Archive for the ‘Allgemein’ Category

Die Riesenorgel von Breslau

Mittwoch, Dezember 9th, 2009

So lautete der Titel einer Schrift, die Paul Walcker sen. verfasst hatte, und mit der er vielleicht seinem Neffen Oscar Walcker nach Ludwigsburg “winken” wollte, hier in Breslau haben wir die GRÖSSTE ORGEL EUROPAS, respektive Deutschlands, und nicht, wie einige Jahre zuvor gedacht in Hamburgs Michaeliskirche.
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Die Orgel in der Jahrhunderthalle in Breslau wurde als Opus 1160 im Jahre 1913 von der Firma Sauer, Frankfurt/Oder gebaut, mit 187 Register, verteilt auf Haupt(I.-III.M.und P.)- und Gegenorgel(V.Manual). Ein weiteres Werk sollte mit 13 Hochdruckregister (auf dem IV.Manual) kräftig Dampf machen.
Was für Sauer eine enorme Herausforderung war, es war nämlich seine erste elektrisch gesteuerte Orgel, während Walcker doch schon ein gehöriges Maß an Erfahrungen mit dieser Technik sammeln konnte.
Dieser Herausforderung konnte Sauer dadurch begegnen, da der Sohn Paul Walckers, Paul Walcker jun., Regierungsbaumeister und Dipl. Ing der Elektrotechnik war. Jener Paul Walcker jun. hat dann auch die Schrift ” Die direkte, elektrische, funkenfreie Orgeltraktur” verfasst, die vieler Ort zur Auffassung veranlasste, zu glauben, es handle sich um das Novum einer direkten elektrischen Traktur.
Das ist ein Irrtum, wir haben es hier genau genommen mit einer elektropneumatischen Taschenlade zu tun, die allerdings alles, was es bisher in Europa an elektrischen Orgelverkabelungen gab, in den Schatten stellte. Tatsächlich aber hat Paul Walcker hier erstmals bei Orgelmagneten Funkenlöscher eingeführt, was Kontaktabbrand reduzierte. Wie man auf dem 2. Spieltischbild sieht, sind sogar noch pneumatische Bälge im Spieltisch, welche die Kontaktrechen bewegen - also muss in den Spieltisch, wie in in der Heidelberger Stadthallenorgel von Voit, noch Wind eingebracht werden.
So wurden im Spieltisch und Koppelschrank 3.351 Platinspitzkontakte, 2.528 Silberdrahtkontakte verwendet. Der gesamte Verdrahtungsaufwand lag bei 25.000 Lötstellen. Und da die Lichtmaschinen noch nicht in der Lage waren für den Riesen genug schwankungsfreien Gleichstrom zu liefern, waren noch gewaltige Akkumulatoren-Batterien zwischengeschaltet, die man nach 8 Stunden Orgelbetrieb aufladen musste. Nach meinen Informationen wurde bereits ein Jahr später das gesamte Kontaktmaterial mit Akkus ausgewechselt.
Die Orgel wurde von Karl Straube vom 20.-24. Sept. 1913 eingeweiht. Begonnen mit Mahlers Sinfonie Nr. 8, wo eine Orgel benötigt wird - beendigt mit Liszt, Franck und Max Reger’s für diese Orgel geschaffene Auftragskomposition: Introduktion, Passacaglia und Fuge e-Moll, op. 127.
Paul Walcker sen. erhielt von seiner Majestät Kaiser Wilhelm für diese Leistung den Roten Adler-Orden IV.Klasse verliehen. Rund zehn Jahre vorher bekam Paul für die Berliner-Dom-Orgel den Kronenorden ebenfalls vom Kaiser. Und von der Majestät der Kaiserin gar eine prachtvolle Vase aus der Königlichen Porzellanmanufaktur.
Die Orgel wurde auf einer Fläche von 260qm aufgebaut, Breite 22m, Höhe 15m, Tiefe 15m, und wog 51 Tonnen. Sie wurde mit 11 Eisenbahn- Waggons transportiert. Der Wind wurde von einem 12PS-Motor betrieben, dessen Ventilator 160 cbm Wind erzeugte (also meine Faustformel 1 Reg= 1 cbm, weil das Gegenwerk einen weiteren Motor hatte, eine Rechnung also, womit man bei den heutigen Ventilatoren etwas Sicherheit hat, wenn Sub- und Superkoppeln und vor allem weite Register versorgt werden müssen). Dieser Ventilator brachte 350mm WS Druck.
Die Orgel wurde von Straube außerordentlich gelobt.

Hier das Bildmaterial:
Disposition 2 Blätter
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Spieltisch:
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Orgelschnitte:
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Pfeifenwerk und Windladen schlummern heute noch in mehreren Kirchen Breslau’s.

gwm

ergänzender Link (besonders interessant zur Elektrotechnik)
“Zeitschrift für Instrumentenbau” Jg 1913

Quellen:
Paul Walcker “Die direkte, elektrische, funkenfrei Orgeltraktur” erschienen 1914 FfO
Hans Joachim Falkenberg ” Die Orgelwerkstatt Wilhelm Sauer”1998, Kleinblittersdorf
Einzelblatt der Firma Sauer “Breslau, Jahrhunderthalle” 1914
Orgelprospekt der Firma Sauer, Oscar Walcker, 1930
Verzeichnis Erbauter Werke von Wilhelm Sauer 1913
Paul Walcker sen. “Die Riesenorgel von Breslau”

Die Steinmeyer-Orgel im Vereinshaus der I.G.Farben, Ludwigshafen, 1929, 92 Register+6Tr

Freitag, November 20th, 2009

Diese Orgel (Op. 1450) muss schon sehr beeindruckend gewesen sein. Es war bis dato die zweitgrößte Orgel von Steinmeyer, und wer die Disposition liest, merkt rasch, dass hier nicht nur eine Orgelbewegung stattgefunden hat, sondern, dass hier schon die Orgeln Sinzig und Köln des Herrn Bares teilweise vorweggenommen wurden.
Was mich als Orgelbauer sehr fasziniert hat, waren die Abbildungen in diesem Einweihungsheft, das mir bei der Neuorganisation meiner Orgelliteratur in die Hände fiel. Sehr logische und handwerklich hervorragend gemachte Windanlage. Bilder vom Xylophon und Röhrenglockenton zeigen, dass Steinmeyer durchaus konstruktiv gedacht hat und teilweise völlig andere Konstruktionsprinzipien als Walcker verwendet hat.

Ein sehr lehrreiches Beispiel für den süddeutschen Orgelbau aus anderer Perspektive.

Disposition:
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Hier Bilder direkt aus einer Orgel, die leider nicht mehr existiert.

