim Christentum auch, eine auf Harmonie ausgerichtete Gottheit voraussetzte.
Wir Orgelbauer haben seit es überhaupt Orgelbau gibt, immer mit dem Quadrat und dessen Diagonale gerechnet und konstruiert.

In der Mathematik des Mittelalters bis zu Eberhard Friedrich Walcker (hier nachweisbar an seinen eigenen Aufzeichnungen im Geometrieheft und später bei seinen Mensuraufzeichnungen) waren von pi und Wurzel aus 2 abgesehen überhaupt keine irrationalen Zahlen bekannt. Das Denken dieser Meister war von Proportionen, Berechnungen über Strahlensätze und einfachsten Berechnungen, wie Addition, Divison etc. geprägt. (Leuthold schreibt in seinem Buch „Berechnungsgrundlagen der Orgelpfeifenmensuren“ (…) Unterstufe des Gymnasiums“. Mir persönlich wäre diese Deutung lieber: alle Orgelpfeifen, die wir heute nachbauen, die wir als Vorbild unserer Arbeit unterlegen, sind mit diesen Berechnungsmethoden erstellt worden.

Geometrische Konstruktionen zur Gewinnung von Proportionen im Orgelbau sind nachweisbar von Salomon des Caus aus 1615, wo ein Quadrat und mittig mit 8 Dreiecken geteilt wurde und von Athanasius Kircher(1650), der mit der für diesen Blogbeitrag wichtigen Diagonale des Quadrates arbeitete.
Konstruktionen nach Caus, darunter Kirchner

caus.jpg
kircher_mensuren.jpg

Wo brauchen wir heute im Orgelbau diese geometrischen Konstruktionen noch, wo doch alle Welt weiß, dass dieser ganze Blödsinn mit „heiligen Zahlen“ und „geometrischem Schnickschnak“ nichts als dunkelster Aberglaube war, den wir endlich nach dem Eintreten ins gelobte Land des Digitalismus hinter uns gebracht haben. (übrigens „digit“ stammt aus der römischen Antike, ist also „antiker“ kalter Kaffee. Dort war es die kleinste Recheneinheit, der Finger)

Ich gebe gerne zu, dass es für mich recht einfach war, die nachfolgenden Zeichnungen über digitales CAD auszuführen, aber genauso schnell verblendet uns wiederum dieses digitale Treiben, um des Pudels Kern deutlich zu erkennen. Im Übrigen geht es nicht darum Gegenwart zu verleugnen und Vergangenheit aufzuwerten, sondern es geht schlicht darum jeder Zeit ihren spezifischen Geschmack herauszuarbeiten und zu finden. Da übertreibt man oft gerne im Sinne eines seltsamen Historismus, der ohnehin immer Gegenwart klein macht.

Nun also, nach all den vielen Vorworten, zum Pudel.

Wenn in einem Orgelgehäuse die Höhe nicht reicht, muss der Orgelbauer Pfeifen kröpfen. Auch muss er kröpfen, wenn er Kanäle über Hindernisse leitet. (Trakturen umzuleiten, bezeichnen wir hingegen nicht als „Kröpfen“ sondern wir bauen Wellen, Wippen, Winkel und lenken die Kraftbetätigung solchermaßen um, wobei aber auch in diesem Fall Konstruktionen mit der Wurzel aus 2 sehr hilfreich sind).
Bei Walcker fand ich einige Zeichnungen die sich mit dem Thema beschäftigt haben, allerdings fand ich nie eine „Konstruktionserklärung“.

holzpfeifen_walcker.jpg

Die gesuchte Konstruktionserläuterung fand ich bei Peter Kraul, ISO Information Nr.32 vom November 1990, wo sehr schön in klaren und einfachen Worten die Methodik erläutert wurde . (übersetzt übrigens von Mark Venning auf English und von Kurt Lueders auf Französisch. Sollten sich Leser für diesen Artikel interessieren, so können wir ihn gerne kopieren)

Der einfachste Weg eine Pfeife oder einen Kanal umzulenken ist, einen 45 Grad Schnitt zu machen und die Pfeife oder der Kanal läuft im Winkel von 90 Grad weiter:

kropf1a.jpg

Jedermann wird sofort klar, dass dieser brutale, einfache Schnitt seine Mängel haben muß. Bei der Pfeife im Klang, beim Kanal kann man sich denken, dass die „Wirbel“ ein Freudenfest feiern.
Also werden wir, um Wirbel zu vermeiden, einen doppelten Schnitt durchführen:

kropf1bl.jpg

Bertrachten Sie dieses NBild einmal aus der Warte des Zuschneiders, wenn er an der Kreissäge steht. Er muß also, um den Kanal oder die Holzpfeife an der Kreissäge abzuschneiden, einen Winkel von 22,5 Grad einstellen. Dabei muß er zweimal sägen, um einen Abgang nach oben von 90 Grad zu erhalten. Dieser Winkel von 22,5 Grad ist deshalb exakt 45/2. Dieser Schnitt und die Einstellung an der Säge muß ganz exakt sein, weil sich sonst beim Anpassen der Schnittstellen Fehler doppelt auswirken. (ist der Winkel auf 22 Grad, so ist der Abgang am Ende 88 statt 90 Grad)

Wie aber, so fragt man sich, wird dieses Kropfstück in seiner Länge bemessen?
Bei einem quadratischen Kanal (das Beste, das man sich wünschen kann) haben wir optimale Windverhältnisse, und wir können sogar zwei Winkelschnitte gleichzeitig führen, wenn der Kanal in drei Dimensionen gekröpft werden soll, also von der Seite nach oben, und von oben gesehen von links nach rechts oder umgekehrt.
Auch hier hilft uns die Geometrie, denn dann schneiden wir den Kanal mit einem Winkel von 22,5 im Anschlag und die Säge wird auf 22,5Grad gestellt. Das Ganze nennt sich dann geometrisch: Wurzel aus 3. (Die Diagonale des Kubus)

Bleiben wir beim zweidimensionalen Kröpfen.
Natürlich ist der halbe Winkel von 90 Grad = 45 Grad (wie auch im vorigen Beispiel).

kropf2_a.jpg

Und hier stellt sich nun die Frage: wie bestimme ich den Schnittpunkt, wie berechne ich die Länge des Kropfstückes?

Da sind wir wieder bei unserer einleitenden Geschichte, mit heiligen Zahlen, Proportionen und irrationalen Zahlen, indem wir kurz unser Quadrat unter die Lupe nehmen, mit dem wir diese Konstruktion vornehmen:

quadrat.jpg

Denn, gegeben ist der Abstand a zwischen dem kommenden und abgehenden Kanalstück. Nehmen wir an, ich habe 10 cm Platz zwischen diesen beiden Punkten, so multipliziere ich diese 10cm mit Wurzel aus 2 oder 1,4142 (oder mit dem im ipad integrierten Taschenrechner) und weiß dann, dass das Kanalstück an oberer Kante exakt 141,42mm lang sein muß.

Dann kann man natürlich noch, obwohl es unnötig ist, alle weiteren Winkel schön darstellen und weitere komplizierete Varianten errechnen……

kropf2_winkel.jpg
Zur Fertigung braucht man das nicht mehr.

