Archive for August, 2007

Workshop (3) – Restaurierung von Einfalten Magazin-Bälgen

Sonntag, August 26th, 2007

Zum weiteren Verständnis ist erforderlich die beiden vorhergegangenen Workshops anzusehen, die sich auf dieser Seite befinden. Oder einfach unter der Kategorie Bukarest Op.2654 rechts anclicken, geht am schnellsten.
Hier in diesem abschliessenden Teil wollen wir folgende Teile zeigen:
– die Materialien
– Fertigung und Einbau der Darmsaiten
– Zusammenbau der Falten und Einbau
– Abschluss

DIE MATERIALIEN
Beim Papieren haben wir schon darauf hingewiesen, dass zeittypische Materialien bei einer Restaurierung eine grundsätzliche Voraussetzung für eine zielgerichtete Arbeit sind. Hier kommt nun in neuerer Zeit hinzu, dass auch der ökologische Aspekt eine Rolle spielt. Und so dürfte es klar sein, dass man nur mit den verträglichen Mitteln der „alten Zeit“ an alten Orgeln hantiert.
Es stellt sich die Frage bei der Verleimung, „Knochenleim“ oder „Hautleim“? Beide Leime werden bei einer Temperatur zwischen 65 und 72 Grad Celsius verarbeitet. Diese Temperatur von 72 Grad sollte nie überschritten werden, weil dann die Klebekraft erheblich nachlässt. Knochenleim verwenden wir bei Holzverleimungen, während beim Verleimen von Leder Hautleim verwendet wird. Ich denke, dass dieses natürliche Adäquat seine Richtigkeit hat. Eine wahrscheinlich viel größere Rolle spielt die Konsistenz der Leime. Also wie stark wir Wasser beigegeben, wie zäh darf das Wasser-Klebegemisch sein?
Wir haben für Bukarest 10kg Haut- und 10kg Knochenleim herbeigeschafft und denken, dass dies gerade ausreicht. Verarbeitung von Warmleim (Glutinleimen)

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links sieht man also solch einen Leimkocher, beim dem man die Temperatur genau einstellen kann. Auf dem rechten Bild sind die beiden Leimarten, zuerst Knochenleim, dann Hautleim abgebildet.
Nachfolgend auf dem ersten Foto links die „Antique-Nägel, mit denen die Darmsaiten verspannt werden und links eine Darmsaite, die wie auf dem rechten Foto ersichtlich, in kleine „Krampen“ geschnitten wird, die man mit Rundzange nicht zu stark biegt. Die Antique-Nägel wurden vom Portier einer großen süddeutschen Orgelteile-Lieferfirma gefertigt, damit der Mann nicht an Langeweile abkippt – eine sehr fürsorgliche Haltung, die wir zu honorieren wissen.
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EINBAU der DARMSAITEN
Die alten Flexen zu entfernen, scheint mir wohl der einfachste Weg, mit einem Lötkolben in die vorigen Gänge einzubrennen, weil jeder Bohrer sofort verläuft. Während die heiße Lötspitze (Bild 1) den geringsten Widerstand sucht, das ist in der Regel die alte Bohrung. Danach bohrt man mit einem kleinen Fräser (3mm) auf und indem man für den Keil noch etwas Platz fräst, sieht dann bei eingsteckter Darmsaite das Ganze aus wie (Bild 2). In (Bild 3) sieht man dann, wie diese Saite mit Keilen verspannt wurde.
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Die Holzfalten müssen bevor die Darmsaiten eingesetzt werden, alle miteinander über den Knarrriemen verbunden werden (siehe Zeichnung aus Workshop 1) Hierzu müssen die Öffnungen für die Darmsaiten ins Leder eingebracht werden. Also pro paar Holzfalten sind 3 Knarrriemen anzuleimen (Mitte, oben und unten). Und wenn alle vier Paar Falten fertig sind, dann kann auf den unteren Zargen-Rahmen jedes einzelne paar Falten mit Darmsaiten und Knarrriemen befestigt werden. Abschliessend wird dann der Deckelrahmen genauso montiert und der Balg ist konstruktiv fertig.
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Hier die Innenansicht des Balges, auf der man die beiden neu eingesetzten Zwickel erkennen kann. Rechts ein Zwickel der mit zwei Scharnieren-Leder an die Falten angebunden ist, rechts ohne, hier wird es noch gemacht.
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Es folgt noch das Abledern aller kritischen Stellen am und im Balg mit dünnen Lederstreifen. Dann folgt noch das Papieren des gesamten Balges, und schön wäre gleich eine Funktionsprobe machen zu können. Das gleichmässige Blau des Papieres stellt sich nach 6-8 Stunden ein.