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gwm

Oscar Walckers Anweisungen zur Fertigung von Taschenladen

Mittwoch, Oktober 28th, 2009

Am 28.Juli 1943 fertigte Oscar Walcker (1869-1948) eine Anweisung über Maße, Bohrungen, Mensuren usw. für
TASCHENWINDLADEN. Genau zu einer Zeit, als die ersten Bomben in Hamburg abgeworfen wurden, mit verheerenden Folgen für die Menschen: In der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 1943 flogen britische Bomberverbände den ersten einer Serie von insgesamt sieben Luftangriffen auf die Stadt. Es waren die damals schwersten Angriffe in der Geschichte des Luftkrieges. Der militärische Codename lautete Operation Gomorrha. Die Zahl der Opfer belief sich auf 34.000 Tote und 125.000 Verletzte.
Natürlich wurden diese Anweisungen nicht neu erstellt für irgendwelche zu erwartenden Auftgräge, sondern die Zeit die man hatte wurde genutzt, um solcherlei Dinge in transparentere Formen zu fassen. Man erkennt an dem nachfolgenden Text, mit welcher Detailversessenheit diese Windladenkonstruktion reglementiert wurde. Natürlich mit dem Ziel vor Augen, keinerlei zufällige Fehler aufkommen zu lassen.
Ich glaube kaum ein Orgelbauer hat mehr Taschenwindladen gebaut (im Sinne der technischen Überwachungt), als es Oscar Walcker getan hat, und der mit Leib und Seele Techniker war, wie es hier aus diesen folgenden Texten uns entgegenspringt. Um aber auch technisch interessierten Fachleuten die Logik dieser Texte zukommen zu lassen, habe ich auch am Ende der Anweisung die dafür notwendige TASCHENLADEN-TABELLE eingebracht, auf die dieser Text mehrfach Bezug nimmt.

Ich notiere alle relevanten Aufzeichnungen im Originaltext:

ANWEISUNG ÜBER MAßE, BOHRUNGEN, MENSUREN usw. FÜR TASCHENWINDLADEN
1. Breite des Windladenpapiers 280mm
2. Höhenmaße der Lade
a) Bodenholz 28mm
b) Dämme 105mm
c) Pfeifenstöcke 35mm mittel
3. Die Dicke der Dämme und die Kanzellenbreiten werdeen nach der Tabelle gezeichnet und zwar:
Spalte 6,12 und 13 (siehe beiliegende Taschenladen-Tabelle)
4. Bei längeren Laden bekommt der Kanal eine Außenweite von 240mm und eine Lichtweite von 190 mm.
Bei kurzen Laden erhält der Kanal eine Außenweite von 190mm und Lichtweite von 140mm
Je kürzer die Laden, desto mehr Platzbedarf in der Breite. Wenn irgend möglich werden immer 2 Kanzellen zusammen genommen. Der Zwischenraum zwischen den Kanzellenblöcken beträgt mindestens 15mm.
5. Bei längeren Laden wird die Kanzellenbreite nach der Tabelle Spalte 12 genommen. Bei versetzten Taschen wird die Kanzellenbreite nach Spalte 13 genommen. Ob versetzt oder nicht versetzt genommen wird, richtet sich nach der Teilungsmöglichkeit.
6. Das Relais wird am besten in die Mitte der Lade verlegt. Breite Laden werden geteilt. Nur in besonderen Fällen wird das Relais an die Außenseite verlegt. Magnetgröße nach Tabelle.
7. Es werden die Bohrungen für die Ventiltaschen in die einzelnen Kanzellen eingeschrieben. In welche Bohrungsgröße die einzelnen Register einzuordnen sind richtet sich nach Spalte 10 der Tabelle resp. nach der Registereinteilung für Kegelladen. Spalte 12 ist zum Vergleich die Nummer der Kegelladenregister eingetragen.
8. Es werden nun die Relaisbohrungen festgestellt. Man rechnet die qmm nach Spalte 9 für die Bohrungen des C zusammen. Die Summe dieser Zahlen wird für die Tabelle für Relaistaschenladen Spalte 16 verglichen und der Mittelwert genommen. Beträgt die Summe nach Spalte 9 200, wird man nach Spalte 17 der Relaistabelle die Bohrung 17 wählen. Nach der Summe der Ventilbohrungen nach Spalte 9 wird für die betreffenden Windladenteile die Dammbohrung festgestellt. Die größten Bohrungen im Bodenholz sollen nicht mehr als 13mm sein. Müssen die Bohrungen größer genommen werden, werden sie länglich gebohrt, siehe Spalte 25. 10mm Bohrungen im Bodenholz werden nur bei engen Teilungen angewandt, also z.B, bei 25mm. Siehe Spalte 18
9. Die Mensuren der Register werden genau nach dem Arbeitsbuch bei den einzelnen Kanzellen eingetragen, insbesondere auch das Material, ob Holz oder Metall.
10. Es wird die Breite der Registerzugsöffnungen in die Kanzellen mit Farbstift eingetragen. Dabei ist zu beachten, dass wenn die Ventildrähte durch die Mitte des Dammes gehen, 33mm rechts und links für Ventilsitz freibleiben müssen. Siehe Splate 14&15 Farbige Pfeifel in den Dämmen zeigen an, wo gebohrt wird.
11. Kanaldeckellänge genau angeben und darauf achten, dass Registerventilapparate herausgenbommen werden können. Besonders beachten, wenn bei großenb Laden diese geteilt sind.
12. Für jede Lade mit größeren Registern ist eine Skizze über die Patronenlegung in der tiefen Lage anzufertigen.

Anfertigung eines Stabes:
13. Die Länge der LAde wird auf einen STab aufgemessen. Der REgisterkanal eingezeichnet. Gleichzeitig die Lager mit Farbstift angegeben. Lager beim Kanal möglichst außerhalb des Kanals legen wegen Kanalzuführung.
14. Teilung der Lade eintragen, nach größter Kanzellenbohrung.
15. Anschreiben der Töne der Teilung immer rechts.
16. Auf dem STab mit Farbstift und 2 Kreuzen anzeichnen, wo die Pfeifenstöcke und die Relais getrennt werden. Pfeifenstocklänge möglichst nicht über 1,25m.
17. Ventilöffnung im Kanal eintragen
18. Vorsehen, dass in dem Relais Teilungen für Registerrelais vorgesehen werden.
19. Bei Transmissionen Teilung siehe Tabelle

Tabelle Bohrungen (Beispiele)
Posaune 32′ C-F 40mm
Rankett 32′ C-H 34mm
Posaune 16′ C-H 27mm
Trompete 8′ C-H 22mm
Oboe 8′ C-H 17mm
Clairon 4′ C-H 17mm
Sing.Kornett 2′ C-H 13mm

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gwm

Die Braunersche pneumatische Orgel im Tempel zu Pilsen, Bj 1893-94

Sonntag, Oktober 25th, 2009

Diese Synagogen-Orgel kann gewissermaßen als eine Ergänzung zu unserer zwei Blogs vorher beschriebenen Rieger-Orgel in der Synagoge zu Rom gesehen werden. Ebenso kann man diesen Blog auch als einen Aufruf zur Sanierung betrachten, denn das Werk ist momentan unspielbar, hat aber eine hochinteressante Disposition, die man auch auf Material und Mensurenzusammenstellung noch näher auf den Seiten der ZEITSCHRIFT FÜR INSTRUMENTENBAU VON 1893-1894 studieren kann.
pilsen01.jpg
Ich danke für den Hinweis und beigebrachten Fotos Herrn Holger Fett, der schon mehrfach unsere Seiten in dieser Form bereichert hat.

