Archive for September, 2007

WORKSHOP (4) Restaurierung von Einfalten-Magazin-Bälge- Ergänzungen

Dienstag, September 25th, 2007

Auf Ergänzungen liegt heute unser Schhwerpunkt.
Es waren einige Rückfragen aufgetaucht, die wir hiermit beantworten wollen.
DAS VERFLACHEN der LEDERSTREIFEN
wollte ein Interessent wissen, warum wir diese Sache angesprochen haben, aber nicht weiter darauf hingewiesen haben.
Innerhalb des Balges und auch Außen wo papiert wird, ist es vorteilhaft abgeschräft Lederstreifen zu verwenden, weil diese „aerodynamisch“ geformten Lederstreifen dem Wind weniger Widerstand bieten, und bei Papieren, zwischen Papier und Holz keinen hohlen Luftraum hinterlassen, der zu Rissen führen kann. Meiner Meinung nach kann man diese Lederstreifen nur mit einer mechanischen Maschine derartig behandeln oder bei geleimten Lederstreifen nach der hier auf dem Foto gezeigten Methode verfahren, die sehr umfangreiche Arbeitszeit einfordert. Wir haben alle Bälge so behandelt und brauchen rund 1/2 Tag mehr Zeit für die Anfertigung pro Balg. Für die Restaurierung eines solchen Balges ergibt sich also damit etwa eine Woche Arbeitszeit pro Mann.
Hier das dazugehörige Bild:
img_1155.jpg
Wenn man nun nachdem man alle Lederteile im Innern des Balges über das Leder mit gutem, dünnen Papier das Leder überklebt, dann sollte diese „Aerodynamik“ dafür sorgen, dass der Wind kein Lederstreifen mehr abreissen kann, was bei vorsichtigen Leimungen schnell passieren kann.
Ein Balg sieht ohne die Papierung so aus:
img_1157.jpg
Bei den Zwickeln sind die beiden Ecken in den Falten der größten Last ausgesetzt. Außerdem ist diese Stelle am schwierigsten zu verleimen, weil eben die Spannung beim Auftragen des Zwickels nach oben und unten zieht. Wir haben festgestellt, dass Walcker hier immer noch zusätzliche Lederstreifen eingebracht hat, was wir unbedingt empfehlen:
Bild alte Verleimung Bild neue Verleimung
img_0814.jpg img_1158.jpg

Wie denn der Balg den Wind überhaupt reguliere? …..wurden wir gefragt. Weil natürlich bisher auf diesen einfachen, und scheinbar sonnenklaren Umstand nie hingewiesen wurde. Alle diese Bälge sind mit sogenannten „Galgenventilen“ ausgestattet, die am Ende mit einem Gurt an der oberen Balgplatte verbunden sind. Bei gesenkter Balgplatte ist dieses Ventil ganz geöffnet, bei hochgedrückter Platte ist das Ventil geschlossen. Wir haben hier ein Foto aus der Perspektive des ausströmenden Windes geschossen und werden bei nächster Gelegenheit eine kleine Zeichnung in weiterer Ergänzung einfliessen lassen. Außerdem wollen wir natürlich auch unsere Erfahrungen in den nächsten Tagen mitteilen, wie die ersten Bälge unter Wind reagieren.
Bild des „Galgenventils“ im Balginneren
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Spieltische Bukarest op 2654 und Heidelberg op 2135

Samstag, September 15th, 2007

Diese beiden histor. Spieltische wurde von verschiedenen Interessenten angefragt, so dass ich mich entschlossen habe diese Fotos der Spieltische hier zu zeigen.
Bukarest op 2654, der historische Spieltisch, der in ein Museum gestellt werden soll, weil er nicht mehr verwendet wird. In diesem Fall glaube ich, ist es völlig berechtigt. Denn die „Ergonomie“ jener Spieltische, die in Konzertsäalen gebraucht werden, wird zunächst einmal an den möglichen Spielhilfen, sprich Setzerkombinationen gemessen. Die bisher sehr hilfsbedürftige Erweiterung mit 6 Freien Kombinationen dürfte für Konzertorganisten aus allen Teilen der Welt sehr umständlich und „balkanisch“ ausgesehen haben. Alle diese tausende von Schalterchen und Hilfsknöpfe sind sehr verwirrend. Dennoch muss diese analoge Walze als eine ganz herausragende Spielhilfe angesehen werden, die wir leider später nicht mehr haben.
img_0005a.jpg img_0006.jpg img_0004.jpg img_0005.jpg img_0007.jpg img_0019.jpg

Heidelberg Kinoorgel aus 1928 op 2135
Dieser Spieltisch ist natürlich kaum mit herkömmlichen Spieltischen von Kirchenorgeln vergleichbar, aber dennoch interessant, weil hier sehr viele Funktionen übersichtlich geordnet werden mussten. Sehr schön in jedem Fall die Emailschilder über dem Pedal.
img_1424.jpg img_1704.jpg img_1423.jpg