… und all das mit dunkelstem, dunklen Aberglauben,
Sumerer, Pytagoreer, Mittelalter,

Übrigens hat Peter Kraul in seinem Vortrag gezeigt, dass unser Alltag durch und durch mit dieser verzwackten irrationalem Wurzel aus 2 durchsetzt ist, so die DINA-Formate multiplizieren oder teilen sich durch die Wurzel aus 2 zur nächsten Größe. Ja, kann man da die Mittelalteren tadeln, dass sie dieses geheimnisvolle Werkzeug für ihre Mensurgestaltung verwendet haben? Oder die Schrifthöhen, auch sie multiplizieren sich mit der Wurzel aus 2.

Wir finden neben der Mensurgestaltung, der Lenkung von Winkel und Wippen, der Balgkonstruktionen, Windladenmaßen (Ventilgrößen, Bälgchen, Bohrungen etc.), und wie hier gezeigt die Konstruktion von Kröpfen, genügend Beispiele im Orgelbau, die beweisen, dass dort immer noch das Proportionsdenken und die geometrische Gestaltung ihre Berechtigung haben.

gerhard@walcker.com

Pneumatische Schleifladenorgeln in England

Dienstag, Mai 3rd, 2011

Sehr überrascht waren wir vor einigen Tagen in Schottland eine pneumatische Schleifladenorgel anzutreffen, die außerdem eine hervorragende Qualität besitzt. Leider aber vor etwa 15 Jahren schlecht restauriert wurde.
Der Erbauer Evans & Barr aus Irland hat das Instrument etwa 1924 erbaut (Ort und nähere Bestimmung bleiben mir leider versagt hier darzustellen, weil es sich einige Orgelbauer zur Gewohnheit haben werden lassen, hier Informationen einzusammeln, um sich dann bei der Kundschaft anzubiedern, wie erst vor wenigen Wochen geschehen von Reichenbach Orgelbau u.a., oder wie diese Schnellgründungen im Fast-Food-Orgelbau heutzutage alle heißen).
Das Instrument von E&B, also mit hervorragender Qualität ausgestattet und vorzüglichem Klang, leidet an einem nicht restauriertem Spieltisch und Undichtigkeiten in der Windanlage, Störungen in der Pneumatik.
Zunächst möchte ich kurz erläutern, welche grundsätzlichen Möglichkeiten bei der Schleiflade eigentlich möglich sind: nämlich bei der Windlade besteht durch einen Barker-Balancier-Hybrid sowohl die Möglichkeit mit Zustrom oder mit Ausstrom das Tonventil aufzureißen.
Dazu die beiden Bilder aus Reginald Withworth „the Electric Organ“. Man muss sich die Magnete wegdenken und anstelle dessen ein kleines Bälgchen und man sieht die pneumatische Funktion.
Hier zunächst ein ABSTROM-Modell, das heißt der am Ventil angehängt Balg bekommt ständig Wind. Wird das Bälgchen aktiviert, hebt es das Relais und der Wind kann entweichen, der Balg reissst das Ventil auf, der Ton erklingt.

abstrombalg-in-lade.jpg

Die nachfolgende Zeichnung zeigt eine ZUSTROM-Konstruktion. Hier wird ein außenliegender Barker bei Aktivierung des Bälgchens oder Magneten mit Wind gefüllt und öffnet das Ventil.

zustrombalg-in-lade.jpg

Ich möchte kurz erklären, warum ZUSTROM und AUSSTROM für den Orgelbauer eminent wichtige Begriffe sind.
Bei einem AUSSTROM-System liegt gewissermaßen die gesamte pneumatische Leitung ständig unter Wind. Werden hier Undichtigkeiten durch Heizung oder schlechtes Holz realisiert, dann haben wir es mit Heulern zu tun, da ja bei ausströmendem Wind die Funktion ausgeführt wird. Bei ZUSTROM-Systemen haben wir dagegen „dead-notes“, das heißt das eingeschaltete Register begrüßt uns nicht von vorneherein mit einem Pfeifton, sondern vereinzelte Töne gehen nicht. In Deutschland sind typische ZUSTROM-Systeme bei der Kegellade und ABSTROM gibt es bei Taschen-, Hängebälg- oder Membranladen. Die letzteren haben den Vorteil der schnelleren Ansprache, was sich bei Zungen positiv bemerkbar macht..
Es kommt hinzu, dass man aus Gründen der Störsicherheit beide System im Spieltisch kombinieren kann, was bei Ellerhorst, dessen Wechselwind-Spieltisch ich nachfolgend zeige, gut und plausibel dargestellt wird. Exakt ein solcher Spieltisch wurde uns an dieser Schleifladenorgel in Schottland uns präsentiert:

spieltisch_wechselwind.jpg

Hier ein Foto des Spieltisches auf dem man die Ventile und dazugehörige Mechanik erkennen kann:

dscf0402.jpg

und hier ein Foto der Keilbälgchen an der Schleiflade des SWELL dieser Orgel. Wir sehen also an den Tasten des Spieltisches das ABSTROM-System, wo der Wind ausgelassen wird und an den Keilbälgchen vor den Windladen das ZUSTROM-System. Denn die Bälgchen benötigen ja aktiven Wind, um das Relais zu heben.

dscf0167.jpg

Im Prinzip entspricht dieser Aufbau der schematischen Skizze von Whitworth, wie ich sie nachfolgend zeige. Es handelt sich dabei um die von Father Willis (Henry Willis) gebaute Orgel für St. Pauls Cathedral, die 1872 gebaut wurde und etwa mit der ersten Röhrenpneumatiken in Deutschland erfunden wurden. Die Engländer bezeichnet das System „pressure“ für Zustrom.

pneum_schleiflade.jpg

Wie bereits gesagt, gab und gibt es sehr viele unterschiedliche Variationen zwischen AUSSTROM und ZUSTROM- System, wobei dieses Wechselwindsystem Vorteile hat in der Verwirklichung einfacher Koppelsysteme und in Bezug auf die Funktionssicherheit.
Mich würde interessieren, ob es in Deutschland solche Spieltische gibt und wer Erfahrung im Umgang mit solchen Spieltischen Interessantes zu sagen weiß.

gewalcker@t-onlline.de

Die Walcker-Orgel Opus 1085 in Heidelberg-Christuskirche

Freitag, April 1st, 2011

Diese Orgel, im Jahre 1903 rein pneumatisch gebaut, hat in den vergangenen 100 Jahren zwar einige Maßnahmen über sich ergehen lassen müssen, war aber nie soweit umgestaltet worden, dass man einer Rückführung auf das ursprüngliche Klangbild und jetzt auf den ursprünglichen technischen Zustand, nämlich die pneumatische Traktur, hätte nicht durchführen können.
Nun also ist das Werk wieder auf etwa dem Zustand wie es im Jahr 1903 war. Und das Besondere ist neben dem hervorragenden Klang, den Gerhard Lenter verantwortet, ein pneumatisches Wunderwerk, das sein Sohn Markus gestaltete.
Die Orgel, die in 1954 auf elektropneumatisch umgerüstet wurde, erklingt jetzt als pneumatische Orgel.
Dazu ist festzustellen, dass diese Spielart eine ganz hervorragende Präzision besitzt, die neben dynamischen Möglichkeiten, Register entweder spritzig schnell ansprechen zu lassen, auch ein weicheres Einschwingen der Pfeifen erlaubt. Die Präzision ist unschlagbar, das Beste, das ich bei pneumatischen Instrumenten bisher gehört und gesehen habe.
Der Klang der Orgel dürfte sehr nahe an die Schule „Fritz und Eberhard Walcker“ herankommen, was bekanntlich in Oscar Wackers elsässische Bestrebungen mündete mit der späteren ersten großen Reformorgel in Dortmund Reinoldi.
Noch wird in Heidelberg hart gearbeitet, insbesondere an der Intonation. Die Einweihung soll an Ostern stattfinden.
Wer hier in Deutschland also noch die romantischen Mixturen sucht (2-1 1/3-1-4/5 oder 2-1 3/5-1) wer Sibelius-Klarinetten sucht, die hier natürlich durchschlagend sind und die auch Oscar Walcker in Mensur völlig unverändert übernommen hat oder wer die singenden Principale sucht, die sich vom I.Manual hinauf zum Dritten aufhellen, als ginge das Licht in der Kirche crescendo stufig an, der sollte nach Heidelberg, nicht nur, um den reichen Fundus an Flöten hören zu können, sondern auch, um zu sehen, dass die Walckersche Pneumatik unschlagbar exakt und präzise gearbeitet hat. Daher auch der nur schwerliche Übergang zur elektrischen Traktur, den Carl Walcker für unnötig erachtete.