Disposition der Braunerschen Orgel in der Synagoge zu Pilsen:

HAUPTWERK I.Manual C-g3
1. Bourdon 16′ Holz
2. Principal 8′ Zinn
3. Octav 4′ Zinn
4. Cornett 5 1/3′ Zinn
5. Mixtur 2 2/3′ Zinn
6. Viola di Gamba 8′ Zinn
7. Hohflöte 8′ Holz, prismatischer Schnitt
8. Doppelflöte 8′ Holz?, Doppellabien, gedeckt
9. Octaviante 4′+2′, Zinn, 2′ doppelt Läng überblasend
10. Clarinette 8′, vorgesehen

SOLO II.Manual
11. Quintade 16′ Holz, Zinn
12. Principal 8′ Zinn
13. Salicional 8′ Holz, Zinn
14. Wiener Flöte 8′ Zink,Holz
15. Gedeckt 8′ Holz, Zinn
16. Solo-Cornett 5 1/3′, 3f. G-c-e durchgehend
17. Geigenprincipal 4′ Zinn
18. Spitzflöte 4′ Zinn
19. Mixtur 2 2/3′ 3-5f.
20. Englisch Horn 8′ vorgesehen

III.Manual SCHWELLWERK
21. Liebl. Gedeckt 8′ Holz
22. Geigenprincipal 8′
23. Rohrflöte 8′ Zinn
24. Engelsstimme 8′ Holzrohrkörper, 88 Pfeifen
25. Aeoline 8′ Zinn
26. Gemshorn 4′ Zinn
27. Fugara 4′ Zinn
28. Harm. aetheria 2 2/3′ 3-5f. Zinn
29. Vox humana 8′ vorgesehen

PEDAL 27 Töne
30. Principal 16′ Holz, Zinn
31. Violon 16′ Zink, Zinn
32. Subbaß 16′ Fichtenholz
33. Salicet 16′ Holz, Zinn
34. Violoncello 8′ Zink, Zinn
35. Principal 8′ Zinn
36. Trompete 8′ vorgesehen
37. Posaune 16′ Holz einschlagend
38. Bassethorn 4′ Zinn

und hier die schockierenden Bilder des Elends, die uns erreichten:

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Die Pilsener Synagogenorgel war übrigens seinerzeit bei “Orgel International” (Markus Zimmermann) im Heft 1, 1999, auf der Titelseite abgebildet. (wird mit entsprechenden Heftinfos ergänzt)

(gwm)

Die Rieger-Orgel Op.1073 Bj.1904 in der Synagoge zu Rom

Mittwoch, Oktober 14th, 2009

Diese Orgel wurde im Jahr 1904 von der Firma Gebr. Rieger, Jägerndorf, Schlesien (Österreich) als Opus 1073 in pneumatischer Kegelladenbauweise und freistehendem Spieltisch ausgeführt. Die Orgel steht hinter dem Thora Schrein. Über dem Spieltisch befinden sich die Manuale. Das I.Manual, das Hauptwerk steht von vorne gesehen rechts, daneben, links ist das Schwellwerk (Recit) platziert. Hinter dem Spieltisch steht das Pedalwerk.
Die Orgel besitzt einen der damaligen Zeit entsprechenden typischen „romantischen“ Klang, der sich besonders durch feine Streicherstimmen wie Salicional, Gambe und auch die verschiedenen Flöten auszeichnet. Schön, aber in der Intonation nicht befriedigend sind ebenfalls die Principalstimmen. Sehr gut klingt der Violon 16’ im Pedal. Jedoch sind hier und auch im Subbaß und Octavbaß Intonationsmängel, die korrigiert werden müssen. Ganz typisch und hervorragend ist das Fugara 4′. Schön und ebenfalls typisch sind die Rohrflöte, Flute harmonique.
Insgesamt aber hat die Orgel ihren ursprünglich warmen, originalen Gesamtklang. Es macht sich bei vollgriffigem Spiel aber bemerkbar, dass die Windversorgung der Orgel erheblich durch den defekten Magazinbalg gestört ist.
Die Vox coelestis (auf Schwebung gestimmt) ist mit 2 Pfeifen pro Taste und Ton völlig verstimmt und momentan unbrauchbar. Verstimmungen sind auch in anderen Registern, besonders in der Mixtur festgestellt worden.

I.Manual C-g3 =56 Töne
Bourdone 16′
Principale 8′
Viola di Gamba 8′
Flauto conico 8’
Coperto 8′
Ottava 4’
Flauto di tubo. 4’
Mistura quadrupla 2 2/3’

II.Manual Recit

Principale di Viola 8′
Flauto di tubo 8′
Salicionale 8′
Voce celeste 8′
Fugara 4’

Pedal C-f’= 30 Töne
Violone 16′
Subbasso 16′
Basso ottavo 8’
Cello 8’

Cop. al ped. I, Cop. al ped. II, Cop. ott. sup. I, Cop. al man
Piano, Mezzoforte, Forte, Tutti, Auslöser
Schwelltritt, Crescendotritt

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Kegellade der Rieger-Orgel
a) Taste
b) Ventil
c) Bälgchen
d) Ventil
e) Membranleisten
f) Membranen (sind hier als Bälgchen gezeichnet)
g) Kegelventile
h) Registerkanzelle

In diesem Gebäude, der größten Synagoge auf europäischen Boden, befindet sich die 105 Jahre alte Rieger-Orgel, die seit ihrer Erbauung ununterbrochen Dienst im Tempel durchgeführt hat. Sie wird nicht für den üblichen Gottesdienst eingesetzt, sondern für Feste, wie Hochzeiten u.a..
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und hinter diesem Thora Schrein steht das Instrument:

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hier der Schwelltritt und Crescendotritt, ganz rechte Seite:
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erstaunlich die recht kurz angesetzten Expressionen (die sogar näher an der Mündung liegen, als bei Sauer):
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das Pedal Cello 8′ mit gut und leicht verstellbarem Gavioli:
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doppelte Relais im Pedal:

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(gwm)

Ergänzung: von einem Kommentator erhielt ich die Nachricht, dass die Synagoge in Budapest die größte Europas sei, was ich kaum beurteilen kann. Aber es ist wichtig zu wissen, dass in dieser Synagoge eine neue Orgel der Firma Jehmlich aus dem Jahre 1996 steht.

