Elektropneumatische Kegelladen (II.Teil)

Bevor es an die Restaurierung oder Reparatur einer solchen Windlade geht, muss man sich eine Liste erstellen, auf welcher alle erforderlichen Lederteile aufgeführt sind, die man auszuwechseln hat. Hier in Cartago an der Walcker-Orgel von 1957 handelt es sich um die kompletten Membranen und wie im vorigen Teil erläutert um die Relaismembranen bzw. die Belederung der Relaisventile.

Hier zunächst eine Zeichnung von Walcker aus den 50er Jahren, welche die gängigen Membranen der elektropn. Kegelladen enthält:
Membranen

Dann erstellt man sich eine Liste nach der Disposition der Orgel. Hier in Cartago haben wir folgende Membranliste erstellt:
cartago008_00100_membranenliste

Nachdem man nun also alle notwendigen Membranen erstellt oder gekauft hat und die Membranleisten bereinigt wurden (säubern, abschleifen, Oberflächenbehandlung) kann es losgehen: Die Membranen werden nebeneinandergelegt, so wie sie eingebaut werden. Wir haben auf unserer Windlade im I.Man. C-Cs-Teilung und legen also die Membranleisten genau so an, wie diese nachher eingebaut werden. Jetzt muss nur noch klar sein, wie der Registerverlauf auf der Windlade ist, und wir können beginnen die Membranen mit Hautleim aufzuleimen.

Hierzu das folgende Foto
cartago08_0005

Sind alle Leisten bestückt, empfiehlt es sich, die Membranleisten durch die Relaisöffnung anzublasen, um so festzustellen, ob alle Membranen sauber anheben. Dann bleibt nur noch der Weg zur Windlade, um die neu garnierten Leisten wieder einzubauen:
cartago08_0006

Bei den Stöcken habe ich mich entschlossen, hier anstatt auf die Dämme der Windladen das zur Dichtung notwendige Molton anzubringen. Es ist so einfacher zu verleimen. Wir haben das Molton in Costa Rica besorgt, das nicht ganz die gleich gute Qualität hat wie unser deutsches Molton. Daher entschloss ich mich noch zusätzlich Blaupapier anzuleimen, damit die Löcher besser ausgeschnitten werden können. Was ganz hervorragend geklappt hat:
cartago08_0010

Inzwischen haben wir auf dieser Windlade drei Register wieder spielbar. Es war schön, den Organisten zu erleben, der hier seit 15 Jahren die Orgel und das Elektrium spielt, als er nach probeweisem Spiel anerkannte: So schön habe er diese Oktave 4′ noch nie gehört und vor allem nie vollständig.

gewalcker@t-online.de 15.Juni 15

Comments are closed.