Dispo aus dem Opusbuch (die bei Doering genannte Disposition ist nicht mehr aktuell)
I.Manual Hauptwerk C-g3
1 Principal 16
2 Principal 8
3 Gedackt 8
4 Doppelflöte 8
5 Viola di Gamba 8
6 Synthemtophon 8
7 Gemshorn 8
8 Octave 4
9 Rohrflöte 4
10 Rauschquinte 2 2/3+2
11 Mixtur 3-5f 2
12 Mixtur min. 4f 1 1/3
13 Trompete 8 c

II.Manual Schwellwerk
14 Bordun 16
15 Principal 8
16 Salicionnal 8
17 Dolce 8
18 Quintatön 8
19 Traversflöte 8
20 Schalmei 8
21 Octav 4
22 Flöte 4
23 Piccolo 4
24 Mixtur 3-4f 2 2/3
25 Clarinette 8

III.Manual Oberwerk schwellb.
26 Lieblich Gedackt 8
27 Geigenprincipal 8
28 Rohrflöte 8
29 Viola 8
30 Vox coelestis 8
31 Aeoliine 8
32 Traversflöte 4
33 Fugara 4

Pedal C-f1
34 Principaalbass 16
35 Violonbass 16
36 Subbass 16
37 Quintbass 10 2/3
38 Octavbass 8
39 Violoncello 8
40 Octav 4
41 Posaune 16
42 Trompete 8
T Gedacktbass 16
T Saicetbass 16

Gerhard Lenter
gerhard_lenter01.jpg


hinterm Spieltisch

spieltisch_hinten.jpg
gwm

Walcker.com von malware-Attacke betroffen

Sonntag, Februar 13th, 2011

Ein Teil unserer Internetseiten wurde am Samstag, den 12.02.2010 gegen 1 Uhr von einer Hackerattacke mit Verlinkung zu Trojaner oder Viren belegt. Genauere Untersuchungen laufen.
Der Stand momentan ist, dass es sich vor allem um die index-Dateien von walcker.com und bei gewalcker.de gehandelt hat. Wir spielen momentan alle Dateien von walcker.com neu auf. Denn die Attacke ist von außen auf den Server unseres Providers 1&1 geschehen, der vollkommen verantwortungslos, weder Virenscanner noch irgendwelche Hilfsmaßnahmen bereitgestellt hat. Diese Erfahrung hat uns belehrt, dass mit hohem deutschen Sättigungsgrad kein Überleben in der heutigen Internetzivilisation mehr zu halten ist. Wir werden daher diesen Provider schnellstens wechseln und empfehlen allen Webseitenjongleuren keinesfalls auf diese Firma zu setzen.
Sobald die Seiten von allen gängigen Webprüfeinrichtungen als „clean“ markiert werden, melden wir uns via Newsletter erneut. Und werden hier entsprechend berichten.

gewalcker@t-online.de

Midi auf der Tamburini in Rom-Santa-Cecilia

Samstag, Dezember 11th, 2010

Das MUSICAL INSTRUMENT DIGITAL INTERFACE stellt ein Datenübertragungsprotokoll zwischen Musikinstrumenten und PC dar. Auf dem PC muss dafür eine Software installiert sein, ein sogenannter „Midi-Sequencer“ der diese Daten mit dem „midifiziertem“ Instrument austauscht. Also vom Instrument können die Informationen gesendet und empfangen werden, ebenso vom PC.
Die Verbindung zwischen PC und Instrument muss über sogenannte „MIDI-Kabel“ bewerkstelligt werden, was meist ein kleines Interface notwendig macht, da die 5-poligen „Midiein+Midiausgangskabel“ nicht direkt im PC angeschlossen werden können. Diese Midi-Interfaces kann man bei Conrad für lau „25,–“ samt Kabel bestellen.
Die Software, also der Midi-Sequencer, dafür schlage ich CUBASE vor, weil da alles, vom Notendruck bis zu feinsten Midieinstellungen enthalten ist, kostet in der „Essentiel-Variante“ gerade mal 180,–Euro. Studiversionen gibt’s für 80,–.
Voraussetzung bei der Pfeifenorgel ist, dass das Instrument elektrisch spielbar ist und eine Midieinrichtung hat. Es gibt hier mehrere Möglichkeiten, die nachträglich eingebaut werden können.
Es muss jedoch deutlich betont werden, dass diese MIDI-Technik keinerlei künstlerische Möglichkeiten bietet, Orgelmusik ästhetisch aufzubereiten. Der Grund liegt einfach daran, dass der mechanische Ablauf des Orgelspiels, die ganze sinnliche Erwartungshaltung des Hörers gründlich eintrübt. Und ganz anders als bei einer CD-Aufnahme, wo die menschliche Interpretation mit seinen winzigen Raum-und Zeitversetzungen, mit den kleinsten Betonungen bestimmter Akkorde oder Noten, den minimalen Tempiverzeichnungen u.a., eben alles dieses Menschenmusizieren mit ihrer Wärme und Feinfühligkeit uns Hörer erst in den vibrierenden Zustand versetzt, begierig den neuen Takten entgegenzuhören, während der Midi-Roboter ganz maschinell in sein vorgegebenes Raster einsortiert und abspielt.
Wir können diese ganze grobe Begeisterung für die Miditechnik auf seiten der Pop-und Rockindustrie nur insoweit verstehen, weil diese Technik eine gewisse Konsumhaltung befriedigt, künstlerisch aber höchst fragwürdig ist und meiner Meinung nach sogar die Entwicklung dieser Musikstile wie Heavy Metal u.a. ganz erheblich beeinträchtigt.
Dennoch sollte beobachtet werden, ob diese Technik nicht für Klangproben und andere Dinge eingesetzt werden kann, weil damit der Orgelbauer im Raum die Orgel nach seinen Vorstellungen abhören kann. Denn dazu sind nur wenige Handgriffe notwendig. Das Einstellen von Registerkombinationen kann sogar über einen Handsender erfolgen. Die Tragfähigkeit und Lautstärkenintonation verschiedener Registerkombinationen scheint damit ganz plausibel überprüfbar zu sein. Ob das die Nachteile dieser Technik aufwiegt, wage ich allerdings nach diesen wenigen Versuchen nicht abschließend festzustellen.
Im nachfolgenden Text möchte ich etwas detaillierter auf die Technik mit Sequencer und Anschluß des Interfaces mit den Kabeln eingehen.
Zunächst benötigen wir die Sequencersoftware, die vornehmlich aus dem Steinbergschen Cubase bestehen sollte. Auf alle Experimente mit Freeware kann man getrost verzichten. Cubase ist vorzüglich für die Pfeifenorgel geeignet und wir können damit alle wichtigen Einstellungen vornehmen.
sequencer.jpg
Man importiert mit dieser Software das down-geloadete Midifile (eine ganz vorzügliche Adresse für klassische Musikfiles ist: http://www.classicalmidiconnection.com/cmc/midiplay/playmidi.shtml?mid/bach/inv2v01c , wo ich bisher alle Komponisten gefunden habe, die mir wichtig erschienen. Der Download ist allerdings nicht ganz einfach. Man clickt das entsprechende file an, das im site-eigenem Player abgespielt wird. Das stoppt man und geht in die darunter liegende Zeile mit dem file-link, und gibt dort beim firefox-browser mit Rechtsclick darauf an: Ziel speichern unter.., daraufhin kann man das file.mid z.B. auf dem Desktop ablegen) in ein neues Projekt.
komponisten_satt.jpg
Nun legt man neue Midispuren an, auf die man die Daten der importierten files kopiert. (Wer hier Probleme hat kann mich kontaktieren für weitere Erklärung, da das alles nicht ganz einfach war). Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Software das angehängte Midi-Interface (Midilink) erkennt, und im Recorder weiter unten, beim Abspielen der Midiausgang aufleuchtet.
Auf nachfolgenden Fotos einige Erläuterungen.
anschluessejpg.jpg orgamat.jpg
Mit diesem Sequencer kann man schneller oder langsamer ablaufen lassen und letztendlich jede einzelne Note korrigieren. Man kann ebenfalls selbst Orgelmusik über den Spieltisch einspielen und editieren, auch Noten ausdrucken. Die Begeisterung sollte sich aber in Grenzen halten, auch wenn man bis zu 1/64 Noten damit editieren kann. Denn außerhalb dieses Rasters geht absolut nichts. Das heißt, die maschinelle Mechanik, die hier am Ende abgespielt wird, wirkt unheimlich ermüdend, weil sich das erfrischende Element des leichten Verifizierens, das menschliche Spiel des laufenden Wechsels hier absolut nicht stellt.