Blaupapier - eine Anfrage aus Mexico

Dienstag, September 22nd, 2009

Als Orgelbauer nimmt man oft Dinge als selbstverständlich und unbedeutend wahr, die für Andere höchste Bedeutung zu besitzen scheinen. So ist es mit diesem “Blaupapier” das ganz allgemein immer wieder Laien zu Fragen auffordert, oder wie jetzt einen Historiker aus Mexico, der mich nach dem blue-paper befragte, was man anfangs als blue-print missverstand.
hier seine zweite Rückfrage:
Dear Mr. Walcker- Mayer
Can I call you a friend? Because that’s what you are now for me and the project. You don’t know how much you helped us in this particular problem of the reserch! I can’t thank you enough for taking your time to help us. We can now talk about an interesting German organ building influence in the renovation and maintenance of eighteenth century Mexican organs particulary in the State of Hidalgo.
You also provided information about the restoration proces! Thank you so much!
I still have a lot of questions and I’m wondering (if is not to much trouble) if you can provide some of the answers or maybe you can tell us about a source to look for more information about this paper.
I’m wondering…
This paper was only a German tradition? Did it travel through Europe?
I think this paper is also used in harmoniums. Right?
Is there a chance that a Mexican craftsman in the eighteenth century or maybe in the twentieth could have learned how to use it ?
This was also a tradition in wooden pipes?
Dou you know the composition of this wallpaper glue?? Do you know where to buy it?
I’m sending some photos in this mail. With the wisdom of your experience and with the knowledge of many generations of Walckers maybe you can tell us if there is a chance to save all the paper in the restoration process and still have a good wind conduit… we have in our hands a historical piece but we also have the objective to bring it to a working condition.
We’ll like to know your opinion!
I’m sorry if I tooked to much of your time but Jimena Palacios Uribe (conservator of Musical Instruments, proffesor and the director of the project) and I are prepared to give you an oficial thank you document for helping us in our project. Who knows? Maybe you can be our on line assesor…if you want of course!

Long live the Organ!!!

und hier die für unsere Augen absolut einmaligen Fotos aus einer solchen mexicanischen restaurierungsbedürftigen Orgel:
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Nun, wie verhält es sich mit diesem berüchtigtem Blaupapier? Wir haben eine Aufzeichnung in Eberhard Friedrich Walckers Notizbüchern gefunden, die zeigt, dass er das erste Blaupapier bei Aristide Cavaillé-Coll etwa 1856/57 gesehen hat und sich beim französischen Orgelmeister die Erlaubnis geholt hat, dasselbe auch in seinen Orgeln verwenden zu dürfen.
Eine andere Version, ich weiß es nicht mehr wo ich dies gelesen habe, sagt, dass Marcussen schon 1830/35 solches Blaupapier verwendet habe.
Das Blaupapier wird ab etwa 1870 bei Walcker und bei vielen deutschen Orgelbauern bis zum II.WK verwendet, vor allem bei Kanälen und Bälgen. Astlöcher und Holzundichtigkeiten werden so leicht eliminiert. Das Blaupapier sauber und faltenfrei anzubringen erfordert aber, dass a) das zu papierene Element (Kanal oder Balg) selbst absolut sauber ist, und b) das Blaupapier auf einer Seite leicht feucht gewässert wird, während die andere Seite gut mit Tapetenkleister bestrichen wird. Dieser Kleister sollte so angerührt werden, wie bei schweren Tapeten. Möglichst keinen Kleister auf die sichtbare Seite anbringen, weil man das nachher sieht.
Bei Laukhuff muss man eine ganze Rolle Blaupapier kaufen, geringere Mengen werden von uns Orgelbauern gerne abgegeben.
Blaupapier wurde natürlich auch in Harmonien verwendet, auch bei Holzpfeifen, was nun aber wirklich keine ästhetische Qualität mehr aufweist.
gwm (bei sonnigem Wetter mal wieder in Bliesransbach)

deutsche Principal-Mensuren und solche der italienischen Orgel

Dienstag, September 15th, 2009

Es ist ein Irrtum zu glauben, wir ständen heute in einer aufgeklärten Welt, in der besonders durch Computertechnologie das Wissen in speziellen Fachbereichen wie dem des Orgelbaus, großartige Vertiefung bevorstände. Es ist eher der umgekehrte Fall, dass längst bekannte Tatsachen mit neuer mängelbehafteter Optik weitere Fragen aufwerfen, wie jene Darstellung in Eberleins “Orgelregister” über den “Italienischen Principal”, wie ich es nachfolgend aufzeigen werde.
So ist die von Eberlein gemachte Entdeckung, dass Mahrenholz in “Die Orgelregister” unter “Italienisch Principal” fehlerhafte Vorstellungen von Hans Henny Jahnn übernommen habe, eine alte Erkenntnis, die bereits Carl Ellis in einem 1952 geschriebenen Nachwort zu dem Buch Renato Lunelli “Der Orgelbau in Italien” (erschienen 1956) gemacht hat. Und im Gegensatz zu Eberlein schafft es Elis sehr sorgfältig das Thema zu differenzieren und sogar tabellenmässig mit Maßen und Daten zu ergänzen, die das Bild über “Italienische Principale” fast umfassend erläutern.

Zitate nach Carl Ellis in “Renato Lunelli - Der Orgelbau in Italien”
Die Principale der italienischen Orgel sind eng. Ihre Mensuren stimmen, zumindest in dem Bereich zwischen c und c2, auffallend mit den älteren deutschen Maßen überein. Dazu die nachfolgende Aufstellung:
……………………………………..c4′………c2′…….c1′
1560 Jakob Scherer………..88……….52mm
1577 Matthias Mahn……….85………..46…….26mm
1592 Hans Scherer…………79………..45…….28
1598 Antomius Wilde……….83………..47……29
1624 Scherer d.J……………84………..48……28
1642 Tobias Brunner……….81………..45…….30
1657 Hans Chr.Fritzsche…..76………..50…….30
1696 Arp Schnitger…………88………..51…….27
1700 Carlo Prati…………85…………46……27
1769 Doria………………..81………..50……28
1790 Tronci………………78…………44……26
1836 Serassi……………..85………….51……29

1766 Karl Riepp…………..81………….45……25
1710 Andr.Silbermann………97…………52…….36 - also weiter
1760 Joh.Andr.Silbermann…105……….60……..35 - noch weiter
1750 Pietro Nacchini………..94…………53…….31 - weitere itali.
1778 Callido………………….99…………55…….31
1927 deutsche Normmensur 92.2……….54.9…..32.6

