Archive for April, 2007

neue Orgel nach EFW -Dispositionsvorschlag-

Samstag, April 28th, 2007

Seit einigen Tagen diskutieren wir den nachfolgenden Dispositionsvorschlag mit einigen Freunden sehr kontrovers. Es geht natürlich darum mit möglichst wenig Geld, ein möglichst authentisches Ergebnis zu erzielen. Dabei spielt der Gedanke für neue schöpferisches Orgelschaffen und die Verwendung heutiger Technik ebenso eine entscheidende Rolle, wie der, ist es überhaupt heute sinnvoll, solche Dispostionen einzubringen? Haben solche Orgeln Existenzberechtigung?
Der hier eingebrachte Vorschlag ist vom finanziellen her die absolute Maximallösung. Also Vorschläge, wie man einsparen kann, sind immer willkommen. Wohin gegen das ersatzlose „Aufrüsten“ keine Chance hat, als Verbesserung ins Konzept einzufliessen.

gwm

wunschdispo02.pdf

Restaurierungsfrage : Holzwurm – was tun?

Samstag, April 28th, 2007

Immer wieder erfahren wir, dass kaum über die Behandlungen des Holzschutzes im Orgelbau und deren momentane Methoden umfassend unterrichtet wird.

  1. Die chemische Keule war einmal. Öffentliche Gebäude wie Kirchen können in der heutigen Zeit nicht mehr über derartige Methoden verfügen. Es wurden schon Kirchen geschlossen, weil fehlerhafte Methoden zum Einsatz kamen, die komplette Kirchenräume auf lange Sicht zugifteten.
  2. Welche Möglichkeiten gibt es nach Abtötung des Holzwurms. Auch hier sind aus denkmalplfegerischen Gesichtspunkten „Naturlösungen“ vor denen der Epoxidharzkeule vorzuziehen.

Wir möchten in diesem Blog ausschließlich eine Kurzfassung über Möglichkeiten geben, die zeitgemäss und vor allem „sehr milde“ und der Natur der Orgel entsprechend sind.

  1. Holzwurmbehandlung

Verschiedene Firmen bieten an befallene Holzstücke bis hin zu ganzen Windladen in einem Container mit Heißluft 60Grad zu behandeln. Dieses umweltschonende Verfahren hat seinen Preis. Dafür hat man kein Gift im Holz und im Haus.

  1. Holzstabilisierung nach der Holzwurmbeseitigung

Die Verfestigung mit Epoxidharz (die Betonierung der feinen Holzstruktur) erscheint eine brutale Gewaltmaßnahme. Auch die Frage der Reversibilität wird hier tangiert.

a) Eine sanfte Möglichkeit war bisher das Einbringen von wasserlöslichen tierischen Leimen, weil ja damit auch die Leimverbindungen der Orgel gelöst wurden. Das hat aber den Nachteil, dass die wässrigen Lösungen durch starkes Quellen des lädierten Holzes und dem Schrumpfprozess beim Trocknen weitere Schädigung der Holzstruktur beibringen. (völliges Zerreissen von Holzpfeifen beim Ausgiessen sind möglich)

b) Epoxidharze sind keine adäquaten Holzmaterialien. Hinzu kommt dass diese Verfahren völlig unreversibel sind und einem sonst logischen Restaurierungskonzept völlig widersprechen.

c) Einbringung von Dammarharz( www.sehstedter-naturfarben.de) ist hingegen ein Holzprodukt, giftklassefrei und biologisch abbaubar. Nach Stabilisierung mit diesem Mittel erhält der Gegenstand wieder die physikalischen Eigenschaften des ursprünglichen Holzes.

Das Dammarharz wird in 50-60%ige Lösung mit echtem Terpentin (Fa. Dick) in das zerfressene Holz eingeführt ( Streichen, Infusion, Injektion, Vaccum etc.) . Die Härte des gefestigten Holzes entspricht danach der Härte des gesunden Holzes. Die Holzoberfläche kann dann mit Bienenwachsemulsion (Fa. Dick) geschlossen werden. Sehr gut geeignet für Holzpfeifen, Windladen, Stöcke, die ja meist aus Weichholz gefertigt sind. Eiche und bei Vollmond geschlagene Hölzer sind ja gegen Holzwurm resistent.

(gwm)

Opus 600 Frankfurt Dom Bj. 1891 „pneumatisch“

Mittwoch, April 25th, 2007

Nun hat mich die „Walckersche Pneumatik“ etwas in den Bann geschlagen. Denn unklar war bis zum heutigen Tag, ab wann denn nun endlich Walcker die erste große pneumatische Orgel gebaut hat. Wir wissen, dass im Jahre 1888 ein schlecht verlaufener Versuch mit Membranladen war, und wir wissen, dass Lübeck Dom 1893 und die Orgel ins Konservatorium nach Petersburg 1897 pneumatische Kegelladen waren (wobei immer noch die Register mechanisch gemacht wurden).