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Wir haben es hier also mit dem kleinsten Balg, dem Motorbalg zu tun gehabt, der bekanntlich als erster gebraucht wird. Nun haben wir noch 4 recht große Bälge für Hauptwerk, Schwellwerk, Brustwerk und Pedal vor uns. Und es ist sicher, wenn wir alle diese Bälge durchhaben, wird noch ein kleiner „workshop“ drangehängt, der alle weiteren Erfahrungen aus dieser Arbeit widergibt.
(gwm) 26.Aug.2007 – der erste Sonntag unter 36 Grad Celsius in Bucuresti

WORKSHOP (2) -Restaurierung von Einfalten-Magazin-Bälgen

Samstag, August 18th, 2007

DAS PAPIEREN
Bei unserem ersten WORKSHOP haben wir ganz allgemeine Dinge eingebracht und dabei einige „Röntgenfotos“ für Orgelbauer gezeigt. Denn der kann mit technischen Zeichnungen in der Regel mehr anfangen als mit Fotos oder schönen Erklärungen.

Eigentlich wollten wir nun mit der Fertigung der Bälge weitermachen, aber uns fehlen noch die „Antik-Nägel“, wie die Holzkeile zum Verspannen der Darmsaiten heißen. Daher wurde weitergemacht mit dem PAPIEREN der Windanlage.
Wer die technische Zeichnung aus Bukarest studiert hat, wird dort gesehen haben, dass die gesamte Windanlage in einer Höhe auf einem langen Kanal ruht. Dieser Kanal beginnt mit dem größten Körper am Motor und verjüngt sich dann mit im Querschnitt abnehmenden Kanälen zum Pedal hin.
Das Papieren solcher Kanäle und Bälge scheint von Aristide Cavaillé-Coll eingeführt worden zu sein. Eberhard Friedrich Walcker hat sich diesen Umstand 1857 in seinem Kalender notiert. Ab etwa 1860 ist es bei Walcker regelmässig gemacht worden.
Der Vorteil des Papierens ist, dass kleine Undichtigkeiten des Windes durch das Papier abgedichtet wird. Walcker hat in der Regel „billiges Papier“ innen verwendet, was aus veralteten Archivunterlagen (Forstämter u.a. Einrichtungen und teils auch aus eigenem Archiv) stammt und das reichhaltige Literatur bietet. Das äußere Papier ist gutes Blaupapier, das ganz akurat aufgetragen wurde. Und zwar immer mit Kleister aufgeklebt und nie mit irgendwelchen Kunstklebern- oder Leimen, wie man es bei schlechten Reparaturen leider findet. Auch die Anreicherung mit Leimwasser muß unbedingt als nicht reversible Maßnahme gerügt werden.
Denn die Vorteile des Tapetenkleisters sind
a) völlig problemloses Wiederablösen der Papiere und
b) Einfaches Auftragen der Papiere mit Korrekturmöglichkeit und
c) ökologische Handhabung, es ist ja auch ein Naturprodukt (aus Weizenstärke) und man kann danach seine Hände waschen und ist kunst-chemisch nicht touchiert.
Hier nun der Ablauf beim Papieren:
1. Altes Papier entfernen – mit viel Wasser, einweichen lassen, nach etwa 12 Min. vorsichtig abziehen. In der Regel kann man ganze Bahnen herunterziehen. In diesem fotografierten Falle wurden Kunstleime und mehrere Schichten aufeinandergeleimt, was Probleme beim Abziehen macht
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2. Zuschneiden Papier – Man nehme zwei Aluschienen ganz flach, klebe auf die Unterseite 80er Schleifpapier und schneide die Papierstreifen von der Rolle mit einem Rundmesser wie hier abgebildet. Als Unterlage eigent sich hervorragend (wahrscheinlich der einzige brauchbare Fall wo sich das gut eignet) eine Spanplatte.
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3. Papier kleistern – im Gegensatz zum Tapezieren muß das Papier auf einer Seite befeuchtet werden, weil sonst später Trockenringel sich bilden können. Dann auf die andere Seite den Kleister gut auftragen.
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4. Papier auf das Werkstück aufbringen – mit den Möglichkeiten es gut zu plazieren.
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5. Kleinere Klebekorrekturen beim Trocknen und hier sind fast alle großen Kanäle bereits versammelt
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SPEZIALFOTOS FÜR SPEZIALISTEN