Was somit zu Anfang der deutschen Orgelbewegung über die angeblich weite Mensur des italienischen Principals behauptet wurde, beruht auf Unkenntnis der Tatsachen (Mahrenholz). Nur für Nacchini und Callido könnte das zutreffen, aber Nacchini und die venezianische Schule standen mit der weiten Principalmensur allein. Allerdings fand das weite Principal durch Nacchini eine außerordentliche Verbreitung, hat doch Nacchini annähernd 500 Orgeln gebaut, g. Callido (gest. 1813) nicht weniger als 434 Instrumente. Später verhehlt dann Serassi, der wohl bedeutendste Orgelbauer Italiens im 19.JH, nicht seine Abneigung gegen diese “venezianische Principale” und schlägt vor, sie als “Flauto principalato” zu kennzeichnen. Das entspricht somit bereits vor mehr als 100 Jahren der bei uns noch völlig neuen -Erkenntnis, dass die Werte der deutschen Normalmensur zu weit sind und dass es für die Principale einer engeren Mensur bedarf. (zitiert aus Renato Lunelli “Der Orgelbau in Italien”, Nachwort von Curt Ellis, der m.W. 1952 starb)
So hätte ich mir gewünscht, dass in einem modernen Buch über Orgelregister das Phantom des “Italienisch Principal” etwas erläutert würde. Die Auffassung von Elis, dass die “deutsche Normalmensur” zu weit sei, ist auch zu seiner Zeit bereits Allgemeingut im Orgelbau gewesen. Die Normalmensur von Walcker war 1950, Principal 4′ C=82mm, c=50,2mm, c1=30mm während der Principal 4′ in der Tabelle von 1904 bei C=99,5 wesentlich weiter war.
Dass aber heute noch die “deutsche Normalmensur” oder die “Töpfer-Normalmensur” als Vergleich herangezogen wird, obwohl Jedermann klar ist, dass es ein theoretisch völlig daneben liegendes Abstraktum ist, das wird mir immer ein großes Rätsel bleiben.

gwm (vor der Abreise nach Schottland)

Die Transmissionen in der mech.Schleifladenorgel von Schyven

Mittwoch, August 5th, 2009

Ich kenne keine mech. Schleifladenorgel in der so viele Transmissionen realisiert wurden, wie hier in der Schyven-Orgel in San José /Costa Rica. Die dadurch ein mannigfaltiges Spektrum an Registern vorweisen kann - ein Register mehr, mit 12 Pfeifen, das ist doch eine gute, ökonomische Sache - doch soll man sich nicht schnell täuschen lassen.
Ein Beispiel - und hier bleiben wir gleich mit allen weiteren Erklärungen und Fotos, stellt die Trompete 8′, C-g”’ = 56 Pfeifen, es gesellt sich eine Bombarde 16′ dazu mit CC-HH, also 12 Mehrpfeifen im Bass und ein Clairon mit 12 Mehrpfeifen im Diskant. Das Ganze kostet uns ein wenig vermehrten Fräsaufwand in den Stöcken und eine seltsame Pfeifenaufstellung.
Bei dem System von Schyven müssen “nur” alle gleichnamigen Töne zusammen stehen, damit man die Fräsungen zu den drei Schleifen gut verteilen kann, wie die unteren Fotos zeigen.
Bezahlt wird der ganze Spaß am Ende damit, dass die Orgel von Ausnahme der Zungen praktisch unstimmbar ist. Denn es fehlen die Stimmgänge in der Mitte oder an der Seite die erforderlich wären, um beispielsweise an das c3 des Montre 8′ zu gelangen, das mehr oder weniger direkt neben dem C steht.
Ein weiteres Problem ist, wenn sehr kleine Pfeifen in der Nähe der großen Bohrungen von Baßpfeifen stehen - und keine Schleifendichtungen eingebaut sind - ist der Umstand, dass durch die eingelassenen spanischen Reiter viel Wind zu diesen kleinen Pfeifen gelangen kann - und so Zwischentöne erschallen, die alles andere als schön sind.

Hier also nun erstmal der geöffnete Stock der Zungen aus dem Hauptwerk der Schyven-Orgel. Die Koordinaten sind klar erkennbar: horizontal verlaufen die Schleifen, vertikal sind die Tonkanzellen:
stock.jpg

Am nachfolgenden Bild zeige ich die Schleifen die deckungsgleich zu dem oberen Bild des Stockes liegen. Erkennbar die Span. Reiter. Geöffnet ist die Schleife des Clairon 4′:
schleifen.jpg

Und hier noch ein Detail, das di Rückschlagventile dieses Systems etwas genauer zeigen.
ruckschlagventile.jpg

Resümee: Was würde man als Orgelbauer besser machen, oder auch nur besser einschätzen, nachdem man unter einem solchen Instrument gearbeitet und gelitten hat? Das war eigentlich meine hauptsächliche Intention, das Thema Transmissionen bei Schleifladen, anzusprechen. Ich meine, die besten Lösungen für Transmissionen finden wir bei Kegelladen mit Bälgchen, wo der Kegel, welcher den Wind zur Pfeife steuert, mit bis zu zwei Bälgchen angesteuert werden kann. Schon wesentlich schlechter lässt sich das mit Taschenladen realisieren, wo zwei unterschiedliche Taschen den Wind zur Pfeife steuern und die Pfeife dadurch unterschiedlich angeblasen wird. Außerdem sind auch hier immer Probleme an den Rückschlagventilen zu erwarten. Ganz schlecht aber sind Transmissionen in Schleifladen. Weil sich die kleinen Rückschlagventile und das Tonkanzellenwindsystem sich absolut nicht dafür eignen.
Es ist zwar ganz toll, eine richtige Zungenbatterie mit nur 24 Mehrpfeifen verwirklicht zu haben, und Schyven hat das ja auch bei den Prinzipalen und Flöten gemacht, aber dass die Pflegemöglichkeit der Orgel dadurch minimiert wird, ist ein echter Mangel.
Die Rückschlagventile habenm wir etwas besser hinbekommen, indem man Bleiplättchen auf das Leder geleimt hatte, aber das grundsätzliche Problem der Un-Stimmbarkeit dieser Orgel konnten wir natürlich nicht lösen.

gwm (am Abend nach Ausräumen erheblichen Pfeifenwerks, um das Instrument halbswegs temperiert zu bekommen)

Die Walcker-Orgel Op 0436 Althornbach

Sonntag, August 2nd, 2009

Diese Orgel wurde 1884 mit 10 Reg. auf mech. Kegellade gebaut.
Das Instrument kann als durchaus typisch für die damalige Zeit angesehen werden. Wir verdanken Herrn Benedikt Schwarz ein paar interessante Bilder, die ich hier neben der Disposition zeigen möchte.
0436-althornbach2009012401.jpg
Manual C-f”’ = 54 Tasten
Prinzipal 8′
Flöte 8′
Viola di Gamba 8′
Dolce 8′
Gedeckt 8′
Octav 4′
Rohrflöte 4′
Mixtur 3-fach 2 2/3′

Pedal C-d’ = 27 Tasten
Subbas 16′
Violon 8′

Koppel:
Manual-Pedal

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gwm (aus San José, Sonntagfrüh vor Abfahrt zum Volcan Poas)

Die Walcker-Orgel Op. 2090 in Dolorosa/San José

Sonntag, August 2nd, 2009

Diese Orgel steht mitten im Zentrum der Hauptstadt Costa Ricas, in San José, und ist nach Aussagen eines Freundes seit mehr als 40 Jahren unspielbar. Die Kirche jedoch macht einen solchen überzeugenden Eindruck, dass man nicht ganz versteht, warum das so sein - und vor allem bleiben sollte.

