Archive for Mai, 2009

Schrauben am Magazinbalg – Tomintoul

Freitag, Mai 29th, 2009

Zu diesem Thema habe ich einige Rückfragen erhalten, weswegen das Thema nochmals- und hoffentlich nun erschöpfend – geklärt werden soll.
Wir haben hier eine interessante Methode entwickelt, mit der wir absolut alle Schrauben, und seien diese noch so ins Holz eingefressen, heraus bekommen, ohne dass die Holzteile zerstört werden, was am letzten Foto, dem Schöpferbalg der Orgel, bewiesen werden soll.
1) zunächst werden alle Schrauben mit einem Möbelspray, das etwas Öl oder flüssigen Bienenwachs enthalten soll eingesprayt
01spray.jpg
2) die Schraube wird mit einer Flexscheibe erhitzt!! – das muss bei jeder einzelnen Schraube gemacht werden, die dann direkt mit dem Schraubendreher bewegt wird
02flex.jpg
3) nun die Schraube über den Hebel der Schraubendreher vorsichtig herausdrehen
03drehen.jpg
4) so sieht eine derartige Schraube aus, völlig ohne Gewinde
05schraube.jpg
5) und so sieht das Tretgebläse aus, nachdem man die vier Ansaugklappen heruasgeschraubt hat, die alle vier rettungslos verloren gewesen wären, hätte man mit normalen Mittel daran gearbeitet
04schoepfbalg.jpg

(gwm mit defektem Laptop im Crofft-Inn bei bestem Sonnenwetter (von 24 Uhr bis 2Uhr30 haben wir etwas Nacht))

Elemente der pneumat. Walcker-Orgel aus 1904 (Tomintoul)

Mittwoch, Mai 27th, 2009

Wir sind bereits wieder am Zusammenbau der Walcker-Orgel in Tomintoul / Schottland und wollen mit diesem Blog einzelne Elemente dieser Orgel in Bild und Zahl darstellen. Die notwendige Normzeichnung von Walcker aus 1900 wird nachgereicht.

Ein ganz wichtiges Element ist das pneumatische Relais und die Keilbälge die darüber liegen und die großen Kegel des Bourdon 16′ ansteuern.
Hierzu das erforderliche Foto:
blog9_teil03.jpg
Dazu folgende Ergäzungen: die Reise der Relaisbälgchen ist immer rund 3mm, während die Reise der Keilbälgchen, die Kegel zu heben immer 5mm sind. Die Relaisbälgchen der Vorrelais sind 60 x 15mm, die Keilgälgchen für die Kegel größenabhängig.
Unterseite der Relais und Oberseite:
blog9_teil04.jpg blog9_teil05.jpg

Ein weiteres wichtiges Element der pneumatischen Orgel sind die Registerbälge, die eine Platte in der Kegellade heben, welche den Wind in die Kanzelle strömen lässt. Es ist klar, dass diese Bälge wesentlich größer sein müssen, als die kleinen Keilbälge der Töne. Die Größen sind 170 xs 100, 120 x 160 und 170 x 110mm,hier das entsprechende Foto:
blog9_teil11.jpg

Die Keilbälge auf Balgleisten unter die Kegellade montiert, wie gesagt handelt es sich bei Keilbälgchen immer um 5mm Reise bei Walcker. (meines Wissens gabe es ohnehin nach 1905 kaum noch Keilbälgchen unter den Kegelladen, ab dann nämlich wurden nur noch Membranen verwendet, die wesentlich geringere Haltbarkeit haben und geringere Dammhöhe. Bei Bälgchen haben wir eine Dammhöhe von 50mm, was bei einer späteren Normzeichnung von Walcker nochmals erläutert wird.)
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Keilbälge von oben, wobei hier von Interesse ist, dass es sich um Lederscheiben handelt, welche als Ansatz zu den Würteln der Kegeldrähte dient.
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Und hier noch einmal die gesamte Windlade von unten gesehen (auf Kirchenbänke mit Frontseite aufgebockt) mit zwei montierten Balgleisten:
lade-gesamt.jpg

