Archive for Juli, 2015

Oboe 8′ im Walcker-Positiv E

Samstag, Juli 18th, 2015

Im vorigen Blogbeitrag habe ich die Arbeiten in der Werkstatt etwas aufgezeichnet.
Jetzt zeige ich den Einbau der Oboe 8′ in das Positiv in Wuppertal, Lichtenplatzer Kapelle.
Auf den Platz der vormaligen Mixtur 3fach steht nun diese wunderschöne Oboe, die sich übrigens ganz fantastisch mit dem übrigen Ensemble verbindet.

Hier zunächst ein Foto von der Seite, ganz rechts das Gemshorn 8′, Rohrflöte 4′, Prinzipal 2′, Quinte 2 2/3′ und dann besagte Oboe 8′:
wuppertal03100

Zum Stimmen der Oboe müssen ein paar Pfeifen ausgebaut werden, aber dann kommt man problemlos ans ganze Pfeifenwerk der Zunge und der kleinen Pfeifen von Prinzipal und Quinte.

zum Vergleich ein Foto aus ähnlicher Perspektive vor dieser Arbeit, also mit Stock der Mixtur 3 fach:
wuppertal0001a

Von vorne gesehen haben wir diese zwei Bilder:
wuppertal03101

wuppertal03103

Und hier haben wir drei Klangfiles vom mir als Orgelbauer bespielt (ohne jeden Anspruch auf musikalische Ästhetik, aber die neue Klangwelt dieser Orgel ganz gut dokumentierend):

I.Man/Oboe 8′ II.Man/Gemshorn 8′

II.Man/Rohrflöte 4′

I.Man/Prinzipal 4′

gwm am 18.7.15

Austausch Mixtur gegen Oboe 8′

Samstag, Juli 4th, 2015

Wenn in einer Kirchengemeinde seit 10 Jahren der Registerzug der Mixtur nie betätigt wurde, weil man sich dieses Register nicht antun möchte, dann ist guter Rat gefragt.
Mein ursprünglicher Vorschlag war diese Mixtur zu zähmen und weicher zu intonieren. Denn im Grunde bin ich immer der Auffassung, dass ursprüngliche Konzeptionen ihren Sinn gehabt haben.
Aber dieser Vorschlag hatte keine durchschlagende Wirkung, so dass ich über gegangen bin, ein Austausch des Registers gegen eine Oboe 8′ vorzuschlagen. Heute nun sind wir der Sache ein paar Schritte näher gekommen.

Zunächst einmal ein Bild, aus dem der begrenzte Platz in dieser Kleinorgel erkennbar wird:
wuppertal0001a

Eine technische Bearbeitung wurde vorgenommen, der Stock der Mixtur wurde ausgebaut, das neue Pfeifenwerk der Oboe auf dem Stock plaziert. Insbesondere bei Positiven ist durch die Manualteilung der Kanzellen ab etwa 2 Oktaven mit einer äußerst begrenzten Platzsituation auf dem Stock zu rechnen. Eine detaillierte Aufzeichnung via Computer ist erforderlich, wie hier gezeigt:
wuppertal0001

Die Bohrungen auf dem Stock mit 2-3facher Mixtur werden zu einem Windkanal pro Ton gefräst:
wuppertal0002

Auf den neuen Stock wird die Zeichnung im Maßstab 1:1 aufgelegt und die Bohrungen angerissen:
wuppertal0003

Die neuen Bohrungen der Oboe-Pfeifen werden gebohrt und mit einem Sandbohrer brennend ausgekesselt:
wuppertal0005

auf der Rückseite dieses Stocks verfräsen wir und tragen den Leim auf:
wuppertal0006

Die Zeichnung wird auch genutzt, um die Bohrungen im Rasterbrett anzureissen. Da die Stiefelmaße der Zungenpfeifen sehr gut zu handhaben sind, beim Bohren dieser Bretter, geht es recht rasch mit dem Einrstrieren:
wuppertal0009

Noch müssen die Hängeraster gefertigt werden und das Ganze wird danach verpackt und vor Ort eingebaut.
wuppertal0010

gewalcker@t-online.de 04.07.15