Kirche Santa Dolorosa in San José (alle Bilder 31.07.2009 - gwm)
kirche.jpg

Interessant an dieser Orgel, gebaut im Jahre 1925 unter Oscar Walcker, als längst die Orgelbewegung ihre ersten Gestaltungen erzeugte, ist der Umstand, dass wir es hier mit einer klassischen mechanischen Kegellade zu tun haben, die zweifellos nicht den Orgelalltag der Firma Walcker mehr ausfüllte.
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Innenansichten der Walckerschen Kegellade aus 1925
organo04.jpg organo05.jpg organo06.jpg

Die Disposition dieser Orgel ist schnell erzählt, wobei man nicht weiß, wie es zu dieser seltsamen Bombarde 16′, die im Pedal mit aussergewöhnlichem Porcellanschild erscheint, gekommen ist:
Manual C-g”’
1 Principal 8′
2 Slicional 8′
3 Flöte 8′
4 Voz celeste 8′

Pedal C-f’
5 Subbaß 16′
6 Bourdon 8′
7 Octav 4′
8 Bombarde 16′

Hier nun sehen wir den Orgelkasten mit seitlich angebauten Spielschrank:

organo01.jpg organo02.jpg

Und hier etwas, das mir durchaus nicht einleuchten wollte. Es war auf der Orgelempore so dunkel, dass ich es zuerst auch nicht bemerkte. Es gibt nämlich unter Fachleuten die gute und richtige Auffassung, dass der hier in Costa Rica tätige Schädling “Comejechen” sich niemals in gute deutsche Eiche verbeist. Hier aber schien er es getan zu haben. Aber an dem Foto konnte man später rasch erkennen, dass es nur Eiche Furnier war, durch das sich der Schädling nicht blöffen lies:
organo03.jpg

Und dann kommt natürlich noch das erhabene Gefühl auf, in einen überaus ästhetischen Rausch geraten zu sein, wenn man die in die Linsenen eingelassenen Leuchtstoffröhren sieht und aufleuchten lassen kann. Wenn man außerdem den mit emaillierter Heizkörperfarbe behandelten Pfeifen ins Angesicht blicken kann…., GottseiDank hat man sich im Orgelinneren Askese aufgelegt. Nun leider konnten wir das Pfeifenwerk nicht in Augenschein nehmen - auch hier ein herzliches VergeltsGott, denn wir wissen wohl, welche Prüfungen einem da leicht auferlegt werden können.
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gwm (am Samstagabend im Hexenkessel der Stadt)

Die Transponiereinrichtung an der Walcker-Orgel in Tomintoul

Montag, Juli 20th, 2009

Mit Hilfe dieser Einrichtung lässt sich die Klaviatur drei Töne tiefer oder drei Töne höher stellen. Die entsprechenden Töne fehlen aber in der tiefsten oder höchsten Lage. Der Tonumfang an dieser Orgel ist C-c4 = 61Pfeifen.
Die Skala an der Klaviatur sieht folgendermaßen aus:
die-skala.jpg
wir haben rechts und links (wie auf dem oberen Bild erkennbar links) Ringe, mit denen die Klaviatur kurz angehoben wird und dann entsprechend verschoben werden kann. Das geht alles ohne großen Kraftaufwand sehr rasch. Voraussetzung ist genügend freier Platz in den Klaviaturbacken und der Umstand, dass die Tasten völlig frei von den dahinterliegenden Ventilen bewegt werden kann. Also bei einer mechanischen Traktur ist dies etwas schwieriger.

In der Normalstellung also :
c_normalstellung.jpg klingt der Akkord so: c_normalstellung.mp3

drei Töne nach oben versetzt
sieht es auf der Klaviatur wie folgt aus:
ds_hoechste.jpg ds_hoeher.mp3

und drei Töne tiefer gesetzt
a_tiefste_stellung.jpg
erklingt der Diapason 8′ (Principal 8′) mit folgendem Akkord, der dann noch etwas mehr variiert den Klang dieses schönen Principals zeigt: a_tiefer1.mp3

gwm

Wind in pneumatischer Kegelladenorgel

Montag, Juli 13th, 2009

Die Vorstellungen vom Orgelwind sind teilweise so obskur, wie die Vorstellungen der Griechen, bei anbrechender Morgenröte reite die Göttin Eos auf einem purpurnen, güldenen Wagen über das Himmelszelt, weswegen es rotgolden vom Horizont an übers Meer zu blitzen beginnt.
Auch Sachverständigen- und Orgelbauer-internetseiten, oder gar Fraunhoferinstitute glänzen mit seltsamen Projektionen auf, in denen der „Wind“, eigentlich ein vollkommen falscher Begriff für das physikalische Phänomen, mit dem wir im Orgelbau arbeiten, „blasend um die Ecke marschiert und dann dorthin und dahin seinen Weg geht“.
Der Herbstwind, der schön und bildreich gesättigt Blätter vor sich hertreibt, ist und bleibt die falsche Analogie. Es wäre besser man stellt sich zehn oder zwanzig Billardkugeln vor, die an einer Linie aneinanderliegen: bewegt man die erste Kugel, so wird sich synchron im selben Moment die letzte Kugel bewegen. Hat man 100 solcher Kugeln, so ist das exakt der gleiche Vorgang, aber man hat mehr Reibung, muss also mehr Kraft aufwenden.
Genau in dieser Form bewegt sich Wind in der Orgel im geschlossenen System einer pneumatischen Kegellade (siehe die nachfolgende Grafik).

kegel_pneum.jpg
Nochmals gesagt, ich habe darüber bereits ein Blog mit Video gemacht, die Orgel ist windtechnisch gesehen ein geschlossenes System, in dem idealerweise Ausgleich herrscht, das heißt: es herrscht überall der gleiche Druck. Erst durch das Öffnen eines noch so kleinen Verbrauchers, wie der einer Windwaage, entstehen Druckunterschiede. Und da wir den idealen Zustand nie erreichen, also irgendwo immer eine winzige Undichtigkeit ist, gibt es ein kleines Ungleichgewicht.
Diese heisenbergsche Unschärferelation, was natürlich ironisch gemeint ist, verführt dazu, von Wind zu reden, als sei hier ein brausendes Wesen, das irgendetwas Organisches wie der Atem sei. Dies wird sehr oft von Leuten gesagt, die sofort laut aufschreien, wenn man ein Wörtchen gegen die Wissenschaften redet, was sie jetzt, nachdem sie dem Kirchenglauben nicht mehr so richtig trauen, als einzig festen Halt im Leben erkannt haben.
Es soll hier keinesfalls etwas gegen die Ästhetik geredet werden, die dahinterstehen mag, wie bei den Griechen, wo natürlich die Vorstellung von goldenen Wagenlenkern viel erhabener ist, als eine trockene physikalische Erklärung eines langweiligen Mathematiklehrers, sondern es geht darum, dass der Orgelbauer beim falschen Bilde stehen bleiben kann und dann mit unbeholfenen Methoden am „Wind“ herumdoktert.
Da wäre es einfacher bei Störungen in der Pneumatik gleich den Weihwasserkessel zu holen und die fehlfunktionierenden Teile zu besprengen, anstatt mit der besseren Abstraktion zu arbeiten.
Denn wer in ein 3m langes Bleirohr „brausenden oder atmenden Wind“ einführt, und sich dann wundert, dass der nicht beim am Ende aufgeleimten Keilbälgchen ankommt, der hat kaum eine Möglichkeit, den Fehler durch Nachdenken zu ermitteln.
Wir haben also bei einem solchen Rohr Druckverhältnisse, die sich durch minimalste Undichtigkeiten radikal ändern.
Vergleiche mit den Billardkugeln, die dann Zwischenglieder haben mit extremer Reibung, so dass die letzte Kugel nur unter größter Kraftaufwendung bewegt werden kann – aber bis zu der Kugel, die mechanisch einfach nachprüfbar, die aussergewöhnlich hohe Reibung erzeugt – erhellen meiner Meinung nach die Problematik und zeigen besser Lösungswege auf, als wenn wir bei schönen Bildern stehen bleiben, die unseren Verstand aber in die Irre führen.
Man wird auch schnell verstehen, wenn man bei diesem Bild der Billardkugeln bleibt, dass eine Rohrleitung die 10m lang ist, nicht mehr gewährleisten kann, dass das Bälgchen aufgeht, wenn man die Analogie zu einer 10m langen Billardkugelreihe setzt – und dagegen sagen kann, aber mit 3m geht es.
Und nun meine ich, sollte doch klar geworden sein, dass das Windsystem der Orgel viel mehr Neues zu bieten hat, als trockene Wissenschaftler das uns verkaufen wollen.
Vor allem durch den Wind hat sich die Orgel ihre Lebendigkeit bewahrt, und das wollen wir in keinem Falle dogmatisch oder rational abgehandelt wissen wollen.

