Die Windlade der Trompette orizzontal in Rom-Santa-Cecilia

Die Windlade der Trompette orizzontal, also der spanischen Trompete, von der ich schon mehrere Varianten besonders bei Walcker und in Spanien gesehen habe, sind in der Regel mit Windladen anzufertigen, die etwas höhere Ansprüche genügen muß, weil durch die Schräglage der Pfeifen andersartige Beanspruchung auftritt. Die hier vorliegende Variante hat alle anderen mir bekannten Variationen um Längen an schlechter Qualität geschlagen.
Grund dafür ist der einfache Umstand, dass man einen durchgehenden Stock von über 2,50m Länge verwendet hat, der natürlich im Laufe der Zeit und durch Wassereinwirkung des darüber liegenden Fensters, schwer gelitten hat. Die Orgelbauer haben mit verschiedenen Mitteln versucht die Zusammenstecher aufzulösen, wobei man weitere Schrauben reingedreht hat und Klebeversuche unternahm, die aber alle erfolglos waren.
Aus diesem Grund, und weil der Aufwand nun doch relativ groß ist, dieses Register wieder richtig spielbar zu machen, wollen wir das hier etwas ausführlicher zeigen.
Wir sehen auf dem ersten Foto die Windlade mit abgeschrauben Stock und hier die Filzpappe, die als Dichtung für derartig großflächige Flächen völlig ungeeignet ist. Wiewohl dieses Material ohnehin auch sonst nicht viel bei Abdichtungen bringt – es war halt billig und wurde auch von Walcker verschiedene Male in den 60er Jahren verwendet.
Hier haben wir uns dafür entschlossen Dichtungen aus zwei Lagen Filz und Leder anzubringen. (Das Leder ist ja nie gleichmässig dick und mit einem Filzbelag von 2mm hat man noch genügend Flexibilität auf diese Länge gut abzudichten)
Dazu aber war nötig den Filzpappebelag herunter zu bekommen, was kmeine leichte Übung war. Die ausgerissenen und Zusammenstecher-fördernden Holzsplitter wurden wieder eingeleimt bzw. mit Holzkitt aufgefüllt.
Auf der Rückseite dieser Lade sehen wir Heribert Klein, der mit Entsetzen die Technik dieser 114mm Druck behafteten Lade studiert. Erkennend, dass diese Taschen auf 2-3mm Gang begrenzt wurden, weil ansonsten die An-und Absprache der Trompetten-Pfeifen sehr unschön geworden wären. Auch die unschönen Entlasungsbohrungen auf Foto1 und Foto2 zu sehen, wurden gesetzt, um diesem Umstand Rechnung zu tragen. In diesem Fall, bei diesem hohen Winddruck sind diese Taschen die denkbar schlechteste Windladentechnik die eingesetzt werden konnte.
Aus Spanien kennen wir schöne und funktionable Schleifladen und von Walcker kennen wir auch praktikable Kegelladen (die eigentlich immer für hohe Windladendrücke geeignet sich, weil sich ja dieser Druck nicht in der Traktur bemerkbar macht. Bei Taschen ist das anders, die liegen ja in der Windlade, umgeben vom selben Pfeifendruck).
Hier an dieser Windlade sind relativ viele Zusammenstecher teils durch schlechte Holzqualität (siehe Foto2, wo man einen durchgehend Riss durch die ganze Lade sehen kann) und andererseits durch das relativ empfindliche Taschensystem, das mit begrenzter Taschenreise sicher am Wesen von Ausstromsystem vorbei marschiert.
Zu diesem Beitrag bringen wir später noch Fotos vom reparierten Stock und Klangbeispiele.

FOTOS:
01windladetrompette.jpg 02windladetrompette_detail.jpg 03_stock.jpg 04_stock_behandelt.jpg 05_windladetrompette_hinten.jpg 06_trompette_taschen_det.jpg

gwm (nach Besuch von St. Clemens, wo statt der Tagestemperatur von jetzt 42Grad Cels im taghellen Rom, in unterster Lage, dort wo noch dem Mitraskult gehuldigt wurde, jovale 28 Grad herrschten)

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