Und hier abschliessend noch eine Ergänzung zum Werkzeug, das benutzt werden sollte um eingerostete Schrauben auszudrehen oder, falls das nicht mehr geht, abzuflexen.
Zunächst der Hinweis, dass mit billigen „Chinesen“ als Schraubendreher nicht an solchen Orgeln gearbeitet werden kann, weil man bis Ende der Árbeit 10 bis 20 Sätze verbraucht haben dürfte. Ich empfehle umbedingt die besten Dreher von Stanley, die einzige Firma, die solche hochwertigen Schraubendreher herstellen kann. Mit vergüteter Spitze. Dann sieht ein Dreher n a c h einer solchen Arbeit wie dieser hier aus:
blog9_teil06.jpg
Mit diesem Hebeltrick bekommt man 80% schwer eingerosteter Schrauben raus:
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Und mit dem neuesten Dremel und Flexscheiben, die selbst flexibel gelagert sind, kann man nicht mehr bewegbare Schrauben abflexen und dan neu einbohren:
blog9_teil08.jpg

(gwm – während dem Spiel Manchester:Barcelona im Croft-Inn, bei mäßigem Besuch)
27.Mai 09

Die Walcker-Orgel in Tomintoul 03 – der Magazinbalg

Freitag, Mai 22nd, 2009

Dieser Doppelfaltenbalg ist mit einem Schöpferbalg ausgestattet, der auf zwei Arten bedient werden konnte und zwar:
a) wie ein Harmonium durch Tritte (Mechanik wurde aber vor längerer Zeit entfernt) und
b) durch einen Handhebel, der links hinter dem Gehäuse befestigt ist und immer wieder auch benutzt wurde. Ich vermute, dass hier in der Kirche in Tomintoul das elektrische Gebläse etwa 1928 eingebaut wurde, also bis dato nur mit diesem Handhebel Wind geschöpft wurde. Wir werden die Kalkanteninschriften an den Holzpfeifen an dieser Stelle etwas genauer studieren und können dann darüber Aufschluss geben.
Der Balg ist wie man am 2.) nund 3.) Foto sieht kaum mit Industrieabgasen maltärtiert worden und daher, wie alles in der Windanlage nahezu „blütenrein“.
Interessant ist, dass keine Flechsen als Fixierung für die Falten verwendet wurden sondern Gurtbänder (siehe nachfolgendes Bild)
02_b08_tom.jpg

In dem nachfolgenden Bild sehen wir die sehr einfach gehaltenen Rückschlagklappen zu dem Schöpferbalg der unter dem Magazin liegt.
03_b08_tom.jpg

und hier die Fertigstellung in unserer provisorischen Werkstatt gegenüber der Kirche in Tomintoul:
01_b08_tom.jpg

22.Mai 09 (gwm im Croft-Inn wo sich bereits mehr als 20 Leute zum Wochenendtrinken eingefunden haben, alle arrived without car)

Hill-Orgel in Inveraven – Details

Donnerstag, Mai 21st, 2009

Die Schleifladenorgel in Inveraven weist durch den Kleinorgelcharakter einige Ähnlichkeiten mit der pneumatischen Walcker-Orgel in Tomintoul auf, aber im Wesentlichen finden wir natürlich Schleifen, Tonventile, Traktur und sehr schöne, gedrechselte Rasterstöckchen.
Die Kirche strömt eine wunderbare Idylle aus, die mit dem umliegenden Friedhof und den Zypressen eine harmonische Einheit bilden.
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Das Ventilbodenbrett zeigt, wie Hill die Durchführung der Traktur zum Ventilkasten gestaltet hat. Die Drähte gehen durch eine Mesingleiste, der ich allerdings nicht viel Dichtungskraft zutraue, weswegen wir noch Bleipulpeten dazubauen werden.
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Die Schleifen sind wie im 19JH üblich ohne alle Arten von Dichtungen, mit spanischen Reitern in Stock und Schleifenbett gefertigt:
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Die Registertraktur spuielt sich über der Klaviatur wie folgt ab:
blog7_hill05.JPG