gwm (nach der Intonation vom Diapason)

Jugendstil-Elemente in der Walcker-Orgel in Tomintoul

Sonntag, Juli 12th, 2009

Der Jugendstil ist viel mehr, als man es in Deutschland wahrhaben will, ein europäischer Stil, der wahrscheinlich seinen Ausgang in England genommen hat mit den Bildwerken von William Blake und später den Präraffaelitten. Es ist eine Bewegung, die sich gegen die Maschinenarbeit wendet und die das individuell geformte Stück Kunstwerk hervorheben möchte. Weswegen sehr bald diese handbearbeiteten Einzelstücke zu teueren Sammelobjekten wurden, die nur noch der Geldadel bezahlen konnte.
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Jungendstil war der deutsche Name, der in England ART NOUVEAU, in Italien LIBERTY, in Österreich SEZESSIONSSTIL, in Spanien MODERNISTA hiess.
Die Walcker Dulsanell-Orgeln wurden allesamt mit handbemalten Holz-Prospektpfeifen ausgestattet, die wahrscheinlich in England bemalt wurden. Dazu wurden Orgel-Sitzbänke geliefert, welche die stilisierten und organischen Formen der Labien als Füße übernommen haben.
Interessant ist die Gestaltung vor allem durch die Verschmelzung von ART NOUVEAU und Spätgotik. Dadurch haben diese Orgelgestaltungen nie als Fremdkörper in den bestehenden spätgotischen Kirchen gewirkt. Und so ist es auch heute noch eine durchaus sich ergänzende, harmonische Verbindung.
Ich habe hier, um die Formen auf die es ankommt etwas zu unterstreichen, mit anderen Hindergrundfarben die nachfolgenden Fotos behandelt.

pfeife_c_diapason8.jpg pfeife_diapason8.jpg turm_rechts.jpg

Die Orgelbank:
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und hier ein Möbel aus der Kirche, hinter dem Altar:
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(gwm - nach einem arbeitsreichen Sonntag und einem bevorstehendem, geselligen Abendessen im CLOCKHOUSE mit Frank&Co.)

pneumatischer Spieltisch - Walcker-Orgel Bad Nauheim

Donnerstag, Juli 9th, 2009

Diese Orgel erfreut sich immer noch größter Beliebtheit - weil: in dieser Orgel erhebliches Pfeifenmaterial aus der Walcker-Orgel Op 1143 stammt, gebaut 1905 III/42, und sie würde sich sehr viel mehr Maß an Beliebtheit erfreuen, wenn sie noch ihre pneumatische Traktur und ihre originale Disposition aus dieser Zeit hätte. In dieser Beziehung wird es in Deutschland vielleicht noch 30 Jahre dauern, bis man sich aus alten Zwängen befreit hat.
Es ist durchaus nicht verwerfenswert zu sagen, dass heute kaum noch eine größere Orgelfirma in der Lage wäre, diese pneumatischen Instrumente zeitrichtig zu restaurieren bzw. gar neue solche Orgeln herzustellen, denn es gibt dafür kein Geld und keine Klientel. Dennoch gibt es Auffassungen, die respektiert werden sollten und es gibt bereits einige interessante Organisten, die aus dem heutigen Einerlei herausbrechen wollen.
Dafür stellen wir diesen hochinteressanten Spieltisch, sogar mit Organola gebaut, aus der Durchschnittzeichnung der Orgel in Bad Nauheim vor. Denn diese Spieltischseitenansicht zeigt, dass sehr wohl solche Spieltische elegant und freistehend geplant werden konnten - und die auch fast 60 Jahre gespielt wurden, ehe die deutsche Nachkriegsvernichtung zuschlug.
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gwm

Keilbaelgchen für Reparaturzwecke neu beledern

Donnerstag, Juni 25th, 2009

Gleich zu Beginn möchte ich darauf hinweisen, dass man diese hier vorgestellte Methode tatsächlich nur für Reparaturzwecke anwenden sollte, weil Keilbälgchen in der Regel drei Monate gepresst werden müssen. In diesem Zeitraum, sollten die Bälgchen, wie gut gelagerte Whiskyflaschen, regelmässig in der Presse geöffnet und gängig betrachtet werden. Der Druck der Pressen ist anfangs gering und wird dann regelmäsig erhöht.
Hier bei unserer Reparatur haben wir einige Gänge aufgrund der kurzfristigen Verfügbarkeit abgekürzt.
Zunächst ein Bild, das die Ausgangslage zeigt. Ein Bälgchen mit Ober-und Unterteil wird vom alten Leder befreit, zuvor wurde eine Lederzuschnitt-Schablone erstellt, was einfach geht, wenn man die Abwicklung des Bälgchens auf das Papier überträgt.

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Die beiden Hölzer werden frontseitig auf den Lederzuschnitt mit warmen Hautleim aufgeleimt

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Dann werden die beiden Seiten angeleimt: Leim wird immer nur aufs Holz aufgetragen!