Im Inneren der Faltenbälge und Kanäle findet sich eine komplexe Geschichte aus vielflätigen Dokumenten zusammengestückelt. Wir haben zwei Beispiele herausgefiltert. Daneben sind einige „MAKROFOTOS“ von der alten Lederbeleimung aufgeführt, die zeigen, dass das Leder fast auf 0mm in der Dicke endet, so fein wurde es abgeschabt.
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WORKSHOP(1) Restaurierung von Einfalten-Magazin-Bälgen

Dienstag, August 7th, 2007

Ab einem gewissen Datum gab es bei der Firma Walcker nur noch Einfalten-Magazin-Bälge. Zudem wurde die Windanlage dadurch elementar vereinfacht indem man die Ziehharmonika-Anschlüsse gegen starre Windkanäle ersetzte, die seitlich in die Windlade geführt wurden. Auch hier führt der Registerkanal auf der Windlade konisch zum Ende. Wer Oscar Walcker’s Sparsamkeit kennt, die aus allen Details der Zeichnungen und Orgelgestaltungen spricht, weiß und sieht, dass hier ein Kenner wesentlichste Dinge des Windes intuitiv geahnt hat. Denn konisch zulaufende Kanäle sind erheblich teurer als ein gradliniger Kubus. Dazu kommt, dass sich all diese Verfeinerung im Windbereich kaum berechnen lassen. Die Faktoren Windgeschwindigkeit und Windmenge sind für den Orgelbauer „unmessbare“ Größen. Gerade mal den Winddruck kann er mit Wasser oder digital fassen.
Wenn, wie im Falle Bukarest, die gesamte Balganlage auf einem großen Kanal ruht, der zudem noch sich zum letzten Balg hin sich verjüngt, so handelt es sich um eine durchaus logische und gut gegliederte Anlage die seine Vorteile hat. Alle Bälge der 3 Manuale haben 95mmWS, das Pedal nur 90mmWS. Der größte Balg ist der des HW, von dem wir erwarten, dass er auch bei zusätzlich gebauter SUB I, einen Versuch den ich einfach ausprobieren muss, sein Durchhaltevermögen offenbart.

Schnitt durch die Orgel in Bukarest mit markierten Bälgen

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Die hier besprochenen Einfalten-Magazinbälge sind einfacher als Doppelfalten-Bälge zu fertigen und auch einfacher zu restaurieren. Dennoch gibt es ein paar wichtig Dinge anzumerken, die falsch ausgeführt, zu einem schnellen Ableben des Balges führen kann. Dann nämlich, wenn zum Beispiel die „Flechsen“ oder „Darmsaiten“, also die organischen Scharniere der Holzfalten nicht sauber durch Keile verspannt wurden. Dann kann noch so schön beledert und papiert werden, diese Scharniere sind dann schnell hinüber und jeder Balg geht zuerst in seinen „Fersen“ zugrunde.

Ja, da hören wir erste Begriffe, die manchem sonderbar erscheinen. Und auch ich habe vergebens nach Literatur gesucht, wo man denn nachschlagen könnte und etwas dazulesen kan, aber nichts gefunden. Daher hier erstmal eine Begriffs-Stütze in Form zweier Zeichnungen, welche die wichtigsten Elemente solch eines Balges erläutern.

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drei Ansichten dieses Balges balg03.jpg

Die ersten Arbeiten bei einer solchen Restaurierung sind das absolut klinisch reine Entfernen von Papier, Leder und Kleberesten. Dazu sind vorher einige wichtige Anmerkungen und Dokumentationen, Zeichnungen zu machen, damit man es später auch richtig zusammenbaut. Wir haben hier einige Fotos gemacht die u.a. auch zeigen, das z.B. die Zwickel, das sind die breiten Lederstreifen an den Ecken, noch zusätzlich an den Falten mit Lederstreifen befestigt wurden. An diesem Balg wurden grundsätzlich alle Lederstreifen, auch die Knarr-Riemen, wie auf der Zeichnung auch ersichtlich ist, zum Ende hin verdünnt (geschabt mit einem scharfen Messer, so dass die Kanten nach dem Papieren kaum fühlbar sind ). Das ist ebenfalls ein nicht ungehöriger Aufwand, der zur Ästhetik des Balges beiträgt, und der oft bei Restaurierungen vernächlässigt wird.

