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Windanlage Cartago

Sonntag, Mai 31st, 2015

Bei dieser Orgel, deren Restaurierung wir am 18.Mai 2015 begonnen haben, handelt es sich um eine Walcker-Orgel, Opus 3589, Bj. 1957, III/31.
Weitere Details werden im Zuge unserer Berichte auf dieser Blogseite mitgeteilt werden.
Wir beginnen also mit der Windanlage dieser Orgel, die aus 5 Schwimmerbälgen besteht, die mit Galgenventilen regulieren. Die Kondukten sind aus Pappe hergestellt, die mit Lederpuffern an den Kegelwindladen oder Weiterführungen befestigt wurden, damit bei kleineren Erderschütterungen keine Zerstörungen der Anschlüsse auftreten können. Das hat auch gut funktioniert. Im Moment sind fast alle Lederpuffer undicht und müssen neu beledert werden.
Es handelt sich hier in Cartago um ein elektropneumatisches Kegelladensystem, das ebenfalls gut funktionierte. Allerdings stand die Orgel rund 30-40 cm unter Wasser, was Probleme in der Schwachstromelektrik und bei allen Dichtungen verursachte.
Die Windladen wie alle Holzteile sind aus massiver Eiche gefertigt, was es überhaupt nach solchen Eingriffen von Natur und Mensch erst ermöglichte, diese Orgel wieder herzurichten.

Hier zunächst einmal ein Beispiel von Windanschlüssen mit zwei Puffern am Motorbalg:
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Die in diesem Fall viel zu dünne Belederung der Puffer wurde einfach mit einem Gummituch überklebt. Ab dieser Stelle war der Winddruck dann gleich einmal für die ganze Orgel viel zu niedrig.

Ein weiteres Beispiel zeigt die fehlerhafte Anwendung von Membranen. Auf diesem Foto wird das Relais des I.Manuals gezeigt, das im Laufe der Jahre mit immer groteskeren Membranen garniert wurde. Viel zu kleine Membranen, oder rechts, wo das halbe Windloch zugeleimt wurde etc. :
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Und nun zwei positive Beispiele. Diese Orgel ist praktisch nur deswegen restaurierbar, weil die Qualität der Materialien hervorragend ist. Wir haben es in allen Teilen mit bestem Eichenholz zu tun, das auf einfachste Weise gereinigt und mit Öl-Terpentinbalsam wieder hergerichtet werden kann. Das gibt dem Holz auch einen gewissen Schutz vor der enormen Luftfeuchte, die hier in der Regel um 70-90% liegt:
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und hier Beispiel einer Stock-Metamorphose:
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Cartago, 31.05.15 gewalcker@t-online.de