Elemente der pneumat. Walcker-Orgel aus 1904 (Tomintoul)

Wir sind bereits wieder am Zusammenbau der Walcker-Orgel in Tomintoul / Schottland und wollen mit diesem Blog einzelne Elemente dieser Orgel in Bild und Zahl darstellen. Die notwendige Normzeichnung von Walcker aus 1900 wird nachgereicht.

Ein ganz wichtiges Element ist das pneumatische Relais und die Keilbälge die darüber liegen und die großen Kegel des Bourdon 16′ ansteuern.
Hierzu das erforderliche Foto:
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Dazu folgende Ergäzungen: die Reise der Relaisbälgchen ist immer rund 3mm, während die Reise der Keilbälgchen, die Kegel zu heben immer 5mm sind. Die Relaisbälgchen der Vorrelais sind 60 x 15mm, die Keilgälgchen für die Kegel größenabhängig.
Unterseite der Relais und Oberseite:
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Ein weiteres wichtiges Element der pneumatischen Orgel sind die Registerbälge, die eine Platte in der Kegellade heben, welche den Wind in die Kanzelle strömen lässt. Es ist klar, dass diese Bälge wesentlich größer sein müssen, als die kleinen Keilbälge der Töne. Die Größen sind 170 xs 100, 120 x 160 und 170 x 110mm,hier das entsprechende Foto:
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Die Keilbälge auf Balgleisten unter die Kegellade montiert, wie gesagt handelt es sich bei Keilbälgchen immer um 5mm Reise bei Walcker. (meines Wissens gabe es ohnehin nach 1905 kaum noch Keilbälgchen unter den Kegelladen, ab dann nämlich wurden nur noch Membranen verwendet, die wesentlich geringere Haltbarkeit haben und geringere Dammhöhe. Bei Bälgchen haben wir eine Dammhöhe von 50mm, was bei einer späteren Normzeichnung von Walcker nochmals erläutert wird.)
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Keilbälge von oben, wobei hier von Interesse ist, dass es sich um Lederscheiben handelt, welche als Ansatz zu den Würteln der Kegeldrähte dient.
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Und hier noch einmal die gesamte Windlade von unten gesehen (auf Kirchenbänke mit Frontseite aufgebockt) mit zwei montierten Balgleisten:
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Und hier abschliessend noch eine Ergänzung zum Werkzeug, das benutzt werden sollte um eingerostete Schrauben auszudrehen oder, falls das nicht mehr geht, abzuflexen.
Zunächst der Hinweis, dass mit billigen „Chinesen“ als Schraubendreher nicht an solchen Orgeln gearbeitet werden kann, weil man bis Ende der Árbeit 10 bis 20 Sätze verbraucht haben dürfte. Ich empfehle umbedingt die besten Dreher von Stanley, die einzige Firma, die solche hochwertigen Schraubendreher herstellen kann. Mit vergüteter Spitze. Dann sieht ein Dreher n a c h einer solchen Arbeit wie dieser hier aus:
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Mit diesem Hebeltrick bekommt man 80% schwer eingerosteter Schrauben raus:
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Und mit dem neuesten Dremel und Flexscheiben, die selbst flexibel gelagert sind, kann man nicht mehr bewegbare Schrauben abflexen und dan neu einbohren:
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(gwm – während dem Spiel Manchester:Barcelona im Croft-Inn, bei mäßigem Besuch)
27.Mai 09

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