Die Ventile des Manuals und der Ventilkasten mit späteren Anbau für die beiden (sehr schön klingenden Register Gambe und Dulciana):
blog7_hill06.JPG blog7_hill10.JPG

Momentan bei der Arbeit, die Klaviaturen:
blog7_hill11.JPG

Das Orgelgehäuse mit dem in Unterteil eingebauten Magazinbalg sieht also momentan so aus:
blog7_hill12.JPG

Hier ein sehr schönes Detail der Rasterbänkchen (könnte vom alten Marcussen stammen):
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Das Kircheninnere mit ausgebauter Orgel
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Tick und Trick sind entwischt, aber Track hats schwer getroffen (Fundsachen in der Kirche):
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gwm (immer noch im Kroffts-Inn)

Die Walcker-Orgel in Tomintoul 03 – Details beim Ausbau

Mittwoch, Mai 20th, 2009

In diesem Blog habe ich bis auf das letzte Bild, alle Fotografien etwas beschriftet. Grund ist, dass wir Resonanzen von Australien bis in die USA über diese speziellen Blogs bekommen haben und interessierte Laien manchmal einzelne Begriffe hinterfragt haben.
Bei dem ersten Foto handelt es sind um den Unterteil der Orgel in dem sich sowohl Pneumatik wie Kegelwindlade befindet.
Dieser Teil ist äußerst komplex, da sowohl Superkoppel wie eine Transmission von Bourdon über Bleirohre und Keilbälgchen realisiert wurden.
Dieser interessante Teil wird bei diesem Blog etwas genauer gezeigt, denn es ist fast unmöglich diese Technik im zusammengebauten Zustand zu zeigen.
(1) Ich beginne mit dem Ausgangsbild, einer Ansicht, wo deutlich wird, dass die Orgel (und zwar jede, die mehr als ein Register hat) ein Koordinatensystem darstellt, das durch die Koordinaten Ton und Register geprägt ist. Hier sehen wir diese beiden Koordinaten sehr deutlich anhand der Balgleisten (Töne) und den darüberliegenden Registerkanzellen.
tomint01.JPG
(2) An den nachfolgenden beiden Bildern kann man erkennen, wie einfach eine Balgleisten-Einschaltung funktioniert. Wir haben das bei der Superkoppel und beim Echo-Bourdon. Ein Balg hebt eine Eisenstange, dann ist das Register (Koppel) ein, bei liegender Eisenstange können die Bälgchen nicht arbeiten:
tomint03.JPG tomint02.JPG
(3) Das Ausgangsbild mit geöffnetem Relaiskasten:
tomint04.JPG tomint05.JPG
(4) hier sieht man die freigelegten Balgleisten:
tomint06.JPG
(6) Und hier zwei Bilder die zeigen, wie Keilbälgchen auf Balgleiste die Kegel in der Registerkanzelle heben:
tomint07.JPG tomint08.JPG

(gwm – nach erschöpfender Arbeit in Tomintoul, wo in einem Whyskycastle über 500! Sorten Whysky durchprobiert werden kann – mit Grüßen nach Namur, Canberra, nach Edinburgh, nach Luxembourg/Kirchberg, Toccoa, und last not least nach Saarbrücken)