Das Entfernen des Papiers geschieht mit viel Wasser, einweichen lassen aufs Papier und abziehen. Dort, wo mit Kunstkleber später herumgeflickt wurde hat man sehr viel Arbeit, das Papier wegzubekommen. Leder wird mit dem Bügeleisen vorgewärmt und abgezogen. Nachdem die Holzfalten trocken sind, werden sie leicht abgeschliffen.

Am besten notiert man sich, wie das Leder und das Papier umgeschlagen wurde, mit welchen Übermaßen.

Der nächste und wesentlich einfachere Schritt ist die Montage der Falten miteinander und dann auf den Deckel-Rahmen mit den Darmsaiten. Das zeigen wir im nächsten WORKSHOP (2) Rest. von Einfalten-Magazin-Bälgen, Zusammenbau, Beledern, Neupapieren.

Bilder – das dritte Bild zeigt eine solche Darmsaite, wie sie als „Scharnier“ eingesetzt ist.
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Interview Gerhard Walcker-Mayer in english language

Sonntag, August 5th, 2007

Interview with Gerhard Walcker-Mayer

by

Dario Diaz, Argentina

 

Can you explain us how do you live the fact of being part of a familiar tradition in the craft of building organs of such excellence?
Well, I am very proud to be a member of the Walcker-organbuilders. But of course, I know that the best time and the highest point of artistic organbuilding was a long time ago. In our time the organbuilding centres in a technical focus, while during the romantic Walcker-period the creation of new organ-sounds was going hand by hand in excellent quality.


We´ll like to know an historical synthesis of the firm from the beginnings till nowadays. We suppose that you´ve been able to preserve a familiar account of this history.Would you relate it to us?
I am now in the 7th generation of the Walcker organbuilders. When Johann Eberhard Walcker started with his first organ in Stuttgart in 1780, there was of course a completly different world than today. He build about 6 or 7 organs in a very poor time. When his son Eberhard Friedrich was born in 1792 there where french soldiers in Stuttgart. They did’t have to eat enough. Eberhard Friedrich had to go to Military with the Napoleon Grand Armee some days. But than, after this period, Eberhard Friedrich got the chance to make some sensationel organs, so for church St.Paul in Frankfurt, what made him to the most important organbuilder of Germany. This was the most productiv history of organbuilding in the 19th century in Germany. But nearly all important organs of Eberhard Friedrich are lost.

The five sons of Eberhard Friedrich, who went to organbuilding, Carl, Heinrich, Friedrich, Eberhard and Paul continued the very good work of the father an build some very large instruments. So the organ in the cathedral to Riga and Vienna. The son of Friedrich was Oscar Walcker who also continued the development of the firm. His biggest organ was for the Michaelischurch in Hamburg, than Nuremberg. Existing is still the large organ in Barcelona and parts of the large organ in Stockholm, which will be restaured at the moment. My father, Werner Walcker-Mayer started after Oscar Walcker in 1947. He build the most organs, about 3500 in 50 years. He build an organ with Marcel Dupré in Munich, and a very interesting organ from him stands in Stuttgart- Rundfunk, where about Messiaen was very surprised.


Which are the disciplines and knowledges inherent to the organ´s trade?. Is there any institucional education established for this profession in Germany or in all Europe?

In Europe, I think it’s the most importand organbuilder-school worldwide, is the Oscar-Walcker-School in Ludwigsburg. When you learn organuilding in Germany it is a must to go to this school. But there are also very much students from all over the world to learn here the elementar physical and artistical things about organbuilding.

In this days it is very important to know how to restaure organs. How to keep the material staying without damaging the substance. The easiest way to do this is to do it like the organbuilder worked on it at the time of building the instrument. So you have to study the history and the methods of the organbuilder. In case of “Walcker” it is a compact knowledge, which I try to transmitt on three blogs in the internet. Here I show with photos and drawings the thoughts of the builder and the possibilities of repairing. If the builder took a special glue to fix wood together, you cannot take a glue of the supermarket nowadays and fix in a historical organ parts together, becouse, if you do this, after some years you will see, that you damage some things with this. It is also completly impossible to repair a pipe without the knowledge how to sold it correct. If you repair one pipe incorrect, that does not matter. But if there are 20 or 50, you will hear it at last.