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und nun die beiden anderen Seiten

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so sieht dann das Bälgchen kurz vor dichtigen Abschluss am Scharnierende aus

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das Scharnier ist ein kleiner etwa 1,5qmm großer Holzspan, der unbedingt notwendig ist

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Jetzt werden noch die beiden Falten geformt:

keilb_-_13-kopie.jpg keilb_-_14-kopie.jpg keilb_-_15-kopie.jpg

und nun wird ein ganz bedeutendes Geheimnis der gegenwärtigen Orgelbaukunde geoffenbart. Denn, die Frage geht um, wie man denn diese Bälgchen mit frischem Leder so gangbar bekommt, dass sie unverzüglich zu marschieren beginnen, wenn man sie in den pneumatischen Kreislauf einleimt? Wir haben dieses Geheimnis gelöst, und zeigen das zuständige Foto:

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hier also im lichtdurchfluteten Vorderteil unseres Fahrzeugs können wir nach zwei Tagen Sonnenbeleuchtung diese Bälgchen, die zwischendurch mit der Presse gezwingt werden, entnehmen und problemlos einbauen. Andere Methoden, uns wurden von Mikrowelle bis Backofen alle Möglichkeiten genannten, die man schnell wieder verwerfen sollte, haben sich nicht bewährt.

gwm (wieder im Croft-Inn, wo nur wenige Gäste bei herrlichsten Sonnenschein, meist draußen ihre Trinkpausen feiern)

Die Walcker-Orgel in der Klosterkirche Murrhardt Opus 5547, III/37, Bj.1977

Sonntag, Juni 21st, 2009

Die Walcker-Orgel in der Klosterkirche Murrhardt Opus 5547, Bj 1976, III/37, mit Helmut Bornefeld 1976-77 gebaut.
orgel1.jpg
Das Instrument wurde von mir nach meiner Meisterprüfung als erstes größeres Instrument installiert. Dabei werde ich die Zusammenarbeit mit dem „umstrittenen“ Bornefeld nicht so schnell vergessen. Diese Arbeit war zutiefst zwiespältig. Einerseits war ich überrascht einem in künstlerischen Dingen überaus feinfühligen und klugen Menschen gegenüber zu treten. In technischen Dingen war Bornefeld sehr freizügig. In musikalischen Dingen jedoch, Disposition, Intonation konnte man eine Versessenheit bei ihm antreffen, die zur Borniertheit ausarten konnte. Ein besonderes Steckenpferd waren seine Kombinationen mit Lichtdrucktaster und seine Plenen, da hatte er direkt eine Marotte.
Die Orgel wurde anfangs mit elektropneumatischen Schleifzugapparaten ausgestattet, was einfach ein Fehler war, ebenso wurden statt Holzabstrakten Glasfiberstäbe eingesetzt, was sich nicht bewährte. Das wurde bei einem späteren Umbau beseitigt.
Am Klang dieser Orgel kann man sich überzeugen, dass Bornefeld einfach „Unrecht“ hatte: Im Hauptwerk fehlt ein anständiger Prinzipal 4’ und die kleinchörigen Aliquoten kann man heute nicht mehr hören. Dennoch ein historisch interessantes Werk, das wir aus diesem Grunde mit dieser Klangdemostration zeigen wollen.
Schreibweise der Dispo nach Bornefeldscher Manier

Rückpositiv I.Manual C-g’’’
1 Rankett 16’
2 Hautbois 8’
3 Rohrgedackt 8’
4 Prinzipal 4’
5 Blockflöte 4’
6 Quinte 2 2/3’
7 Waldflöte 2’
8 Larigot 1 1/3’ + 1’
9 Stabspiel 3f 1 1/7’
10 Scharf 5f 1’
Tremolo

Hauptwerk II.Manual
11 Quintade 16’
12 Prinzipal 8’
13 Gemshorn 8’
14 Trompete 8’
15 Kornett 4f 5 1/3’
16 It. Prinzipal 4’
17 Rauschharfe 4’ + 2 2/3’
18 It. Prinzipal 2’
19 Mixtur 6-8f 1 1/3’
Tremolo

Brustwerk im SW III
20 Gedackt 8’
21 Vox humana 8’
22 Rohrflöte 4’
23 Nasat 2 2/3’
24 Prinzipal 2’
25 Hörnlein 1 3/5’+ 1 1/7’+ 8/9’
26 Gemsquinte 1 1/3’
27 Zimbel 4f 2/3’
Tremolo

Pedal C-f’
28 Holzprinzipal 16’
29 Untersatz 16’
30 Posaune 16’
31 Prinzipal 8’
32 Gedackt 8’
33 Baßzink 5 1/3’-3 1/5’- 2 2/7’
34 Hohlflöte 4’
35 Clairon 4’
36 Choralbaß 4’-2’- 1 1/3’
37 Glöckleinton 2’-1’
Tremolo Sololade

Die Schallplatte von Elisabeth Ullmann wurde vom Verlag meines Vaters, dem Musikwissenschaftlichen Verlag mbH erstellt und am 3.Aug. 1978 durch Tonstudio Bauer aufgenommen und wird hier als MP3-Sammlung kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Es befinden sich folgende Musikstücke hier auf diesem Blog:
unbedingt empfehlenswert das letzte Stück, Robert Schumann - Kanonop 56/5!!

(1) Wolfgang Amadeus Mozart - Fantasie f-Moll KV 608- 12’05
track-no01.mp3
(2) Dietrich Buxtehude – Präludium und Fuge fis-Moll – 7’30
track-no02.mp3
(3) Max Reger – Fantasie über den Choral „Halleluja! – 15’45
(Reger auf einer Bornefeldorgel: das erspare ich uns!!)
(4) Robert Schumann – Fuge über B-A-C-H op60/5 – 2’13
track-no04.mp3
(5) - Kanon op 56/5 – 2’38
track-no05.mp3

es folgt noch: Helmut Bornefeld “Die neue Orgel der Klosterkirche Murrhardt”, 7seitiges Heft des Konzipienten
5547_murrhardt_03.pdf

gwm 21.06.09 (erschöpft, vor der Abfahrt nach Scotia)

ergänzt:
Max Reger – Fantasie über den Choral „Halleluja! – 15’45 - gespielt von Elisabeth Ullmann auf der Walcker-Orgel in der Klosterkirche Murrhardt - mein Text hierzu auf unserem Blog: Reger auf einer Bornefeldorgel: das erspare ich uns!! - hat aber unterschiedliches Echo ausgelöst, so waren ein paar Hartgesottene, die unbedingt diesen bornefeldschen “Schleifladen-Reger” erhören wollten. Hier also- ohne Gewehr! - als MP3 mit rund 10MB.

hierzu ein folgenreicher Kommentar:

schade, dass es “Halleluja! Gott zu loben” nicht zum Download gibt - mich würde sehr interessieren, wie man anno 1975 gedacht hat; gerade im Hinblick auf das Zitat Bornefelds (Orgelspiegel), dass neue Musik nur gut sein kann, “wenn sie sich - wie die Musik Regers - in die Welt der Schleifladenorgel transferieren lässt”… vor diesem Hintergrund hätte mich das unglaublich interessiert.
Schade, dass die Orgel inzwischen viele ihrer Farben verloren hat - war sie doch das Opus ultimum von Bornefeld…
Hat man bei den Arbeiten eigentlich seine Schwerhörigkeit bemerkt oder hat er die quasi miteingerechnet?

Darauf könnte ich eigentlich nur eine bitter-zynische Antwort geben, die man anstandshalber unterlässt