Die Arbeitslisten des Balgmachers Reuttenmüller aus den Jahren 1889/90

Sonntag, Mai 17th, 2009

Gefunden auf der Balgplatte des Tomintouler Orgelwerks aus dem Jahre 1904.
Wir haben diese Arbeitslisten auf dem Balgdeckel in der Walcker-Orgel in Tomintoul entdeckt und dabei einiges über den Balgmacher und vor allem viel Neues über die Firma Walcker aus diesen Jahren entdeckt, das hier in diesem Blog gezeigt wird und das einige interessante Aufschlüsse über die Firma Walcker aus der Zeit um 1889 gibt.
Zunächst fällt auf, dass der Balgmacher Reuttenmüller in der Regel an 6 Tagen in der Woche rund 60 Stunden arbeitet.
Die Arbeitswoche beginnt Freitags.
Kontrolleure der Arbeitslisten-Scheine waren die beiden Brüder Fritz (F.W. wie 8.Oct.1899) und Eberhard Walcker (Eb.W. wie 4.Oct,1889).
Reuttenmüller arbeitet an den Opera:
Worms
Blasbälge Neckarweihingen
Gebläse Pfullingen
Rom, St. Cecilia Op 536
Wien (Münster)
Graz, Herz Jesu Op 550 (war dort auch auf Montage)
Kaiserslautern Op 563
Stuttgart Liederhalle
Saulgau Op 562
Worms, Festspielhaus Op 530
Trossingen Op 570
Wien, Musikaussstellung Op 613
und privat für Gustav Walcker und Fritz Walcker
Wir haben in den nachfolgenden Bildern einige dieser Orgeln eingefügt. Interessant natürlich für mich, dass Reuttenmüller an der Orgel in Rom beteiligt war, die wir im nächsten Jahr renovieren dürfen. Vielleicht sind da noch Spuren des Balgmachers zu finden.
Hier zunächst der Verursacher dieses Blogs, der zweiFalten-Balg, wie er um die Jahrhundertwende üblich war:
balg.jpg

Und hier die Beweismittel:
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und hier ein paar Dispositionen/Bilder dieser Orgeln an denen der Balgmacher zu dieser Zeit gearbeitet hat:
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gwm 17.5.09 (immer noch im Krofft-Inn, bereits am 4ten oder 5ten Mineralwasser – denn morgen gehts wieder rund in Tomintoul)

The Hill-organ in Inveraven /Schottland from 1882(?)

Sonntag, Mai 17th, 2009

This slider-chest instrument in the very pretty and small church of Inveraven, near Ballindaloch – Highlands, has very fine stops like Gamba and Dulciana. But also it has a very poor conditition at the moment. In this blog we will show the state of the organ before the beginning:
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gwm 17.05.09 im Crofft-Inn (after a very busy sunday in some scotish castles)

Die Walcker-Orgel in Tomintoul 02 – Details der Pneumatik

Freitag, Mai 15th, 2009

Wir haben uns hier in Tomintoul vorgenommen möglichst täglich einen Blog über diese interessante Orgel hier einzustellen und ab morgen, übermorgen mit einem Blog über die Hill-Orgel in Inveraven, an der wir mit unserem Team von 3 Leuten gleichzeitig arbeiten, zu beginnen.
Die Pneumatik dieser Walcker-Orgel ist 1904 eingebaut und man kann davon ausgehen, dass rund 40 Orgeln in ähnlicher oder identischer Weise ausgeführt wurden. Davon stehen noch eine Menge Instrumente in den diversen Scotish Churches.
Die Qualität dieser Pneumatiken ist hervorragend. Ebenso sind alle Holzteile und Fertigungstechniken weit über das durchschnittliche Maß der damaligen deutschen Orgelbauer hinausragend. Das zeigt sich an vielen kleinen Details, die hier in Fotos gezeigt werden.
Der Ausbau dieser Pneumatik wurde leider durch die völlig eingerosteten Schrauben etwas getrübt. Man hat an mancher Schraube über eine Stunde Arbeit gehabt und ist nun froh ein Bild zu zeigen, das den ersten großen Röhren-Teil der den Unterteil aus der Orgel herausbewegt zeigt.
Wir haben das erste Foto etwas mit üblicher Orgelbauerterminologie beschriftet, das zweite zeigt es ohne diese Begriffe:
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interessante Details der Tomintouler Walcker-Orgel
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gwm 15.5.09 (im Kroft-Inn, hinter einem Dartwerfer in Deckung gegangen: Die deutsche Wirtschaft ist im Fallen -hingegen sind wir in die Wirtschaft gefallen)

weitere Details über Schottland und Walcker-Orgeln gibt es hier: http://www.walckerorgel.de/gewalcker.de/schottland.htm