Hier ein Video, das verschiedene Möglichkeiten zeigt:

(also die Orgel klingt nicht so spitz wie das mein Kameramikro aufgezeichnet hat)
gewalcker@t-online.de

Halbe Reise im Orgelbau – welche Bedeutung hat dies?

Samstag, November 27th, 2010

Zunächst möchte ich auf einen wichtigen Beitrag zum Thema hinweisen der die mechanischen Kegelladen betrifft:
http://blog.walckerorgel.de/2010/04/14/anleitung-zum-regulieren-mechanischer-kegelladen/

Ein interessierter Organist der gleichzeitig Ingenieur ist, hat sich verwundert gezeigt, über meine Aussage, dass bei einseitiger Regulierung am Spieltisch, die „halbe Reise“ in der Orgel allgemein verstellt werden wird, was dann dazu führen kann, dass zwar am Spieltisch eine solide und gerade Tastenebene in den Manualen zu sehen ist, während die Abgangswinkel und -Wellen im Orgelinneren in einen unschönen Zustand verreguliert werden, welches ganz allgemein eine zähe Traktur verursacht und die Kegel nicht mehr ganz öffnet. Es handelt sich also hier um eine mechanische Kegellade.

Die „Halbe Reise“ beim Orgelbauer aber gilt bei allen mechanischen Elementen, also auch in Register- oder Schwellertraktur und natürlich erst recht bei den Spieltrakturen der Schleiflade.

Man sieht an der nachfolgend gezeigten Zeichnung, die eine liegende Winkeltraktur zeigt, dass die „halbe Reise“(roter Winkel) exakt in der Mitte des Trakturgangs liegt, der als „ganze Reise“ beschrieben wird. Der Trakturgang also wird im Orgelbau mit „Reise“ bezeichnet.
Wenn man verstanden hat, dass die Reise an beiden Enden, also am Ruhepunkt und am maximalen Aufgangspunkt der Traktur, ihre extremsten Bedingungen widerfährt (wie Reibung am Lager und Anfasspunkt), wird klar, dass „halbe Reise“ die optimalste Stellung zu allen Trakturgliedern hat – und in keiner anderen Stellung dies so sein darf. Denn wird diese optimale Stellung vor oder hinter die „Halbe Reise“ verlegt, so werden die „widrigen Bedingungen“ an anderer Stelle verschärft.

Der Orgelbauer zeichnet grundsätzlich seine ganze Mechanik auch in seinen Durchschnitten immer nur in der optimalen Trakturstellung, bei der alle Glieder in eindeutigen Winkeln wie 90 oder 45 Grad zueinander stehen, also in „halber Reise“.

Vielleicht kann mir ein Orgelfreund mitteilen, woher der Begriff der „halben Reise“ stammt. Denn wir sehen aus den Aufzeichnungen Oscar Walcker’s, die er wohl um 1939-45 ausgeführt hat, dass er diesen Begriff nicht erwähnte und nicht kannte.

halbe_reise.jpg

(gwm aus Rom)

Das elektrische System der Tamburini in Rom (1)

Samstag, Juli 31st, 2010

Wir haben in der Tamburini-Orgel in Santa Cecilia sage und schreibe 1495 Magnete, die von den Registereinstellmagneten im Spieltisch ausgenommen, ausschließlich Ventile an oder in Windladen zu bewegen haben.
An dieser Zahl kann man ermessen, welche Kompliziertheit diese Orgel besitzt.
Im ersten Teil möchte ich auf das alte System und die Verbesserungen durch digitale Systeme kurz eingehen.
Wir haben durch die Digitalisierung bereits über 350 Magnete ausgemustert, welche die Komplexität dieser ganzen Steuerung noch um einiges erhöht hätte.
Es wurde mitgeteilt, dass in diesem parallelen System Störungen schon kurz nach Beginn der Fertigstellung auftraten.

Parallel – Digital?
Ich möchte ganz kurz erklären, was der Unterschied zwischen einem parallelen System und einem digitalen System ist.
Bis weit in die 90er Jahre hinein waren einfache parallele System im Orgelbau die Regel.
Diese System waren davon gekennzeichnet, dass bei einem geschlossenen Kontakt ein Kabel zuständig war das diese Information zum Magnet weiterleitete. Dazwischen konnte, wie auch heute, eine komplexe Logik liegen, aber der Magnet wurde mehr oder weniger unmittelbar von seinem zuständigen Kontakt angesteuert.

Hierzu habe ich ein einfaches Bild gezeichnet. Auf dieser Skizze sehen wir, dass für jeden der drei Kontakte ein Kabel zum Magnet führt:

skizze01_red.jpg

Bei der Digitaltechnik, die bereits seit 1968 vereinzelt im Orgelbau Zugang fand, wird für dieselbe Schaltung nur ein einziges Verbindungskabel gebraucht. Dazwischen liegen zwei synchronisierte Uhren:

skizze02_red.jpg

Was hier nun mit drei Kontakten gezeigt wurde ist natürlich mit 4 Manualen, 1 Pedal und 138 Registerschaltern (= 414 Schalter) ganz genauso möglich. Wir haben dann allerdings noch eine Logik dazwischen, welche die Impulse sortiert und z.B. sagt:
Wenn Registerschalter Fifaro 8′ ein, dann sind die Magnete der Schleiflade S5 im II.Manual freigegeben. Damit verhindern wir, dass bei beliebigem Spiel auf dem II.Manual alle Magnete mitklappern.
Es ist klar, dass z.B. beim Bordun 16′ im III.Manual, der sowohl von Pedal als auch vom III.Manual aus in verschiedenen Registertransmissionen gespielt werden kann, nur dann Magnete mitgehen, wenn die entsprechende Register eingeschaltet sind, – denn leider hat Tamburini auch nicht berücksichtigt bei diesen Einzeltonladen, den Wind abzustellen, wenn die entsprechenden Register nicht gezogen sind. Das birgt Heuler-Gefahr in sich.