Und ab heute wissen wir, dass die glatte und runde Zahl Opus 600 im Jahre 1891 für die Frankfurter Domorgel mit Sicherheit die erste große pneumatische Kegelladenorgel war. Auf die Walcker jedoch nicht explizit hingewiesen hat. Wahrscheinlich gab es Schwierigkeiten. Denn der Spieltisch stand rund 20m von der Hauptorgel entfernt im Hauptschiff der Kirche. Während I., II. Manual und Pedal im Seitenschiff standen.

Hier der Beweis:

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Op 676 Soest – pneum. Spieltisch

Mittwoch, April 25th, 2007

spieltisch.jpgOrgel von Söhne Eberhard Friedrich Walcker op. 676 (1895)in der ev. Pauli-Kirche in Soest -restauriert 1992-94 von Eule Orgelbau, Bautzen, dabei wurde der Spieltisch sehr stilgerecht auch im Detail restauriert. Es ist sehr angenehm, dort zu spielen, halt auch wegen der schönen Optik.
zum Bild mit den Registerzügen:
Oben links ist rosa = Schwellwerk, unten links und unten rechts grün = Pedal, Mixtur und Trompete unten von der rechten Seite und der Rest = weiß = Hauptwerk -über den Registerzügen ist der Knopf für die freie Kombination Zum Bild mit der Gesamtansicht:
Über dem zweiten Manual die Skala für die Crescendo-„Walze“ (die hier praktischerweise als Tritt ausgebildet ist, der linke über dem Pedal, links das Schild „op. 676“, rechts dann „1895“.
Unter dem I. Manual Knöpfe für die Oktavkoppeln (Super I und Super Pedal), Auslöser, Walze an, Freie Kombination, 2. Manual ab, und die 3 Normalkoppeln.
Die weissen Tasten haben so eine Art Kunststoffbelag.

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Wir danken Stefan Krüger aus Soest !!

Hechingen Walckerorgel Opus 1310

Sonntag, April 15th, 2007

Hechingen, Johanneskirche

Hier werden Bilder, Schriften, Dispo usw. gesucht. Die Orgel  wurde 1907 gebaut.

Berlin – Bachsaal Op 776

Sonntag, April 15th, 2007

Der Enkel des nachfolgenden Herren, der am 6.Sept. 1932 ein Konzert auf der Walcker-Orgel im Bachsaal Berlin ein Konzert gab, sucht Unterlagen über diese Orgel. Ablichtungen und was es sonst noch gibt.

6sept1932.jpg

Das Instrument wurde 1896 gebaut mit 34 Register. Man sieht am Spieltisch, der ebenfalls als Kommentar zu unserer entsprechenden Seite gesehen werden kann, dass hier die Entwicklung zu den Registertasten bereits vollzogen wurden.

Hier ein Zeitungsbild der Orgel. Seltsamerweise ist das Instrument nicht bei Walcker unter Konzertsaalorgeln aufgeführt.

bachsaalberlin_red.jpg

Spieltisch Op. 631 Graz Barmherzigenkirche

Freitag, April 13th, 2007

Diesen hochinteressanten Spieltisch erhielten wir von Florian Leitner zugeschickt. Ganz herzlichen Dank nach Wien.
In jedem Fall eine herrliche Ergänzung zu unserer Spieltischseite. Diese Ergänzung können wir nur in größeren Zeitabschnitten vornehmen, so ist diese Möglichkeit sehr willkommen.

img_3070_3_1.JPG Wer hier an der Pedalklaviatur etwas genauer hinsieht, wird erkennen, dass wir es mit einem ganz seltsamen Schwelltritt zu tun haben: er ist nämlich zusammenklappbar.

img_3071_4_1.JPG und hier die beiden Registerstaffeleien

img_3063_2_2_1.JPG img_3062_1_2_1.JPG bei denen wir erkennen, dass es sich um eine Orgel noch vor der Jahrhundertwende handelt, denn dann kommen so langsam die Kipptasten auf, während hier nicht wie auf den ersten Blick gedacht, es sich um Mechanik, sondern bereits um ein pneumatisches Werk handelt und das mit wunderschönen Emailschildern.

Das Werk hat wie wir sehen 23 Register und wurde in pneumatischen Kegelladen gefertigt. Wobei noch gesagt werden muß, solch eine „aufgeräumte“ Pneumatik wird selten gesehen. Die Register scheinen noch mechanisch zu laufen.

pneum_spieltisch.JPG

walckerorgel Blog eröffnet

Freitag, April 13th, 2007

Wir wollen hier Ergänzungen zu unseren fertigen Seiten vorab einstellen. Das betrifft vor allem unserer Spieltischseite und anderer Seiten, die realtiv schwierig umzugestalten sind.