Die Walcker-Orgel in Tomintoul- the changing of an organ-face (01)

Donnerstag, Mai 14th, 2009

Die pneumatische Walcker-Orgel in Tomintoul/Schottland wird hier in kommenden Blogs etwas näher beschrieben, da wir im Heimland der Pneumatik nicht mehr sehr viele Musterinstrumente haben – noch weniger die im Internet präsentiert werden.
Wir zeigen in unserem ersten Blog über diese Orgel zunächst einmal den Abbau der Orgel der deswegen so interessant ist, weil diese Orgel einen sonnenklaren Aufbau hat, der ihre Konstruktion leicht über die nachfolgenden Bilder offenbart.
Als erstes werden also die Pfeifen ausgebaut, dann folgt der Ausbau des Schwellkastens, daraufhin und das ist schon etwas ungewöhnlicher wird die komplette Windlade mit der angehängten Röhrenpneumatik ausgebaut und frontseitig auf den Boden gestellt (damit man später die Rohre und Balgleisten ausbauen kann. Als letzter Schritt wird der Doppelfaltenbalg ausgebaut und zur Überarbeitung ins nahegelegenen Gemeinderatsraum transportiert.
Alle diese Schritte werden in den nachfolgenden Bildern gezeigt:

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the very, very important step to the next room over the street (magazinbellow in the hands)
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isn’t that a phantastic picture: the underside of the pneumatic chest? Auf der rechten Seite sieht man die beiden Kneihebel, mit einem wird das Crescendo mit dem anderen der Schweller über rechtes und linkes Knie traktiert.
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Die nächsten Schritte sind nun der Ausbau der Bleileitungen und Ausbau der Keilbälgchen, die neu beledert werden.

Gerhard Walcker-Mayer (immer noch beim Blogschreiben im Krofft-Inn, unter 6 Whysky- und Beertrinker. Übrigens keine Ortschaft, die man auf einer Landkarte finden würde.

verrostete Schrauben ausdrehen

Mittwoch, Mai 13th, 2009

Eine Krankheit, wie sie in Schottland sehr oft anzutreffen ist, sind völlig in die Orgel eingerostete Schrauben, die durch scheinbar nichts in der Welt zu bewegen sind. Wir haben hier in beiden Orgeln (Walcker aus 1904 und Hill aus 1883) so stark eingerostete Schrauben angetroffen, dass uns sehr viel Raum blieb, hier intensiv darüber nachzudenken, wie man diesem Übel gegenübertritt.
Eigentlich bleibt einem nur ein Weg, nämlich die betreffende Schrauben stark zu erhitzen und dann zu hoffen, dass dieses verrostete Element nicht bei Herausdrehen abbricht. Das Letztere wird in der Regel nicht immer erreicht.
Besonders in Hartholz wie Eiche oder Buche sind große Schrauben die stark mit Feuchtigkeitseinflüssen in Berührung kamen ein großes Problem. Wir haben hier (siehe Abbildung weiter unten) besonders Probleme bei den Stöcken und beim Ausbau der Bälge in beiden Orgeln.
Die Erhitzung dieser Schrauben kann auf mehrere Arten erfolgen. Da oft auch eine weiterer Mangel in diesem Zusammenhang mit eintritt, dass nämlich der Schraubenschlitz bereits von verzweifelten Vorgängern völlig verhunzt wurde, bleibt oft nur die Wahl einen neuen Schlitz mit Hilfe eines Fräsers in die Schraube einzudrehen. Damit wird sie gleichzeitig erwärmt und der Schraubendreher hat wieder einen Ansatz.
Eine weitere Möglichkeit ist, die Schrauben mit dem Lötkolben zu erwärmen oder auch mit Sandsteinbohrern.
Wir zeigen dazu einige Bilder aus Schottland:
schrauben01.jpg schrauben02.jpg schrauben03.jpg schrauben04.jpg schrauben05.jpg

gwm 13.05.2009 im Krofft-Inn zwischen 23 beertrinkers and a lot of laughter – geschrieben