Der enorme Relais-Schrott, den wir ausgebaut haben, zeigt welch unheimliche Dimension es annimmt, wenn man solche Transmissionsladen auf diesen alten Systemen aufbaut.

relais.jpg

Was wir hier auf dem Bild sehen, ist längst nicht alles, was ausgemustert wurde. Es sind Einzelteile aus Setzer, festen Kombinationen und STeuerungen, wie oben beschrieben. Die Haarnadelkontakte, die hier von Tamburini verwendet wurden sind füpr solche riesige Anlagen denkbar ungeeignet. Und es versteht sich, dass daran laufend herumgearbeitet wurde.
Die Unlogik musste hier auch noch einen erweiterten Umweg gehen, weil der Setzer natürlich nicht in den Spieltisch gepasst hat, so wurden pro Registereinstellmagnete natürlich drei Kabel nach außen geführt, was dem ganzen komplexen Ungetüm weitere Größen-Dimensionen verschafft hat.

Bei einer neuen Digitaltechnik ist zu beachten, dass die Geschwindigkeit, mit der die Uhren synchronisiert werden (wie oben symbolisch gezeigt), also der Takt des Prozessors, die höchstmögliche Geschwindigkeit hat, die man heute realisieren kann. Das ist wichtig, damit schnelle Repititionen nicht von langsamen Systemen verschluckt werden. Wir sind uns auch 100%ig sicher, dass das von uns verwendete System von Sigmatek, das schnellste ist, das man derzeit in Europa für solche Dinge bekommen kann.

Daneben gilt es natürlich, die Magnete richtig einzuregulieren und mit ausreichend dimensionierten Kabel zu versorgen:
magnete.jpg

Diese Magnete an der Trompeteria, sie steuern wie man am Hintergrund erkennen kann, noch relativ langsame Taschen an, was nicht nur Regulieraufwand bedeutet, sondern vielleicht sogar Änderungen im Windsystem. Die optimale Einstellung all dieser Komponenten ist fast schon Sache der Intonation. Weil natürlich die Windmenge, die das Taschenventil durchlassen muss, mit dem Klang und den Nachbartönen abgestimmt werden muss. Soweit also: elektrische Steuerung und Windfluss an der Tasche bis zum Klang, ein einheitlicher organischer Gedanke. Man sollte nicht glauben, dass der Orgelbauer sich bequem für eine Sache spezialisieren darf und dann von der anderen nichts mehr wissen will.

magnete2.jpg

gwm

Pneumatik anstelle Barkerhebel – Oscar Walckers Vorschläge

Donnerstag, April 15th, 2010

Pneumatisch-mechanische Ventilbetätigungen bei Schleifladen anstelle von Barkerhebeln von Oscar Walcker vorgeschlagen am 15.Aug. 1941.
Der Übergang von Registerkanzellenladen wie Taschen-und Kegelladen auf Schleifladen verlief bei der Firma Walcker gleichzeitig mit einem Generationswechsel.
Nicht nur der Wechsel von einem Windladensystem zum anderen sondern auch die Abkehr von elektropneumatischen Auslaß-Systemen oder reinen elektrischen System der Multiplexinstrumente, die anfangs durchaus von den Leuten der Orgelbewegung begrüßt wurden, und der Wandel hin zur Mechanik brachte eine ganz gewaltige Metamorphose zustande.
So ist es nicht verwunderlich, dass bei Walcker zunächst die pneumatischen und elektropneumatischen Systeme mit der von allen Sachverständigen geforderten Schleiflade in Verbindung gebracht wurden. Die Registermechanik wurde durch pneumatische Bälge ersetzt.
Bild aus der Fertigung:
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Die Tonkanzellenventile wurden durch barkerähnliche Bälge aufgerissen, die wiederum über eine Mechanik und dazwischen liegendes Ausstromsystem angesteuert wurde. Man konnte sich einfach von diesen Gedanken der penumatischen Ansteuerung, die uns heute völlig abstrus vorkommen, nicht lösen (siehe Zeichnung A)
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Eine weitere Variante, die ebenfalls sehr oft und detailliert gezeichnet worden war, ist diejenige (Zeichnung B) welche einen relativ großen Ausstrombalg, Ventilbalg, (wie er ähnlich bei Registerkanzellen zum Öffnen der Registerkanzelle verwendet wurde) verwendet. Wir können uns anhand der Zeichnung gut vorstellen, welch enormer Empfindlichkeit eine solche Trakturen ausgeliefert sind.
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Auch die Variante C, bei der unter dem Ventilkasten Keilbälge angeordnet sind, die mit ausströmendem Wind das Tonventil aufreißen, hat seine Eigenarten. So kann an der Mutter über der Traktur die Schnelligkeit, mit der das Ventil wieder schließen soll reguliert werden.
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Allen drei Konstruktionen liegt vor allem der Gedanke zu Grunde möglichst effektiv die Ventile aufzuziehen und dabei keine Klopfgeräusche zu verursachen, wie das beim normalen Barkerhebel der Fall sein kann.
Zeichnungen werden von Oscar Walcker am 15.Aug.1941 kommentiert.
Wir werden in Zukunft weiter zu untersuchen haben, wo solche Orgeln gebaut wurden, die jene Spieleinrichtungen hatten, und wie sich das alles bewährt hat. Und noch schöner wird es sein, wenn man Instrumente findet, wo solche Spieleinrichtungen vielleicht noch funktionstüchtig sind!
Weitere Dokumente sind
a) die Beschreibung der Systeme von Dr. Oscar Walcker
schleiflade_pneum_ventil.jpg

b) Liste Größe der Tonventil-Bälge lt. Oscar Walcker
schleiflade_pneum_tabell.jpg

Anleitung zum Regulieren mechanischer Kegelladen

Mittwoch, April 14th, 2010

Anleitung zum Regulieren mechanischer Kegelladen. Das hieß bei Oscar Walcker im Jahre 1928 (sehen Sie die originale Aktennotiz aus 28.11.1928 weiter unten als Bild) ANLEITUNG zur REGULIERUNG der MECHANIK bei MECHANISCHEN ORGELN.
Denn der Altmeister des Deutschen Orgelbaus hatte noch sehr wenig mit mechanischen Schleifladen zu tun. Es war für ihn klar, dass es sich nur um Kegelladen handeln kann.
Aber zu diesem Thema kommen wir in einem der nächsten Blogs. Weil das Thema „Walcker und die ersten neobarocken Schleifladen-Orgeln“ bereits bei mir vorbereitet wurde und mit Sicherheit auch erhebliches Umdenken bei historisch gewachsenen Vorstellungen verursachen wird.
Wer bereits Gelegenheit hatte mechanische Kegelladen zu regulieren, oder nur ein paar Handgriffe in der Mechanik einer Kegellade leisten konnte, der weiß, welch komplexes Thema hier angeschnitten ist. Reguliert man nämlich entgegen der hier vorgelegten Systematik, so kann man am Ende dieser Arbeit wieder vorn vorne beginnen. Daher sollten sich Orgelbauer, die nur selten an mechanischen Kegelladen zu schaffen haben, unbedingt Oscar Walckers Methode ausdrucken und in die Akten der jeweiligen Orgel übernehmen.

