Die Walcker-Orgel Opus 1592 in der Evang. Kirche in Bukarest (Op.1708 III/33, Bj1912)

Die Orgel in der Evang. Kirche zu Bukarest wurde im Jahre 1910 unter Opus 1592 von Walcker als Taschenladenorgel gebaut.
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Diese Disposition ist dokumentiert in einem Walcker-Prospekt aus 1912 und stellt folgende Zusammenstellung dar.
I. Manual –
Hauptwerk C-g3

1. Bourdon 16’
2. Prinzipal 8’
3. Hohlfloete 8’
4. Viola di Gamba 8’
5. Salicional 8’
6. Oktave 4’
7. Rohrfloete 4’
8. Cornett 3-4fach
9. Mixtur 5 fach
10. Trompete 8’

II. Manual
Schwellwerk

11. Liebl.Gedeckt 16’
12. Geigenprinzipal 8’
13. Flûte harmonique 8’
14. Aeoline 8’
15. Voix céleste ab c 8’
16. Bourdon 8’
17. Gemshorn 4’
18. Flûte traversière 4’
19. Flautino 2’
20. Harmonia aetheria 4f
21. Oboë 8’

III. Manual
Fernwerk

22. Echo Gamba 8’
23. Gedeckt 8’
24. Vox angelika 8’
25. Spitzfloete 4’
26. Vox humana 8’
Tremulant

Pedal C-f’

27. Contrabass 16’
28. Subbass 16’
29. Salicetbass 16’
30. Gedecktbass Tr. v. 11 16’
31. Violon Tr. v. 12 8’
32. Oktavbass 8’
33. Posaune 16’

NORMALKOPPELN
III/II
III/I II/I
I/P II/P III/P

Sub II/I
Super II/I
Super III

SPIELHILFEN
Piano Ped frei einstellbar
2 FK, P-MF-F-TT
Schwelltritt II
Schwelltritt III
Windanzeiger
Crescendo „ab“
HR „ab“

Autom. Pianopedal frei einstellbar
2 freie Kombinationen für alle Register
Kollektivzüge für Piano, Mezzoforte, Forte, Tutti
Generalcrescendo, Decrescendo samt Zeiger
Schwelltritt für Schwellkasten II.Manual
Schwelltritt für Schwellkasten III.Manual elektr.
Tremolo fürs III.Manual, Windanzeiger
Handregister ab, Crescendo ab

Die Orgel wurde nach einem Brandschaden, der sich von 1. auf den 2. Januar 1912 ereignete, neu bei Walcker gebaut unter der Opusnr. 1708 im Jahre 1912, und im Dezember 1912 wieder eingeweiht. Dabei wurden die Restteile der Orgel nach Ludwigsburg verfrachtet und wieder verwendet.
Bei dem Neubau unter Opus 1708 wurden die Metallpfeifen des I.Manuals neu gefertigt sowie der komplette Prospekt. Es wurden außerdem alle elektropneumatischen Relais erneuert, der Spieltisch wurde überarbeitet. Es wurde das Fernwerk „wieder erstellt“, die Orgel komplett ausgereinigt. Im II. Manual wurde an Stelle der Flûte harmonique 8’ eine Viola 8’ eingesetzt.

Die komplette Orgel mit Ausnahme des Pedals, besitzt neue Kegelwindladen aus dem Hause Laukhuff. Diese Windladen wurden ca. 1964 unter Mitarbeit der Firma Walcker neu eingebaut.
Das Pedal ist das einzige Werk, das unverändert von Walcker sowohl in der Orgel als auch im Spieltisch präsent ist, während alle anderen Register im Spieltisch andere Gravurplättchen haben, und wie gesagt auf neueren Kegelwindladen stehen. Die Pedalladen sind original aus 1910.
Der Spieltisch selbst besteht aus dem alten Gehäuse und den alten Klaviaturen, die Registertasten rechts und links wurden umgraviert, im Mittelbrett wurde eine seltsame Koppel-Kombinationsschaltung integriert. In der linken Re-gisterstaffelei wurden sehr ungünstig die Registertasten des jetzigen Fernwerks eingebaut. Diese Registertasten und die ganze Anlage dazu wurden aus der Walcker-Orgel des Konservatoriums in Bukarest entnommen und stellen einen exotischen Zubau dar, der mit dem ursprünglichen Orgelwerk kaum konform geht.
Die alten Registertasten wurden (mit Ausnahme des Pedals) farblich sehr unschön behandelt und mit neuen neobaro-cken Registernamen graviert, was das ganze Ambiente des ursprünglichen Spieltisches verunstaltet.
Zum Beispiel der Registername „Gellend Cornett“, ist schon in Deutschland so selten bei wenigen Barockorgeln, so dass er hier bei dieser romantischen Orgel völlig fehl am Platze ist. Die gesamte Gestaltung dieses Spieltisches sollte wieder auf den ursprünglichen Zustand zurück gebracht werden, der dem Wesen dieser Orgel entspricht und vor allem die Ursprünglichkeit dieses Orgelwerks wider gibt.
Neben der Umgestaltung des Spieltisches ging eine Umgestaltung in der Disposition einher und einer Umgestaltung der Windanlage.
Die Orgel wurde im Jahre 1964 mit neuen Register der Firma Walcker bestückt. Das waren in jedem Falle die Pfeifen die jetzt im Schwellwerk mit der Bezeichnung Scharff und Prinzipal 2’ eingebaut sind.

gwm 16.6.09 (in Vorbereitung auf Arbeiten an dieser ORgel morgen, übermorgen und dem Tag danach)

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