How have you developed your own training?

I learned by my fathers shop in 1967. To this time there where 320 persons working in Germany and in Austria. Three years later I made apprenticeship diploma and in 1976 I worked one year for master craftsman’s diploma in Ludwigsburg. Till this time I had different installations for Walcker in USA, especially the organ for the Brigham Young Universitiy in Salt Lake City was a very interesting installation, Switzerland, and the large organ in Zagreb Philharmonia. In 1986 we made the restauration of the Walcker-organ in cathedral of Zagreb and in 1993 the restauration of the Walcker-organ in Strasbourg St. Paul. Instruments which made me very deep impressed. And this was the reason to study more and more these sounds and these organstructures. When my fathers factory closed in 1999 I had the chance to restaure the Voit-organ in Nieder-Roden and later then different other organs. Today I work on the only complete received Oscar Walcker- concert-hall organ, which is in the Bukarest-Philharmonia, and which has a beautiful organ-sound. To study these instruments is a totally artistic action. After the normal work you go and make your artistic work, what means, you start another part of life. If you cataloge a lot of photos or scales and compare this with the books, if you manage CAD sketching to see another perspective of the organ, if you make your own stilistik of the organdesigns, if you read a lot of books of history, to get the taste of time on your tongue, and so to come nearer and nearer to the organbuilder of this time, all these work, and this is much more than an eight-our-day, is the work you do for your own qualification. And with a little luck you get the chance to enrich other interested persons too. But it is not guaranteed.

Which specific areas and staff involves the construction of an organ since the begining till it is finished? Every organ has a predecessor. If you have an idea what type of organ you mean, you have this predecessor. So this question must be specified on a building, on an idea or anything else to say what it means.
 

Who determines the front style of the organ?. Are there standard designs or unique and unrepeatable ones? This is a question of artistic styles and cultural development. In times, where a lot of organs where build, of course there where schematism and functionalism in creating the organ-designs. Nowadays normaly we have especially designs. Although we have the special case where a large organ will be build a second time. Also we have the cases, that old organs will be copied really exactly. So you see, that organbulding reflects only the society of this time.

You have told us in other communication that there has been an important change in the organ´s systems after the Second World War. Do you use other materials today that replace the traditionals? The society of the European nations in 19th century closed a culturel development which expanded since the middle-age in Europe. A typical person of this society was Eberhard Friedrich Walcker, who started to flourish in his sounds and constructions, but also was afraid of the industrial development. With the two world wars and the concentration on technical development instead culturel growing, we now have a complete other condition for the organbuilding. It’s not a question of materials it’s a question of religion and philosophy. But this time after the wars is also in changing. In my fathers workshop I found the manufacturing of organbuilding in a form of “compressed industrialisation”. Nowadays in restauring instruments of other periods we find the slogan “industrialisation keep out!”
Organs are comitted on the 400 years old music of the churches. So, if you work on organs your are connected to this old world, and you cannot replace something totally (partly, sometimes, ok!)


Which is the actual situation of the organ´s construction and the volume of work compared to other historical moments? After the 2nd World War there where some experiments with the new materials (war-materials!) and of course the thought to make organs as industrial-parts was very interesting. Nowadays we have some fun and games with computer and organs, especially the ‘childs-play’ of digital games from our organ experts shows that boredom has moving in the heads of some organist, who don’t like how to learn to play the organ. But at last, the decision what makes a good organ, what is the good sound and a good functionality, doesnt’ depend on new constructions. We must say: Although we are living in this time today, with all the good materials and technics, we have hard to work to make instruments like Silbermann or Eberhard Friedrich Walcker, this must be the destination – but we know, we don’t reach it.
 

Among all the works you have done which one or ones have given you the greatest satisfactions? The greatest satisfacion was working on the Walcker-organ in Warschau-Conservatory some days before final inspection, where were some nerve-racking problems. In the night before the inspection we managed all problems – that was looking God.

Walcker Opus 2220, in Llavallol City, is an special one because of its significance. You have already given us some information about it but we´ll like to have some more if it is possible. All technical plans are in my archiv. Opus book I must copy, becouse it is in the other archive. Today I am in Bukarest, which is 2000 km away from my home. That’s the problem – but we work on it, be sure.