Die nachfolgende Abschrift ist nicht wortwörtlich vorgenommen worden, sondern in heutiger Rede verfasst. Auch wurde die Tabelle nicht zweimal mit 2mm Addition an jeder Stelle erneut geschrieben. Wer die exakte Formulierung Oscar Walckers bevorzugt, der kann das untere Dokument ausdrucken.

freie Abschrift OV/B.28.11.1928
Anleitung
zur Regulierung der Mechanik bei mechanischen Orgeln.
1. Bei einer zweimanualigen Orgel ohne Oberladen:
Zuerst wird das I.Manual reguliert und bei der Windlade angefangen. Man sieht nach, ob die Wellen auf den Stellärmchen aufliegen; dann wird nachgesehen, ob die Kegel der Wellen einen Weg machen, der bei den verschiedenen Laden auch verschieden ist, und zwar macht der Kegel folgenden Gang:
I.Man. Unterlade 7,5mm
I.M. Oberlade 6,7mm
II.M. Unterlade 7,0mm
II.M. Oberlade 6,5mm
Pedallade 11,0mm
Hinzu kommen noch die 2mm Leerreise (Abstand Kegeldrehmutter zu Wellenärmchen)
Damit ist die Wellenärmchenreise 2mm+ die oben angegebenen Werte.
Es ist darauf zu achten, dass bei angezogener Welle (Taste ist gedrückt) die Anschlagmuttern der Kegel auf dem Bodenholz anliegen. Gegebenenfalls nachregulieren, weil sonst Blasgeräusche hier entstehen und die Kegel nicht ganz aufmachen.

2. Bei zweimanualigen Orgel mit Oberladen:
Sind Oberladen vorhanden, so werden diese sofort nach den Unterladen reguliert, ehe man an die Klaviaturen geht.
Oberlade und Unterlade werden miteinander verbunden, ohne dass hier eine Leerreise entsteht.
Als Leerreise darf nur der bereits im oberen Absatz erwähnte Abstand von 2mm zwischen Wellenarm und Kegeldrehmutter sein. Jedoch muss die Leerreise bei den Oberladen im I.Manual um 0,8mm und im II.Man um 0,5mm größer sein als bei der Unterlade.
Beim Einhängen der Mechanik muss insbesondere darauf gesehen werden, dass beim Eindrücken des Stiftchens oder Einhängen der Abstraktennasen, sich die Abstrakte mindestens 1mm seitlich bewegen kann. Vor dem Einhängen danach sehen, dass die Winkel leicht fallen.
Auf die Stiftchen ist es zweckmäßig eine Papierscheibe aufkleben, damit der Stift nicht herausfallen kann.

3. Sind die Laden reguliert, so stellt man nunmehr den Gang der Manualtasten fest. (ich würde davor noch sagen, es ist festzustellen, dass alle Wellen von Wellenbrettern und Abgangswinkel auf halbe Reise überprüft werden, also in exakter Mitte zwischen nicht gedrückt und gedrückten Zustand auf 90 Grad zur Welle oder Winkelarm zu stehen kommt, da extreme Verstellungen wieder die Tastenregulierung durcheinander bringen Anm.gwm)
Und zwar reguliert man die tiefste und die höchste Taste des I.Manuals derart, dass das I.Manual einschließlich Leergang 11,5mm macht.
Diese Regulierung darf jedoch nicht an der Taste selbst, sondern muss in der Orgel am Wellenbrett oder Raster vorgenommen werden.
Die Tasten müssen in der Lage sein, im gedrückten Zustand die Wellen so zu bewegen, dass die Anschlagmuttern unter den Kegeln am Bodenholz anliegen – also im Tastengang von 11,5mm sind die vorher besprochenen 2mm Leerreise an der Welle enthalten.
Nach dieser Regulierung an Wellenbrett bzw. Abgangswinkel in der Orgel wird die Regulierung an den Tasten des I.Manuals vorgenommen. Und dies natürlich in der Form, dass die Tasten möglichst gleichmäßig zu liegen kommen und möglichst gleiche Reise haben.
Die gleiche Regulierung nimmt man vor am II.Manual wobei hier die Tasten eine Reise von 10mm haben sollen. Ein mögliches III.Manual soll mit 9mm Reise nach Oscar Walcker betrieben werden.
Beim Pedal macht der Kegel 11mm Reise, die Taste macht 17mm Gang, also ist hier eine Leerreise von 6mm. Davon sind 3mm Leereise bei den Wellen und 3mm an den Stechern unter der Pedaltaste.

4. Regulierung der Koppeln
Hierauf erfolgt die Regulierung der Koppel II/I. Diese Koppel wird nun gezogen und die Wippe derart reguliert, dass zwischen Wippe und Mutter ca 0,5mm Leerreise sich ergibt, d.h. die Wippe darf am Mütterchen nicht straff anliegen, das sich sonst beim Ziehen der Koppel die Tasten mitbewegen würden.
Die Pedalkoppeln werden ebenso reguliert, nur dass hier zwischen Wippe und Mütterchen 2mm Leereise sein soll.
Nach meiner Erfahrung ist es immer sinnvoll beim Regulieren der Koppeln den Organisten mit einzubeziehen, weil jeder einen anderen Geschmack hat, wie die Abfolge der Ertönung sein soll. Manche wünschen akkurat zur gleichen Zeit die Manuale mit dem Pedal zu hören, während es oft sinnvoller ist, das I.Man etwas nach dem Pedal hören zu lassen und eine Idee später noch das II.Manual. (womit wir wieder bei der Dynamisierung des Spielbetriebes wären).
gwm

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Solingen -Lutherkirche, weitere Entwicklung der Arbeiten

Sonntag, Februar 14th, 2010

Kein Frage, wer in zwei Wochen einen kompletten Spieltischumbau für diese dreimanualige Orgel vornehmen will, der hat mit allerhand Überstunden zu rechnen, wenn der Organist sich Ziele gesetzt hat. Und zwar an Samstag und Sonntagen. Das ist um so erfreulicher, je schlechter das Wetter ist und je mehr „Fasching“ und andere volkstümliche Gemeinheiten den Orgelbauer verschrecken.
Wir haben es uns angewöhnt sehr langsam bei solchen technischen Dingen, wie beim Einbau von „Tausendfüsslern“ und anderem Heiligkeiten der Neuzeit zu werden, weil oft ein einziges falsch gelötetes Kabel für Schrecken sorgen kann.
Hier nun unser erstes Wochenende mit einem Sonntag, der, wenn ich richtig gezählt habe ( es hat sich nicht um einen solch berühmten „Zählgottesdienst“ gehandelt, bei dem die Effizienz der verschiedenen Kirchenmusiken statistisch exakt durch Eruierung der Kirchenbesucher in Zahlen erfasst werden) also rund 30 Glieder harrten in den harten Kirchenbänken, sollten aber unter anständiger Heizung, der Predigt „von der Liebe“ und Rosensonntag gelauscht haben. Dazu gabs neue und deftige Kirchenmusik vom Kantor Audersch am Elektropianola und einer herzhaften Truhe, die mit Obertönen gut bestückt war.
An den Bildern soll man erkennen, welche Wirkung diese Kirchengebäude der Jahrhundertwende immer noch haben.
Nachmittags lag man dann zwei Stunden im kargen Hotelzimmer – nur Max Reger auf den Ohren – auf Doesburger und Berliner Orgeln. Mein persönliches Amen an diesem Sonntag.

