Der letzte röhrenpneumatische Titan – Hannover, Stadthalle

Als der letzte röhrenpneumatische Titan am 27.Dez 1914 in der Stadthalle zu Hannover vor 4000 Zuhörern eingeweiht wurde, stand bereits der I.Weltkrieg in hellem Feuer.
Die von Furtwängler und Hammer erbaute Orgel mit IV/124 Register war anders als bei Walcker und Sauer, noch ein rein röhrenpneumatisches Werk, so dass uns deswegen diese Orgel, die durch Kriegseinwirkungen zerstört wurde, als etwas ganz besonderes erscheinen muß. Zudem ist dieses Werk in Taschenladenbauweise exakt wie es Walcker und Sauer bauten, hergestellt.
Ganz besonders interessiert uns natürlich, wie es in der Orgel ausgesehen hat und was wir hier für einen Spieltisch antreffen. Immerhin wurden 4 Freie Kombinationen, die dann natürlich pneumatisch funktionierten, betrieben. Es muss ein heiliger Schauder den Orgelbauern den Rücken heruntergelaufen sein, wenn hier Reparaturen erforderlich waren. Denn aus verschiedenen Zeichnungen der Firma Walcker kann man sehr schön erkennen, welche Komplexität und Fehlermöglichkeiten bei einer solchen Konstruktion möglich waren.
Eine ganz besondere Freude war es, festzustellen, dass auch dieses Heft aus der Bibliothek eines ganz berühmten Organisten und Komponisten stammt, das sich nun in meiner Bibliothek befindet: von Gerard Bunk.
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Das Deckblatt der Schrift zeigt die Stadthalle in Hannover mit ihrer patheonähnlichen Kuppel:

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Hier die Disposition der Orgel

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Orgelansicht:
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Grundriss der Orgel

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Schnitt durch die komplette Halle:

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Schnitt durch die Orgel

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und hier diese hochinteressanten Ansichten in der Orgel, die wir leider nie mehr real zu Gesicht bekommen können, und die wohl die größte pneumatischen Relais zeigen, die je gebaut wurden:

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Hier nun der Spieltisch in drei verschiedenen Ansichten, Zeichnungen:

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Last not least, die Personen, die hier zum Bau beitrugen und das Windladensystem

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gwm

ergänzender Link zur ZEITSCHRIFT FÜR INSTRUMENTENBAU, die 1915 zu dieser Orgel geschrieben hat DANK an HOLGER FETT

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