  • Do you have any idea about how many of this kind of instruments are there in the world? I think there are not so much instruments of these type and extension (perhaps 10)
  • Do you think that it qualifies for an international declaration as mankind patrimony? I never heard about declaration of organs of this type. I think this is only possible with the building. In Guadalupe/Spain they declared the whole building as world-protected cultural monument, the Walcker-organ included.
  • We know that this organ combines an electric section for the comand from the console and another section with a pneumatic system. Could you describe us the system with more technical details? Do you have some graphics or drawings in some publication that you can send us to illustrate this system?) This system of Llavallol-organ is nearly exact described on my WalckerBlog(look at the NEWS by walckerorgel.de and here on top are the links to WalckerBlog ) Also there are different articles like “Taschenlade” or “Kegellade” as PDF or as html pages which you can translate. This documents are very basicly and demonstrate also non-experts the function of the different organ-systems. I fyou don’t find the files, let me know. For me it’s also not easy to find all the stuff on the 50.000 files we have on our internet pages.
  • We know that this organ´s assembly is articulated in three levels. Is there any sketch of this structure to exemplify it? I don’t understand this question.
  • Is it known who installed the organ? (Hense, Vollmer or specialists coming from Germany?) it was Vollmer
  • Do you know if the company did the maintenance of the organ for a period of time or if it was done by the company´s representatives in Argentina? by Vollmer
  • Between 1904 and 1905 we know that an organ builder, Hermann Walcker, was in our country. He practically reconstructed the Gray & Davison organ in the Methodist Church of Lomas de Zamora. Is there any connection between this specialist and the Walcker firm? If there is would you give us some information about him? Hermann Walcker was a son of Hermann Walcker (son of Eberhard Friedrich). He came with the Riga-organ to Riga, stood there and after his wife died he went to South-America where he married again. All story about him is on my internet- site. Please look there and tell me if you don’t find it.

Thank you Mr. Gerhard Walcker-Mayer

1st letter from Bukarest Op. 2654

Mittwoch, August 1st, 2007

Sicher werden Sie bemerken, dass fast die meisten technischen Details, die wir hier auf unserem WalckerBlog in den letzten Wochen gezeigt haben auf ein Ziel hingewiesen haben: auf die Walcker-Orgel in Bukarest. Dieses Instrument halte ich für klanglich eines der schönsten Orgeln, die man in Konzertsälen finden kann. Und nicht nur daher erfüllt es uns mit großem Stolz und großer Freude an dieser Orgel arbeiten zu dürfen.

In unserem ersten Beitrag möchte ich zwei Bilder zeigen, die dokumentieren wie wichtig diese Orgel für die Bukarester Bevölkerung ist. Neben vielen Plakaten, Darstellungen in Büchern, Zeitschriften u.a., fanden wir eine ansprechende Postkarte und einen Briefumschlag auf denen das eigentlich in Bukarest sehr präsente „Atheneum“ hier nun mit der Orgel dargestellt wird.
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Nach dieser kleinen Einführung wollen wir gleich in medias res gehen und eine auch für Walckersche Laden ausgesprochene Seltenheit, wenn es sich hierbei nicht sogar um eine isolierte Ausnahme handelt.

Die Transmissionslade im III.Manual (Schwellwerk) ist eine Kegellade, wir haben weiter unten erklärt warum das Vorteile hat.  Hier haben wir nun die Bälgchenleisten heruntergeschraubt und waren aus zwei Gründen sehr erstaunt.

1. Die Hebelmagnete samt Relais sind auf die Bälgchen-Leisten integriert

2. Es befinden sich Membranen und Bälgchen (was bei Walcker immer Keilbälgchen bedeutet) auf dieser Leiste, obwohl doch unsere Normzeichnung sagt, dass hier ein Dammhöhenunterschied von 3cm vorliegt. Das Ganze wurde unterfüttert und wirkt nicht sehr professionell. Bälgchen konnten aber tatsächlich auf Grund sehr enger Verhältnisse nicht anstelle der Membranen eingebracht werden.
An dieser Lade müssen jedenfalls einige Störungen gewesen sein, wie man an den verschiedenen Arbeiten sieht. Ein Hauptgrund waren die fehlen Schrauben an den Zwischenlagern, die ein Schwingen dieser Leisten ermöglichten und damit keine präzises Ansprechen mehr möglich war für verschiedene Kegel.

(gwm)

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