Unsere zwei Mitarbeiter an diesem Sonntag, den 14.Feb.2010
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Der Kirchenbesuch in breitgefächerter Kirche
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Neue Garnituren an Drucktaster unter dem ersten.
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Improvisation über vier Kirchenfenster:
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gwm vom Tatort

Solingen, Einbau eines Setzers, erster Tag

Montag, Februar 8th, 2010

Festgehalten mit einem Bild, an dem man sieht, wie es morgens vor Arbeitsantritt im Spieltisch ausgesehen hat und am Abend, wo kein einziges Kabel der Registersteuerung mehr im Spieltisch enthalten ist.
Wir wollen hier mal zeigen, wie so ein Einbau (hoffentlich) optimal verlaufen kann. Dabei sollen vor allem die Bilder für sich selbst sprechen. Nach diesem Ausbau der alten Registerschalter und Freien Kombinationsschalter werden neue Register-Einstellmagnete eingebaut.
Hier aber nun das Bild das den Morgen und den Abend gleichzeitig zeigt (für ganzes Bild, darauf clicken):
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gwm (bei schneidender Kälte in der besten Kneipe der Messerstadt)

Neue Setzeranlage – alter Spieltisch am Beispiel Lutherki Solingen

Sonntag, Januar 24th, 2010

Noch bevor es wieder losgeht nach Rom, habe ich die Spieltischzeichnung für Solingen fertig gestellt, wo ich in den ersten Februarwochen einen neuen Setzer einbauen werden.
Ein interessanter Studienfall: hier gehen sukzessive die Schalter kaputt weswegen der geplante Setzer, der ursprünglich wegen zu hoher Kosten nicht eingebaut werden sollte, nun doch eingebaut wird.
Dafür werden alle Registerschalter gegen sogenannte Registereinstellmagn ete getauscht. Die gravierten Registertasten bleiben erhalten. Die Drucktaster unter dem I.Man werden komplett erneuert, ebenso die Pistons wie auf der Zeichnung gezeigt.
solingen_luth.jpg.
Interessant ist, dass man die alte analoge Walze erhalten kann und nicht auf digitale Speicher-Walzen ausweichen muss.
Hier das Bild des Spieltisches, der gehörig durchgeschüttelt werden wird:
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Walcker-Orgel in China

Donnerstag, Januar 21st, 2010

Es gibt doch eine Walcker-Orgel in China, was nicht aus den Opusbüchern und Listen bisher hervorgegangen ist. Die politischen Situationen haben oft auch Lieferungen nach China verschleiert, weil teilweise Besatzungen durch Japan stattfanden, was Lieferungen nach Japan suggerierte.
Nun also haben ein Professor aus Honkong und ich herausgearbeitet, dass Walcker eine Orgel nach China geliefert hat, und zwar das nachfolgende Instrument, das im Jahre 1938 als Opus 2635 nach Harbin (Manschuko= eine phantasievolle japanische Erfindung) ging, und die sich zweifelsfrei in China befindet. Ob das Instrument noch gespielt wird ist allerdings fraglich. Sicher aber ist, dass bei unserer nächsten Opus-aktualisierung auf Walcker.com auch dieses Instrument eingebracht wird.

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(gwm)

