Registereinschaltung Walcker-Orgel in Kairo Baujahr 1912

Wir haben es hier mit einem „Zustrom-System“ zu tun, das außergewöhnlich stabil funktioniert.
Nicht nur wegen dem sagenhaften Material, das Walcker schon 1912 für seine Bälge verwendete, die den Stecher in Bewegung versetzen, der die Registerklappen öffnete, sondern auch deswegen, weil man mit diesem System bereits bei mechanischen Kegelladen und dann später bei den pneumatischen Kegelladen genügend Erfahrungen sammeln konnte.
Das Material, das für die Betätigungsbälge verwendet wurde, es handelt sich um einen schwarzen Kunststoff, der völlig unverbraucht vorhanden war, ohne jegliche Undichtigkeit. Und der nur deswegen ausgewechselt werden musste, weil durch den Ein-und Ausbau in jedem Fall Verschleiß stattfindet, der für die eine oder andere Delle sorgt.

Hier die Zeichnung für eine solche komplette elektro-pneumatische Registersteuerung

register_cad_gwm.jpg

Funktionsweise: der Hebelmagnet (rechts unten) hebt das kleine Ventil, welches den größeren Balg unten links mit Wind versorgt. Dieser Balg hebt sich und den Stecher. Dieser Stecher drückt die runde Zinkplatte des Registerventils im Windkanal, was das Aufreißen der Registerplatte nach oben bewirkt. Zwei Haken verhindern, dass die Platte nach oben wegdriftet. Soweit ich gesehen habe sind alle Zinkplatten von gleichem Durchmesser, während die Registerventile leichte Unterschiede in den Maßen aufweisen. Das größte Registerventil haben wir bei der Konzertflöte 8′ im HW, während Principal 8, Bourdon 16 und andere Register weitgehend gleich bemessen sind.

Die im Kanal unter Wind liegenden Registerklappen kennt man bei Walcker schon aus uralten Anfängen. Wir möchten sie hier in Formeines dreifachen Fotos zeigen. Ein in Holzrahmen gefasstes rundes Zinkblech wird von dem Stecher aufgestoßen und öffnet das komplette Registerventil, das dann die Registerkanzelle unter Wind setzt.

registerklappe.jpg

Die Stecher sind zusammengefasst in einem Brett:

stecher.jpg

gwm 17.7.11

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