Die Walcker-Orgel Opus 1747 in Wildervank, Bj 1913, II/24

Dass die Holländer ein begeistertes Volk von Orgelliebhabern sind, das wissen wir nicht erst seit “Hertogenbosch und Nijmegen” oder jener sagenhaften Orgelgestalt in der Bravokerk in Haarlem, sondern wir wissen auch seit der Umstellung der Walcker-Orgel von Rotterdam nach Doesburg, dass dort die stellvertretende “Hamburger Michaeliskirchenorgel” steht, die vor knapp 8 Jahren von Flentrop restauriert wurde und über die ich in einem der nächsten Blogs berichten will.
Sondern wir wissen auch, dass es ein paar kleinere Spätromantiker gibt, die bei uns in Deutschland längst ausgetrieben wurden.
Neben “Meppel” also gibt es noch die Orgel in Wildervank, die im Jahre 2001 von de Wit & Zin repariert und gerichtet wurde. Unklar ist allerdings, wie weit man den Umbau im Jahre 1962 wieder zurückgenommen hat auf die Erbauungszeit 1913 hin.
Ein neuer elektrischer Spieltisch wurde dazu gebaut, der unten vor dem Altar dem Organisten ein besseres Hörgefühl vermitteln soll. Der alte Spieltisch, auf linker Seite am Orgelgehäuse angebaut blieb belassen. Unklar ist, ob dieser rein pneumatische Spieltisch noch irgendwelche Funktionen hat. Denn ein Bild besagt mir, dass man wohl die pneumatische Spieltraktur beseitigt hat, obwohl man bei Besprechungen im Jahre 1999 mit Walcker diese Orgel sowohl pneumatisch als auch elektrisch spielbar machen wollte.
DISPOSITION DER ORGEL von 1913 und Änderung im Jahre 1962: 1747.pdf

Die nachfolgenden Bilder stammen alle vom
Organisten Herrn WIM DE OLDE:
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Am letzten Bild erkennen wir, dass vereinzelte Kunststoffschläuche verwendet wurden. Dieses Material kann man eigentlich nicht vertreten. Zum einen verändern sich die Eigenschaften während des Alterns und bei Temperaturunterschieden (das kann soweit gehen, dass der Querschnitt bei größerer Wärme halbiert wird und dann zuwenig Wind durchgeht) außerdem ist es ein völlig unästhetisches Material, das keine Entsprechung in dieser historischen Orgel hat.

Auf dieser Orgel wurden ein paar schöne Stück gespielt durch Sietze de Vries (http://www.sietzedevries.nl/), die den Klang der Orgel wunderbar wiedergeben und auch erkennen lassen, dass hier nicht ganz auf die alte Disposition zurückgefahren wurde.

improvisation_psalmensonate_a.mp3

improvisation_psalmensonate_b.mp3

improvisation_psalmensonate_c.mp3

improvisation_psalmensonate_d.mp3

Mendelssohn_Sonate 2a.mp3

Mendelssohn_Sonate 2b.mp3

Mendelssohn_Sonate 2c.mp3

Mendelssohn_Sonate 2d.mp3

Reger – Aus tiefer Not.mp3

Es wäre unbedingt zu begrüßen, wenn die scharfkantigen Aliquoten auf das alte Niveau kämen: Die Mixtur im HW war C=2-1 1/3-1; c0=2 2/3-2-1 1/3-1 etc.; das Cornett C= 4- 2 2/3- 1 3/5; ab c1= 8-4-2 2/3-2- 1 3/5 und ab gs3= 8-4; Das Cornett im SW hört sich wie ein Sesquialter an.
Die derzeitige Disposition ist mir aber nicht bekannt und wird hier gezeigt, wenn wir sie erhalten.

Ganz großen Dank an Sietze de Vries und Wim de Olde für Musik und Bildmaterial.

(gwm)

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