Gran Fabrica De Organos Tubulares – Sistema Pneumatico de E.F.Walcker Y Compania

Samstag, Dezember 26th, 2009

Gran Fabrica De Organos Tubulares – Sistema Pneumatico de E.F.Walcker Y Compania – Ludwigsburgo, Alemania – México, 25 de Agosto de 1904.
Es la Fábrica de E. F. Walcker y Comp. la más grande y afamada en el mundo y la que marcha á la cabeza de todas las de su especie.
La Fábrica de E. F. Walcker y Comp. es la que ha sido siempre premiada en todas las Exposiciones Universales á que ha concurrido, con las primeras medallas, altas recompensas, títulos y condecoraciones.
En el año de 1895 á la Casa de Walcker le fue encomendada la construcción de un órgano flautado para la Basílica de San Pedro en Roma, cuyo encargo fue desempeñado con tan lisonjero éxito, que la Casa constructora fue felicitada y obsequiada por su Santidad León XIII, con la Gran Medalla de Oro, y además obtuvo la honra de ser nombrada proveedora del Vaticano.
En la construcción de estos famosos instrumentos sólo se emplean materiales de primera calidad y-la mano de obra más perfecta; nada se omite de lo que tienda á asegurar la duración y la perfección de las partes mecánicas y de la estructura general del instrumento; todo lo que la ciencia y el gusto musical pueden producir, está aprovechado. En el órgano de Walcker, el carácter de los diversos registros, es producción de artistas especialmente adiestrados en este difícil trabajo; en cuanto á la construcción de los tubos, se escogen siempre los materiales más adecuados; el material que tiene el más insignificante defecto, es rechazado desde luego.
Cada órgano, cualquiera que sea su tamaño, se sujeta á un estudio y cuidado especial, de manera que todas y cada una de sus partes alcancen una excelencia máxima. Los recursos de la Fábrica de Walcker son tan numerosos y tan grandes, que les permiten no ahorrar ningún gasto para obtener la perfección absoluta del instrumento, tanto en el tono como en la mano de obra. Naturalmente ocurre preguntar, ¿por qué medios la Fábrica de Walcker, ha alcanzado un renombre universal? Sin duda porque en su manufactura y desarrollo artísticos, están ocupados hombres que han llegado á la mayor habilidad en la construcción del órgano. A la cabeza de la Fábrica se encuentran los Sres. D. Carlos, Eberhard y Osear Walcker, á quienes secundan un sinnúmero de ayudantes versados en la ciencia de la acústica, expertos organistas de primera clase.
Desde la fundación de la Fábrica en 1820, se han construido arriba de 20,000 registros sonantes de órgano, cuyas flautas alcanzan la enorme cifra de r.000,000. El número de registros sonantes que se fabricaron el año próximo pasado de 1903, pasa de 1,500 con cerca de. . . 100,000 flautas. Estas enormes cifras indican el crédito y demanda de los Órganos de Walcker. Sumamente interesante es dar un vistazo al índice de la Fábrica en donde constan los lugares en donde se han instalado sus instrumentos; parece que no falta ni una Ciudad de importancia en el mundo, que no cuente con uno de estos preciosos instrumentos.
El renombre universal de los órganos flautados de Walcker, lo confirman las innumerables cartas de felicitación que hemos recibido tanto del Venerable Clero como de los Ilustrísimos Señores Arzobispos y Obispos que nos han encomendado la construcción de un órgano tubular de la Casa de Walcker, y de cuya instalación y supremas cualidades han quedado plenamente satisfechos.
Hasta hoy hay instalados en esta República 24 Órganos de Walcker, y hasta el fin del presenté año, tendremos montados otros 10 Órganos más. En este año hasta la fecha hemos mandado construir 14 Órganos de Walcker, y este gran número, es la eminente prueba del éxito y aceptación que entre nosotros han tenido dichos instrumentos.
No obstante que los referidos Órganos los hemos montado en distintos climas, no hemos tenido ninguna reclamación, la cual prueba, forma ya por sí misma una recomendación.
Entre los órganos en construcción se encuentra el de la Catedral de Morelia, recientemente contratado, obra maestra como existen pocas en Europa y en los Estados Unidos del Norte, y que será el Órgano más grande y más hermoso en toda la América Latina. Verdadera satisfacción nos causa que nuestra casa haya sido la preferida para contratar tan grandioso instrumento, y que tanto el Ilustrísimo y Reverendísimo Señor Arzobispo Dr.D. Atenógenes Silva como el Venerable Cabildo de la Ar-quidiócesis de Michoacán, hayan depositado en nosotros su confianza para dar cima á tan colosal empresa; lo cual pone de manifiesto la superioridad de los instrumentos de la Fábrica f I más grande que existe en el mundo y que nos honramos en representar en esta República, y el gran crédito de que goza nuestra casa, por ser la que mayores garantías presta á su estimable clientela, pues llevando más de diez lustros de existencia, las bases sobre que descansa son sólidas, grande por consiguiente la práctica adquirida, y elementos y personal suficientemente apto, para cumplir con religiosidad todos y cada uno de los compromisos contraídos, no omitiendo gasto ni sacrificio alguno para que el resultado de sus trabajos, sea superior á sus ofrecimientos. Esto no sucederá lo mismo con una casa establecida en pequeño, pues sus pocos medios de acción, y la pequeña esfera en que se mueven, no menos que el reducido número de personal de que puede disponer, no le permitirá dar satisfacción completa á sus ofrecimientos, aunque su voluntad sea mucha.
Tenemos además que advertir que en los precios de los órganos tubulares hay tanta diferencia, como en los precios de los pianos; y esto depende de la primacía de la fábrica de donde procedan. Desde que se fundó nuestra Casa, siempre nuestros cuidados y desvelos han
consistido en procurar que todos los instrumentos que importemos sean de una Fábrica afamada; y lo que en pianos y armónicos mucho nos preocupa, debe de interesarnos aun más cuando se trata de órganos tubulares. Muy fácil nos sería encargar órganos de precio más reducido, pero esto no conviene ni á nuestra estimable clientela, ni al buen nombre de nuestra Casa; porque un instrumento barato, no está construido con materiales de primera clase, en poco tiempo sufriría descomposturas, y como el órgano es un instrumento tan delicado, daría por resultado que en pocos años se tuviera un instrumento defectuoso; así pues, repetimos, hay que preferir los órganos de Walcker porque están fabricados con materiales de primera clase, porque los órganos de Walcker son los más ricos y bellos en su sonido, y, finalmente, porque Walcker con sus órganos tiene la fama tan justamente adquirida como Steinway con sus pianos.
Si en Europa otras fábricas no pueden igualar la construcción de los Órganos Walcker, menos podrán igualarlos en la República Mexicana, ya por la falta de materiales á propósito * para la construcción, ó ya también por falta de un personal bastante instruido, que como es bien sabido, esto sólo se consigue con mucho tiempo y paciencia.
Nosotros hemos pedido al Gobierno una concesión para montar con toda la maquinaria necesaria una Fábrica de Órganos, porque hasta ahora en México no hay ninguna, aunque algunos pretenden tener Fábrica no se les debe creer porque trabajan con un aparato tan primitivo, que para personas inteligentes y conocedoras en la materia no tiene ningún valor. Aunque nosotros queremos instalar la Fábrica con los últimos adelantos, y nos proponemos contratar un basto personal entre todo lo mejor de las Fábricas alemanas, tenemos que confesar, que no ignoramos las dificultades que tenemos que vencer y sí, sabemos muy bien que transcurrirán muchos años para que nosotros lleguemos á fabricar un Órgano debidamente acabado, y que para que nosotros lleguemos á fabricar un instrumento como los mejores de Europa, tales como los de E. F. Walcker y Cía., repetimos: tendrán que transcurrir muchos años, y todavía así dudamos conseguirlo. Mientras tanto, siempre que las personas quieran tener un órgano artísticamente acabado, se resolverán mandar construir el instrumento en la fábrica de Walcker, y nosotros no dejaremos de importar estos magníficos órganos, que tan buen resultado han dado en México.
Suplicamos pues á nuestra estimable clientela, se sirva tener presentes todas estas consideraciones, y no dudamos que ellas lo inducirán á preferir, en caso de que lo necesite, un instrumento supremo de la Casa referida de E. F. Walcker y Cía., que tenemos el gusto de proponer y que llena perfectamente todas las necesidades del culto.
A los señores Obispos y Curas les daremos con mucho gusto datos y explicaciones de estos notables órganos, y siempre estamos dispuestos á facilitar dibujos, disposiciones y presupuestos con la más grande economía posible en el precio.
Con orgullo podemos decir que nuestra Casa es lamas entendida y competente en este ramo, pues que contamos con bastante personal inteligente para cumplir cualquier compromiso.

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Feliz Navidad y Próspero Año Nuevo
Gerhard Walcker-Mayer
gerhard@walcker.com

Der letzte röhrenpneumatische Titan – Hannover, Stadthalle

Freitag, Dezember 18th, 2009

Als der letzte röhrenpneumatische Titan am 27.Dez 1914 in der Stadthalle zu Hannover vor 4000 Zuhörern eingeweiht wurde, stand bereits der I.Weltkrieg in hellem Feuer.
Die von Furtwängler und Hammer erbaute Orgel mit IV/124 Register war anders als bei Walcker und Sauer, noch ein rein röhrenpneumatisches Werk, so dass uns deswegen diese Orgel, die durch Kriegseinwirkungen zerstört wurde, als etwas ganz besonderes erscheinen muß. Zudem ist dieses Werk in Taschenladenbauweise exakt wie es Walcker und Sauer bauten, hergestellt.
Ganz besonders interessiert uns natürlich, wie es in der Orgel ausgesehen hat und was wir hier für einen Spieltisch antreffen. Immerhin wurden 4 Freie Kombinationen, die dann natürlich pneumatisch funktionierten, betrieben. Es muss ein heiliger Schauder den Orgelbauern den Rücken heruntergelaufen sein, wenn hier Reparaturen erforderlich waren. Denn aus verschiedenen Zeichnungen der Firma Walcker kann man sehr schön erkennen, welche Komplexität und Fehlermöglichkeiten bei einer solchen Konstruktion möglich waren.
Eine ganz besondere Freude war es, festzustellen, dass auch dieses Heft aus der Bibliothek eines ganz berühmten Organisten und Komponisten stammt, das sich nun in meiner Bibliothek befindet: von Gerard Bunk.
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Das Deckblatt der Schrift zeigt die Stadthalle in Hannover mit ihrer patheonähnlichen Kuppel:

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Hier die Disposition der Orgel

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Orgelansicht:
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Grundriss der Orgel

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Schnitt durch die komplette Halle:

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Schnitt durch die Orgel

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und hier diese hochinteressanten Ansichten in der Orgel, die wir leider nie mehr real zu Gesicht bekommen können, und die wohl die größte pneumatischen Relais zeigen, die je gebaut wurden:

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Hier nun der Spieltisch in drei verschiedenen Ansichten, Zeichnungen:

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Last not least, die Personen, die hier zum Bau beitrugen und das Windladensystem

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gwm

ergänzender Link zur ZEITSCHRIFT FÜR INSTRUMENTENBAU, die 1915 zu dieser Orgel geschrieben hat DANK an HOLGER FETT